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Interview mit Schmier von Destruction

Ein Interview von Eddieson vom 22.10.2014 (3802 mal gelesen)
DESTRUCTION feiern auf ihrer 2-wöchigen "Thrash United Tour" ihr Jubiläum. Zusammen mit dem Thrash-Nachwuchs und den Fans lassen sie es ordentlich krachen. Schmier nahm sich vor der Show im Osnabrücker Bastard Club etwas Zeit, um mit meinem Kumpel Boddy und mir zu quatschen. Dabei erzählte er uns etwas über die Zeit bei DESTRUCTION, wie sich die Szene seiner Meinung nach entwickelt hat, auch sein PANZER-Projekt und das Deutsche Fernsehen und noch einiges mehr sind zum Thema geworden.

Hi Schmier. Vielen Dank, dass du dir kurz Zeit nimmst. Wie geht es dir?

Schmier: Gut, sind alle etwas übernächtigt . Die ersten drei Tage sind vorbei, gerade zu Anfang muss sich ja alles erst mal etwas einspielen. War auch etwas stressig gestern im Turock, da gab es ein paar technische Probleme. Aber Stimmung ist gut, sind alles gute Leute hier. Mit den jungen Bands ist es sehr lustig halt. Die sind wie wir früher. Sie stellen einem immer so lustige Fragen, sie fragen einem wirklich Löcher in den Bauch. Ist total lustig. Ist natürlich auch interessant für uns, zu sehen, was die neue Generation so treibt.

Kommen da Erinnerungen hoch?

Schmier: Auf jeden Fall. Das erinnert einen schon daran, wie es früher mal war.

Eure Tour ist sehr eng getaktet. Ihr spielt zwei Wochen am Stück.

Schmier: Ja, es sind nur zwei Wochen, und die wollten wir dann durchziehen. Jeder freie Tag ist ja auch mit Unkosten verbunden. Du musst den Bus zahlen, die Crew bezahlen, evtl. nimmt man sich noch ein Hotel, auch für die Crew. Wenn man das nur 2 Wochen macht, kann man das auch durchziehen. Wenn man es länger macht, ist hier und da ein freier Tag schon ganz gut. Auch für die Seele und um auch mal etwas rauszukommen. So im Tourbus auf Dauer ist das schon ganz schön eng. Aber zwei Wochen geht es schon.

32 Jahre seid ihr jetzt ungefähr dabei.

Schmier: Ja, es gibt kein genaues Datum, wann das Demo rauskam. Das weiß keiner mehr. Das muss so '83 gewesen sein. Vorher hat die Band sich formiert, also im Laufe von '83.

Kannst du dich noch an euer erstes Konzert erinnern?

Schmier: Ja klar, das war ja gleich mit SODOM und KREATOR. IRON ANGEL, SODOM und TORMENTOR. So hießen KREATOR damals noch. Das war in Altenessen in einem Jugendzentrum. Das weiß ich noch ganz genau, denn eigentlich hatten wir vorher schon mal einen Auftritt gehabt, so als Gast. Da hat uns SODOM auf die Bühne gezerrt bei ihrem Auftritt. Und so war das auch gleich unser erster Auftritt. Tom schrie "DESTRUCTION sind auch da und die spielen gleich noch einen Song für euch!". Wir so "Wie?". So haben wir uns dann durch 2 Songs geholzt. Das war dann, wie in das kalte Wasser springen. Am Anfang ist man halt verkrampft aber es war interessant. Wir hatten dann ja das große Glück gleich mit SLAYER zu touren, auch '85. Da haben wir natürlich viel gelernt.

Wenn du mal zurückdenkst, gibt es da ein prägnantes Ereignis, das du wohl nie vergessen wirst?

Schmier: Boah, das sind so viele. Es geht eigentlich nicht, da eines rauszusuchen. Woran ich gerne zurückdenke, ist die Tour mit MOTÖRHEAD. Wir haben damals mit MOTÖRHEAD ein paar Mal getourt. Ein mal mit MOTÖRHEAD und noch einer Band, dann mit MOTÖRHEAD und KING DIAMOND, dann mit MOTÖRHEAD auf Festivals, dann mit MOTÖRHEAD alleine. Das waren schon tolle Touren. Man hat sich mit der Band gut verstanden, das waren ja auch für uns damals die großen Vorbilder. Das war schon ein Highlight in den Achtzigern damals. Natürlich beim Comeback die Shows. Das erste mal Wacken. Da war Wacken ja noch klein. Nur 20.000. Aber das auch für uns der Hammer.

In der Zeit wo du nicht bei DESTRUCTION warst, fehlte dir da was?

Schmier: Also, wenn man rausgeworfen wird, ist man erst mal sauer. Das war ja alles nicht so schön bei uns damals. Wir haben uns richtig komisch in die Haare gekriegt, und ich habe ein paar Jahre selber Musik gemacht, mit HEADHUNTER. Das war eigentlich eine ganz gute Überbrückung, war ja auch klar, dass ich damit nicht dahin komme, wo DESTRUCTION war. Aber für mich war wichtig, Musik zu machen. Dann so '95, nee '96 war es glaub ich, da hätte ich die dritte HEADHUNTER machen sollen, da war unser LABEL pleite. Dann habe ich bei Roadrunner angerufen, und habe gefragt, ob sie Interesse an der neuen HEADHUNTER hätten. Die A&R-Dame, die ich damals gut gekannt habe, sagte: "Wenn du dir die Haare schneidest und ein bisschen Alternativ-Musik machst, dann können wir darüber reden.". Dann habe ich gesagt: "Fuck off!". Ab da habe ich mir gesagt, dass es jetzt reicht. Dann habe ich mein Erspartes zusammengekratzt und meinen eigenen Laden gemacht. Von '96 bis 2004. War ein Restaurant/Bar. DESTRUCTION kamen zurück '93, das waren zweieinhalb Jahre ohne Musik. Das war schon komisch. Aber ich hatte ja meinen Laden, hab mich da voll reingekniet, erst mal alles renoviert, und am Anfang hat man eh genug Stress. Aber natürlich vermisst man die Musik. Ich habe ja auch nicht aufgehört Songs zu schreiben. Ein bisschen Pause zu machen ist ja auch mal ganz gut. Das war bestimmt kein Fehler. Nachdem ich dann die Chance hatte, wieder was mit DESTRUCTION zu machen, war das natürlich auch ein enormer Push.

Du hast KREATOR und SODOM ja eben schon angesprochen. Ihr gehört ja zu den "Big Teutonic 4".

Schmier: Sagt man. [lacht]

Sagt ihr das nicht?

Schmier: Nein, doch! Aber das ist immer so ein Presse-Ding. Als ich angefangen habe, Musik zu hören, gab es keine Thrash Metal, da war es einfach Heavy Metal, und irgendwann haben die Journalisten halt gedacht, dass sie es Thrash Metal nennen, und dann hat es die Runde gemacht und jetzt heißt es halt so. Ich bin kein großer Fan von solchen Bezeichnungen. Dann werden die auch noch in Englisch gestellt und abgestempelt. Aber es ist natürlich lustig, wenn die Amis das als "Big 4" betiteln, dass die Deutschen das dann auch so machen müssen. Das ist sehr niedlich. Aber natürlich sind die anderen Bands auch wichtig für die Szene gewesen und auch gute Kumpels.

Zu welcher Band habt ihr denn den engsten Kontakt?

Schmier: Ach, das ist mal so, mal so. Man kennt sich schon so lange. Ist immer abhängig, wen man so auf Tour trifft. Oder wenn man Konzerte spielt in den Städten, wo die Jungs halt wohnen, dann kommen die eben vorbei oder auch nicht. Im Moment habe ich ganz guten Kontakt zu Gerre von TANKARD. Ich freue mich immer, wenn ich die Jungs mal sehe. Ich habe mit Mille auch über Jahre sehr guten Kontakt gehabt, im Moment ist es wieder etwas weniger. Es ist halt mal so und dann mal so. Aber die alte Freundschaft bleibt.

Gibt es denn Pläne für eine gemeinsame Tour?

Schmier: Die Tour würden alle gerne machen, aber bring mal diese 4 Bands unter einen Hut. Das ist extrem schwer. Da muss halt ein bisschen Kompromissbereitschaft von allen da sein, und das haben wir anscheinend nicht so. KREATOR sind halt gerade auf ihrem Zenit angelangt, für die läuft es super. Mille hat da wohl im Moment nicht so den Bock drauf. Das ist schade, denn ich würde es gerne machen. Tom auch. Tom hatte anfangs etwas Zweifel, dann wollte er es aber doch machen, jetzt will Mille nicht, und TANKARD ist halt so eine Sache, dass die keine Profis sind. Die können keine Tour machen. Die können dann hier mal 3 Tage und da 5 Tage, aber auch das wäre machbar. Man könnte ja sagen, man macht 5 Shows in Deutschland, eine in Holland und eine in Belgien, eine in jedem Land. Man muss ja nicht 5 Wochen am Stück touren, sondern hier mal ein paar Tage und da mal ein paar Tage. Aber anscheinend ist die Zeit noch nicht reif. Ich hoffe, wir machen es irgendwann bevor es zu spät ist; halt auch, weil wir sind alle nicht mehr die Jüngsten und wer weiß, wie lange es uns noch gibt. Aber ich denke, es wird irgendwann noch passieren. Ich bin auf jeden Fall dahinter und wir sind dabei, wenn es soweit ist.

Wenn du jetzt die jungen Bands so siehst und an euch so zurückdenkst und dann hättest du die Möglichkeit dich in die Achtziger zurückzubeamen. Würdest du es tun?

Schmier: Boah ey, bloß nicht!

Nein?

Schmier: Nee, nein, nein! Da ist man so grün hinter den Ohren und man läuft so oft gegen die Wand.

Aber es ist doch auch aufregend, oder nicht?

Schmier: Ja, aber heute ist es genau so aufregend. Natürlich ist man irgendwo abgestumpft in diesen Bereichen. Aber es ist auch diese Routine, die eine professioneller werden lässt. Ich kann mich noch genau so freuen über gewisse Sachen, und es passiert ja immer noch viel. Das Rock'n'Roll-Leben ist immer noch so unberechenbar. Da passieren die unglaublichsten Sachen in einer Woche, die passieren in einem halben Menschenleben nicht. Was man da alles erlebt, ob du nun eine Woche in Süd-Amerika tourst oder in Asien. Das ist aufregend. Ich bin nicht so der Zurückschauer. Die Vergangenheit ist toll, ich freue mich auch immer, wenn man mal so eine Rückschau machen kann. So wie im Rock Hard gerade, die haben so ein Anfangstage-Interview gemacht. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich unbedingt zurück muss. Dieses "Früher war alles besser" ist ja ein allgemeiner Gehirnfick. Man verdrängt immer alles Schlechte und denkt früher war alles besser. Was ein Quatsch. Aber natürlich war es eine schöne Zeit und ich möchte auch die ganzen Erfahrungen nicht missen. Ich kann mich noch an viel erinnern, zum Glück. Noch. [lacht]

Würdest du denn sagen, dass sich die Szene eher zum Positiven oder zum Negativen entwickelt hat?

Schmier: Ach, früher war es ein kleiner eingeschworener Haufen, jetzt ist es eine riesige Szene geworden. Für uns als Band ist es natürlich viel besser zu touren. Wir konnten mit DESTRUCTION in den Achtzigern keine Welttour machen. Das ging nicht. Jetzt können wir überall als Headliner spielen. Egal wo, von Hong Kong bis Timbuktu bis in den Amazonas, überall. Das gab es früher nicht und ist eine große Entwicklung natürlich. Und auch die Festivals sind sensationell. Früher gab es das Monsters Of Rock und das war es. Als Independent-Band wie DESTRUCTION kam man da gar nicht drauf. Da hat sich ja schon viel getan, und wir haben mittlerweile die größten Festivals der Welt gespielt. Wacken ist ja gar nicht mal so groß. In Kolumbien gibt es Rock El Parque, da sind 100.000 Leute oder das Rock In Rio ist ja auch monströs. Also in der Beziehung ist es für uns super, aber natürlich hat sich auch diese "Hater-Community", die man im Internet hat, gebildet. Leute, die alles hassen, die alles runtermachen. Ist schlimm zu beobachten, wenn ich auf Youtube gehe und egal, welche Band ich angucke, da gibt es immer gleich Leute, die alles bashen und alles hassen. So war für mich der Metal nie. Für mich war Metal immer großer Zusammenhalt und eine große Community und auch eine gewisse Toleranz der anderen Musik gegenüber. Natürlich war in den Achtzigern so ein bisschen mehr Poser, aber das war auch eher niedlich und lustiger.

Ihr bezeichnet euch ja selbst nicht als politische Band.

Schmier: Nee, als politische Band muss man ja mehr irgendwo hingehen und aussagen. Ich gebe eher Denkanstöße oder kritisiere halt etwas oder drücke meine Lebensanschauung hier und da in den Texten aus.

Aber ihr habt schon einen gewissen Anspruch?

Schmier: Ja, das auf jeden Fall. Wenn man viel um die Welt reist, dann sieht man auch viel. Das eine ist Bücher zu lesen oder die Nachrichten zu gucken, aber das andere ist vor Ort zu sein und es mit den eigenen Augen zu sehen. Die Chance haben wir halt. Wir haben genau so viel Lufthansameilen, wie die deutschen Manager. Das ist halt auch ein Geschenk, wenn man gerne reist.

Der Harry Wilkens ist auch gerade im Rock Hard.

Schmier: Ja, das fand ich total witzig. Ich treffe ihn ja ab und zu mal. Aber er ist etwas zurückgezogen, ich habe ihm etwas geholfen mit seiner Band, hab ihn einen Sänger besorgt, und dann waren wir im gleichen Heft.

Das war Zufall?

Schmier: Ja, das war Zufall. Obwohl beim Rock Hard musste ja etwas aufpassen, sonst schreiben gleich wieder die Hater: "Boah, DESTRUCTION-Hype, DESTRUCTION-Hype!". Da hat Götz sich ja mal entschuldigt vor ein paar Jahren, dass er unsere Reunion so gepusht hat, weil ein paar Leute gefragt haben, ob das Rock Hard von DESTRUCTION bezahlt wurde. Da hat er sich dann im Vorwort dafür entschuldigt, dass er DESTRUCTION dann so gepusht hat. Da dachte ich dann auch nur: "Oh man, die Underground-Polizei hat wieder zugeschlagen."

Aber Harry schreibt noch ein bisschen für euch?

Schmier: Der Harry kommt ab und zu mal im Studio vorbei und macht mal ein Solo hier und da. Zur letzten Platte hat er ein Solo dazugesteuert, davor auch irgendwo eins oder zwei. Wir arbeiten immer gerne mit, wenn er Bock hat. Ihm ging es ja eine Zeit lang nicht so gut. Er hatte ein paar psychische Probleme, er wollte keine Gitarre mehr spielen und hat etwas an sich selbst gezweifelt. Das fand ich sehr tragisch. Er hat dann auch nichts gemacht, aber in den letzten Jahren dann immer mal wieder ein Solo beigesteuert. Songwriting nicht wirklich, aber er ist auch ein anderer Songwriter-Typ. Wenn man sein eigenes Zeug hört, dann ist das alles etwas vetrackter und nicht ganz so hart wie das DESTRUCTION-Material. Aber als Sologitarrist ist er immer noch eine Koriphäe. Sensationell!

Aber eine Reunion mit DESTRUCTION wird es wohl nicht geben?

Schmier: Ich weiß nicht. Ich glaube das würde er von der Belastung her nicht schaffen. Also, ich habe ihn jetzt ein halbes Jahr nicht gesehen, er hätte mal aushelfen sollen, als Mike ein paar Probleme mit der Hand hatte und da hat er auch gesagt, dass er das nicht packt vor so vielen Leuten und so und auf Tour zu gehen mit dem ganzen psychischen Stress usw. Deshalb stand eine Reunion eigentlich nie zur Debatte. Man weiß es nicht, wer weiß vielleicht wird es nochmal passieren, wenn er voll Bock drauf hat und wir merken, dass es klappen könnte. Sag niemals nie. Für uns funktioniert DESTRUCTION so gut wie lange nicht mehr, weil wir uns gut verstehen und einen guten Konsens haben, mit dem wir arbeiten und dafür, dass wir so viel auf Tour sind und uns so häufig sehen, streiten wir uns herzlich wenig.

Habt ihr denn schon neues Material?

Schmier: Wir haben ein paar Riffs gesammelt. Ich sammel ein paar Riffs, Mike sammelt ein paar Riffs und dann treffen wir uns und schauen, was das erste Riff hergibt und dann arbeiten wir an dem ersten Song. Ich denke wir werden im November das erste Demo aufnehmen und dann wahrscheinlich im Februar ins Studio gehen, so dass wir im März, spätestens im April fertig sind mit der Platte, dass sie dann im Sommer kommt. Ich habe ja grad erst diese PANZER-Platte gemacht. Da wollte ich ein bisschen Zeit dazwischen haben. Wir wollten die DESTRUCTION etwas schneller machen, aber da kam die PANZER-Platte dazwischen. Und wir haben mit DESTRUCTION noch so viel zu tun, und ob sie jetzt Anfang des Jahres kommt oder Mitte des Jahres ist auch egal. Dann haben wir erst die PANZER fertiggemacht. Jetzt haben wir etwas Luft, sobald das vermischt, verliert man etwas die Balance. Jetzt können wir an DESTRUCTION arbeiten. PANZER-Promo ist dann auch fertig. Hat Spaß gemacht. War auch geil für mich mal wieder was anderes zu machen. Richtigen Heavy Metal zu spielen, mit so zwei alten Profis ist schon geil.

Fühlst du dich im Thrash Metal etwas limitiert mit seinen Möglichkeiten?

Schmier: Natürlich. Bei PANZER hat jetzt keiner eine Erwartungshaltung, da kann man machen, was man will. Ist echt ein großer Vorteil. Bei DESTRUCTION ist es entweder zu hart, oder zu old schoolig oder zu modern oder zu langsam. Irgendwas hat immer irgendjemand zu motzen, weil wir schon so lange dabei sind. Bei PANZER konnten wir einfach drauf losmachen. Natürlich werden ein paar ACCEPT-Fans sagen, dass es denen zu hart ist, DESTRUCTION-Fans werden es vielleicht als Weicheier-Musik abstempeln, aber wer auf richtigen Heavy Metal steht, für den ist PANZER vielleicht interessant, weil es eben diese Nische ist. Richtig harter Heavy Metal halt und trotzdem noch viele Melodien und sehr eingängig. Die Reaktionen sind super bis jetzt, mal schauen, was die Fans sagen. Wir haben so ein bisschen aus der Hüfte geschossen. Wir haben in einem halben Jahr die Platte gemacht. Es ging halt auch so schnell, weil wir so gut harmoniert haben.

Wollt ihr es auch live promoten?

Schmier: Würden wir gerne. Jetzt gucken wir mal. Das i-Tüpfelchen ist, wenn die Leute es mögen. Wir haben auch schon ein paar Angebote für Festivals, ich glaube, eins ist auch schon gebucht. Also eins steht nächstes Jahr und eine Support-Tour wäre auch toll. Aber da sind wir noch weit weg. Das kannste nicht so planen, wie bei DESTRUCTION, weil man halt noch nicht genau weiß wie es ankommt, aber wir würden sehr gerne live spielen.

Bei Festival musstest du grad etwas schmunzeln. Darfste nicht sagen?

Schmier: Ich weiß nicht ob es schon angekündigt wird dieses Jahr. Es wäre aber auch lustigerweise ein Festival, wo wir schon mit DESTRUCTION zugesagt haben. Da darf ich dann 2 mal spielen. Habe ich auch noch nie gemacht. Ist mal eine andere Herausforderung.

Gut, kommen wir nun zur Rubrik "aktuelle Geschmacksverirrung".

Schmier: Oh, sehr interessant! [lacht]

Welcher Radiosong gefällt dir momentan am meisten?

Schmier: Boah, Radio. Ich höre nie Radio. Ich finde Radio ganz schrecklich. Mit aktueller Musik bin ich grad gar nicht up to date, ohne Scheiß. Wenn, dann höre ich mal so Oldie-Sender. Bei uns im Süden gibt es ja auch nichts anderes. Da läuft dann SWR3 und das kannste nicht ertragen, ist ganz schlimm. Radio eher selten, wenn dann Internetradio, und dann irgendeinen Rockkram halt.

Okay.

Schmier: War das die einzige Geschmacksverirrungs-Frage?

Ja, die Rubrik ist noch neu.

Schmier: Schade! [lacht]

Ich kann dich auch nach irgendwelchen TV-Sendungen fragen.

Schmier: Da gibt es so viel Schlechtes. Das wird schwierig. Ich frage mich immer nur, wo man die ganzen Scripted-Reality-Leute herbekommt. Wo kommen diese ganzen Idioten her, die sich im TV zum Affen machen? Das müssen ja Tausende sein, die da jeden Tag hinrennen, und sich freuen für 3,50 Euro bei RTL auf Assi zu blamieren. Im Ausland ist es nicht so schlimm, wie in Deutschland. Bei uns ist die Hochburg gerade. Egal, wo ich hinkomme, ich zappe immer mal durch das Programm. Klar, man sieht gewisse Parallelen zu Deutschland, aber diese Scripted-Reality-Scheiße ... ich glaube nicht, dass ein anderes Land auf der Welt - außer vielleicht Amerika, obwohl nicht mal die Amis. Nicht mal die Amis, ey! Wir sind die Chefs hier. Die Chefs im Scripted-Reality-Mist sind die Deutschen.

Keine Ahnung, wo man solche Leute herbekommt.

Schmier: Ich auch nicht. Sind halt Laiendarsteller. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und plötzlich haben die eine eigene Webseite. Maria aus schießmichtot, bekannt durch Richterin Barbara Salesch.

Und irgendwann landen sie im Dschungelcamp.

Schmier: Genau, wenn überhaupt. Früher wollten die Kinder Feuerwehrmann werden, oder Pilot. Heute wollen sie Rapper werden.

Es ist ja auch zu leicht heute ins Fernsehen zu kommen. Man muss ja nur schief singen können.

Schmier: Klar, die suchen ja nach schrägen Vögeln. Aber ab und zu muss ich auch hingucken. Wenn es dann ganz schräg ist, kann man nicht weggucken. Das ist wie beim Unfall.

Wollte ich gerade sagen, ist eine Art Katastrophentourismus.

Schmier: Meine Freundin kommt aus Norwegen und als sie das das erste Mal gesehen hat, dieses "Bauer Sucht Frau" und "Super-Talent-Scheiße" hat sie nur mit dem Kopf geschüttelt, fand es gleichzeitig aber auch total lustig. Es sagt schon was aus über die Macht des TV.

Wir sind jetzt am Ende. Die letzten Worte gehören dir.

Schmier: Die letzten Worte? Das klingt ja, als ob ich bald, also ihr wisst schon. [lacht] Die letzten Worte. Was soll ich sagen? Ich freue mich auf die Show heute Abend und bin gespannt, wie die PANZER-Sache ankommt. Ist für mich ja auch was ganz Neues. Bin gespannt, wie die Heavy-Metal-Welt darauf reagiert. Ob man so was noch interessant ist oder doch eher altbacken. Es ist ja nichts Neues, was wir machen, wir haben uns ja nur den Wurzeln bedient und in unser eigenes Gewand gepackt.

Wann kommt das Album raus?

Schmier: 28.11.

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