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Livebericht Kreator (mit Dimmu Borgir und Hatebreed)

Ein Livebericht von Eddieson aus Hamburg (Sporthalle) - 01.12.2018 (1657 mal gelesen)
Als die Tourankündigung vor einigen Monaten rauskam, hat sie wohl nicht nur bei mir für verwunderte Blicke gesorgt. Da sollen eine Thrash-Metal-Band zusammen mit einer Symphonic-Black-Metal-Kapelle, einer Hardcore-Combo und einem Death-Metal-Act spielen. Okay, klingt interessant. KREATOR waren ja schon vor vielen Jahren mit DIMMU BORGIR unterwegs, aber dazu noch HATEBREED und BLOODBATH? Das hat mich dann doch so sehr gereizt, dass ich mich auf den Weg nach Hamburg mache, um mir dieses, doch interessante Package, mal anzusehen.

In Hamburg angekommen passierte mir das, was mir seit langer, langer Zeit nicht passiert ist. Ich habe mich erst verfahren (ja, das geht auch mit Navi) und dann habe ich mich noch verlaufen. Da ich aber davon ausgegangen bin, dass Beginn um 18:30 Uhr habe ich mir keinen Stress gemacht. Als ich dann endlich mal die olle Sporthalle gefunden habe, sie um kurz nach halb sieben betret, um dann festzustellen, dass BLOODBATH schon von 18 Uhr bis 18:30 Uhr gespielt haben, macht sich doch etwas Enttäuschung und Wut in mir breit. Doch lange Zeit darüber nachzudenken bleibt nicht, denn HATEBREED bauen schon auf, bzw. lassen aufbauen.
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Und dann geht es auch schon los. Ich mus gestehen, dass ich HATEBREED nie besonders mochte. War mir immer zu stumpf, zu prollig und mit dem Publikum, was sie angezogen haben, kam ich auch immer nur schwer klar. Außerdem war mir Jamie Jasta auch immer etwas unsympathisch. Gespannt bin ich aber, wie das Publikum heute auf die Band reagiert und überrascht bin ich, als ich festelle, dass das Publikum hier voll auf HATEBREED abgeht. Mohspit, Pogo, Singalongs - alles ist dabei. Die Band scheint fast selbst etwas überrascht ob der Reaktionen aus der Halle. 'To The Threshold', 'As Diehard As They Come' und 'This Is Now' ist das Triple, mit dem die Amis starten. Klar, die Jungs auf der Bühne werden auch nicht jünger, doch Energie haben sie und so fegen sie über selbige, als ob es kein morgen gibt, während vor der Bühne die Hölle los ist. Jasta erzählt zwischendurch, wie stolz er ist, dass er und seine Band an dieser Tour teilnehmen dürfen und KREATOR seine großen Helden sind, dann geht es mit 'Looking Down The Barrel Of Today' weiter, 'Doomsayer' und 'Perseverance' folgen, bevor es dann bei 'Live For This' zu einem Totalausfall kommt. kein Sound mehr. Kein Gesang. Nichts ist mehr zu hören, der Song tönt noch ganz leise aus den Monitor-Boxen. Nach der ersten Überraschung stört sich die Band aber nicht daran, spielt weiter und das Publikum zeigt sich extrem textsicher. Nach ca. einer Minute ist der Fehler behoben und es kann gewohnt weitergehen. Im Nachhinein erfahre ich, dass BLOODBATH auch solche Probleme hatten, die allerdings gravierender waren und die Band kurzzeiig die Bühne verlassen hat. Davon sind HATEBREED hier weit entfernt. Und so gibt es mit 'I Will Be Heard' und 'Destroy Everything' die letzten beiden Songs von den Amis. Es war ein überraschend guter Auftritt, der mich jetzt nicht zum Fan werden ließ, aber immerhin konnte die Band ein paar Sympathiepunkte einfahren.
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Schon komisch, da hat man gerade die volle Hardcore-Keule zu spüren bekommen und jetzt soll eine Symphonic-Black-Metal-Band spielen? Gut, lassen wir uns darauf ein. Lange Zeit war es ja still um die Norweger, doch vor einiger Zeit haben sie mit "Eonian" ein Album rausgehauen, welches für Aufsehen sorgte. Ich habe keine Ahnung, wann ich die Band das letzte mal live gesehen habe. Muss wohl so um 1996 gewesen sein, auf der Tour mit CRADLE OF FILTH, DISSECTION und IN FLAMES (großartiges Package übrigens!). Seitdem hat sich aber viel getan und ich bin gespannt, wie DIMMU BORGIR heute auf der Bühne agieren. 'The Unveiling' vom aktuellen Album macht den Opener, nachdem ein Mitglied nach dem anderen die Bühne betreten hat. Mächtiger Song, der live schon mal gut kommt. Shagrath und Kollegen sind in mönchskuttenähnliche Gewänder gekleidet, die sie erst nach einiger Zeit ablegen werden. Siehe dazu auch das Video zum folgenden 'Interdimensional Summit', dann habt ihr eine Vorstellung vom Bühnenoutfit der Jungs. DIMMU BORGIR verhalten sich komplett anders auf der Bühne, als ihre Vorgänger von HATEBREED. Während die Hardcoreler authentisch über die Bühne sausten, machen die Norweger einen auf Show. Alles scheint durchdacht und gut überlegt und nichts soll dem Zufall überlassen werden und die Atmosphäre zerstören. 'The Chosen Legacy' und 'The Serpentine Offering' vom Konzeptalbum "In Sorte Diaboli" bilden das nächste Doppel und vor allem letzterer ist eine echte Granate. Danach folgt 'Gateways', doch leider haben sich die Norweger dazu entschieden, die weiblichen Vocals aus der Konserve schallen zu lassen, als sich eine Gastsängerin einzuladen. Das ist schon schade. In einigen anderen Songs, wie 'Progenies Of The Great Apocalypse', wurde der Klargesang durch einen Chor aus der Konserve ersetzt. Schon ziemlich blöd und trübt etwas die gewollte Atmosphäre. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass Sänger Shagrath heute stimmlich eine wirklich gute Figur macht. Man legt in der Setlist viel Wert auf die neueren Alben, dennoch gibt es mit 'Indoctrination' und 'Puritania' zwei Songs der "Puritanical Euphobic Misanthropia" und natürlich 'Mourning Palace' vom "Enthrone Darkness Triumphant"-Album, der das Konzert heute auch abschließt, bevor dann 'Rite Of Passage' vom Band erklingt. Also, man muss auf diesen symphonischen Kram und vor allem DIMMU BORGIR schon stehen, wenn man heute seinen Spaß haben will. Ich für meinen Teil kann mir das ab und zu wirklich gut geben und so kann ich sagen, dass die Band eine wirklich gute Show gespielt hat.
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Im Grunde weiß man ja schon, was einen bei einer KREATOR-Show erwartet. Die Jungs aus Altenessen sind nicht als experimentierfreudig bekannt was ihre Setlist angeht, und so ist klar, dass 'Phobia' gespielt wird, auch 'Flag Of Hate' wird dabei sein, 'Extrem Aggression' natürlich auch und 'People Of The Lie', sowie 'Violent Revolution' und 'Pleasure To Kill' dürfen nicht fehlen. Hat man die halbe Setlist schon mal zusammen. Der Rest wird mit neueren Songs gefüllt. Aber darum geht es nicht bei einer KREATOR-Show. Mir zumindest nicht. Ich finde die Songs bockstark, also sollen sie die gerne spielen, aber dazu macht eine KREATOR-Show einfach Spaß. Die Jungs, allen voran natürlich Mille, wissen das Publikum zu unterhalten. Sei es durch das einfache Geschrei "Hamburg! Zerstörung!" oder Partyspielchen, wie die Halle teilen und gegeneinander schreien lassen. KREATOR dürfen das. Man will es doch auch gar nicht anders. So kennt man sie, so mag man sie. Natürlich hat sich einiges auch mit der Zeit geändert und vor allem die Bühnendeko hat sich verändert. Mittlerweile läuft das unter dem Motto "Klotzen statt kleckern". LED-Wände, eine ordentliche Lightshow, Konfettikanonen, Pyros, ein dicker Vorhang der anfangs die Bühne verdeckt und auf dem ein Video gezeigt wird und ja, man muss es sagen, es hat den Hauch von Routine. Aber auch da kann man der Band keinen Vorwurf machen. Das schleicht sich halt einfach mit den (vielen) Jahren so ein. Die Fotos, die zum Beispiel bei 'Fallen Brother' gezeigt werden gab es auf der letzten Tour auch schon, neu ist aber, dass Mille hier den Spoken-Word-Part übernommen hat. Aber insgesamt kann ich hier echt nicht meckern. Bassist Speesy geht ab, wie Schmitz Katze, Ventor ballert sich hinter seinem Kit ordentlich durch die Songs, Sami zieht einfach sein Ding durch und Mille unterhält einfach. Egal, ob es nun die alten Kracher-Songs sind oder die neuen, wie 'Hail To The Hordes' 'Gods Of Violence', 'Satan Is Real' oder 'Phantom Antichrist'. Es macht einfach Spaß den Jungs bei ihrer Arbeit zuzusehen, weil man merkt, dass KREATOR trotz Routine und trotz der vielen Jahre ihre Authentizität nicht verloren haben und, egal wie man zu den neuen Alben steht, in meinen Ohren immer noch großartige Songs schreiben. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich nach dem Konzert gut bedient bin. Auch wenn die Spielzeit relativ kurz ist (knappe 70 Minuten), bin ich voll auf meine Kosten gekommen und fühlte mich gut unterhalten.
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Die Zweifel, die sich angesichts des Packages bildeten wurden an diesem Abend voll und ganz an die Wand gespielt - von jeder Band, die ich heute Abend gesehen habe. Death Metal, Hardcore, Symphonic Black Metal und Thrash Metal an einem Abend hat mich total überzeugt und von mir aus kann es zwischendurch öfter mal solche interessanten Touren geben. Ich wäre dabei.

Weitere Fotos findet ihr in der Gallery
Location Details
Sporthalle in Hamburg (Deutschland)
Website:www.sporthalle.hamburg.de
Adresse:Sporthalle Hamburg
Bezirksamt Hamburg-Nord
Krochmannstraße 55
22297 Hamburg
Tel.: 040 4280020
Anfahrt:So erreichen Sie uns
Auf unserem Gelände stehen für Sie 700 Parkplätze zur Verfügung. Den Parkplatz erreichen Sie über die Zufahrt vom Braamkamp 1. Wir empfehlen die entspannte Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei den allermeisten Veranstaltungen ist das HVV-Ticket inklusive.

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