Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Blind Guardian - Beyond The Red Mirror

Review von BlindWarlock vom 13.03.2015 (3263 mal gelesen)
Blind Guardian - Beyond The Red Mirror BLIND GUARDIAN wird wohl wie kaum eine andere Band dem deutschen Metalhead ein Begriff sein. Die bereits 1987 gegründete Band ist eine der ersten deutschen Metalbands und eine der ältesten noch existierenden und aktiven. (Und zumindest auch für mich damals der Grund gewesen, Metal zu hören, hat damit einen besonderen Platz in meinem Herzen.) Mit "Beyond The Red Mirror" haben die Krefelder ihr 10. Studioalbum veröffentlicht - fast viereinhalb Jahre nach dem letzten Album, "At The Edge Of Time" (2010 Rang 2 der deutschen Album-Charts). Und auch mit der neuen Scheibe zeigen die 4 Männer, dass man aus Power- und Speed Metal mit ein wenig progressivem Einfluss immer wieder etwas Neues, Einzigartiges erarbeiten kann, ohne dabei seinen eigenen Stil zu verlieren. Denn genauso klingt "Beyond The Red Mirror".

Stellt man frühere Werke wie "Tales From The Twilight World", "Nightfall In Middle-Earth" oder "Imaginations From The Other Side" neben "Beyond The Red Mirror" so kann man eine Verwandtschaft nicht abstreiten, der Klang ist derselbe. Das ist, wenn man die erzählte Geschichte betrachtet, auch nicht weiter verwunderlich. Das Album erzählt die Geschichte weiter, die bereits in "Imaginations From The Other Side" ihren Anfang gefunden hat. Sänger Hansi Kürsch sagt dazu: "Die beiden dort beschriebenen Welten haben sich seitdem dramatisch zum Schlechten gewandelt. Doch während es früher etliche Tore zwischen den Welten gab, existiert nun nur noch eine einzige Pforte: Der rote Spiegel. Dieser muss um jeden Preis gefunden werden." Die Geschichte fasst dabei immer wieder Gegenstände aus der bekannten Fantasy und Mythologie bzw. Religion auf und setzt sie als Stilmittel um - der heilige Gral ('The Holy Grail'), das "Gelobte Land" ('Grand Parade') oder der "Scheol" ('The Ninth Wave') sind dabei nur wenige Beispiele. Es ist also auch nicht unbedingt verwunderlich, dass man bei so vielen Eindrücken aus verschiedenen Welten selbst den Überblick über die Geschichte verliert, wenn man sie sich erzählen lässt. Aber auch die Wanderer in den Welten sind schließlich ein wenig verloren.

Man sucht vergebens nach festen Strukturen, die man wiederfinden könnte, es ist einfach der Klang, der vertraut erscheint - und genau das macht BLIND GUARDIAN aus. Sie setzen neben der klassischen Musik auf Komponenten, die man nicht erwarten würde, die sonst niemand (erfolgreich) eingesetzt hat und die dennoch oder genau deswegen genau in die Musik passen und die Akzente setzen, die sie einzigartig machen. So findet man (wie bereits in älteren Alben) Chöre und Choräle, die Lieder einleiten oder begleiten, Klangakzente von Cembalos und verträumten Pianos oder Bläsertöne, die man eher in Mittelerde oder Avalon erwarten würde. Diese wechseln sich ab oder vereinigen sich mit schnellen Passagen einer E-Gitarre und den teils andächtigen, ruhigen, teils kräftig gesungenen Noten aus der Kehle Hansi Kürschs zu Balladen und epischen Liedern. Kompositionen, deren Gerüst zwar bekannt vorkommt, die aber etwas völlig Neues und Aufregendes sind.

Diese Eigenschaften machen das Album aber auch zu etwas, was einen hinfort trägt. So etwas wie ein gesungenes Metal-Hörbuch. Wenn man es der Musik erlaubt und richtig zuhört, bekommt man die Geschichte so mitreißend erzählt, dass sie einen verschlingen und in den Bann ziehen möchte, um sie zum Leben zu erwecken. Ähnlich wie ein gutes Buch, das man nicht zur Seite legen möchte, weil die Gedanken in der geschriebenen Welt gefangen sind und von selbst gar nicht mehr fort wollen.

Kurzum, ein BLIND GUARDIAN-Album, wie man es sich von den Krefeldern wünscht mit allen Facetten ihres Einfallsreichtums! Für Fans der Band sowie Leuten, die wissen möchten, ob der rote Spiegel nun gefunden wird, ein Muss und auch für den Otto Normal-Metalhead etwas, was im Regal nicht fehl am Platze ist. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs ihre Ideen niemals aufbrauchen und immer einen neuen Zufluss an Inspiration finden, damit sich die Geschichten möglichst lange noch weiter entwickeln können.


Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. The Ninth Wave
02. Twilight Of The Gods
03. Prophecies
04. At The Edge Of Time
05. Ashes Of Eternity
06. The Holy Grail
07. The Throne
08. Sacred Mind
09. Miracle Machine
10. Grand Parade
Band Website: www.blind-guardian.com
Medium: CD
Spieldauer: 1:05:20 Minuten
VÖ: 30.01.2015

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

00.00.0000 A Night At The Opera(7.0/10) von Opa Steve

03.05.2003 A Night At The Opera(8.0/10) von Souleraser

30.04.2005 A Night At The Opera(8.0/10) von Lestat

17.08.2010 At The Edge Of Time(9.5/10) von Lestat

13.03.2015 Beyond The Red Mirror(10.0/10) von BlindWarlock

07.07.2017 Live Beyond The Spheresvon baarikärpänen

17.05.2003 The Bard's Song (In the Forest)von Souleraser

16.06.2007 The Remastersvon CaptainCook

Interviews

17.08.2010 von Lestat

14.01.2013 von Eddieson

Specials

30.04.2020 Die besten Album-Triples der Rock- und Metal-Geschichte, Teil 4: BLIND GUARDIAN (von Cornholio)

Liveberichte

31.07.2020 Wacken (Wacken World Wide) von Cornholio

18.12.2015 Osnabrück (Osnabrück Halle) von Eddieson

03.10.2010 Langen (Stadthalle) von Lestat

29.04.2007 Athen (Fuzz Club) von gargantouas

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!