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Dinosound - Claudia

Review von Stormrider vom 29.01.2018 (2509 mal gelesen)
Dinosound - Claudia Was erwartet man von einer Band die sich DINOSOUND nennt? Am ehesten vielleicht Dinosound, im Sinne von Classic Rock der alten Dinosaurier. Etwas schwieriger wird es dann schon, wenn als Albumtitel bedeutungsschwanger "Claudia" gewählt wurde. Mich jedenfalls verfolgt immer diese Szene aus TV Total bei der jemand ein selbstgeschriebenes Liebeslied an seine Holde schmettert, sobald ich diesen Namen höre. Und die Assoziation ist nun nicht gerade musikalisch hochklassig geprägt.

Ganz so Schlimmes haben die vier Berliner zum Glück nicht verbrochen, und auch der erwartete Classic Rock wird auf "Claudia" nicht kredenzt, sondern vielmehr solider Alternative Rock, der sich im Fahrwasser von BIFFY CLYRO, FOO FIGHTERS oder auch BILLY TALENT bewegt. Der Einstieg 'Chasing Rats' ist ein ordentlicher Rocksong dem es etwas an Ohrwurmpotenzial mangelt. Dieses hingegen hat anschließend 'Made Of' spendiert bekommen, für welches man auch einen Videoclip am Start hat. Der Song ist in den Strophen ein grooviger Nachvornerocker, der im Refrain vielleicht sogar ein Stück weit zu viel Popappeal abbekommen hat. Dennoch ist der Song das Highlight auf dem Album und bleibt mit seiner Melodie definitiv mehr im Ohr, als die meisten anderen Songs. Denn genau daran mangelt es "Claudia" ein wenig: Catchyness. Die acht Tracks sind alle gefällig, und kein echter Stinker lässt einen sofort in Richtung Skip-Taste zucken. Aber wenn man sich bei Song Nummer sechs versucht an Song Nummer drei zu erinnern, dann stellt man fest, dass man sich nicht erinnert. Dabei geben sich DINOSOUND wirklich Mühe, fahren mit Bassistin Janine eine zweite, sehr angenehme, Gesangsstimme auf, öffnen sich für stilfremde Elemente (der dumpfe Bassbeat, der 'I Don’t Mind' eröffnet, klingt wie als ob man vor einer Disco steht), nutzen Effekte auf den Vocals und haben selbstredend auch Balladen am Start. Dazu wurde Claudia in DIY-Mentalität komplett in Eigenregie erstellt. Zusammenfassend also eine durchaus sympathische Herangehensweise, die dazu geführt hat, dass ich mich an die im Promosheet empfohlene Vorgehensweise gehalten habe: “Führende Fachärzte und Diplom-Journalisten haben beim ersten Hören der Tunes herausfiltern können, dass die Platte Spuren von Nüssen enthält, empfehlen aber auch Allergikern, diese CD mindestens dreimal täglich zu konsumieren“.

Hab ich gemacht, aber auch das täuscht nicht darüber hinweg, dass "Claudia" am Ende leider etwas zu beliebig ausgefallen ist. Wo die genannten Referenzbands mit dicken Hooks Songs trumpfen und es immer wieder schaffen, Licks, Melodien und Refrains mehr als für den Moment des aktiven Hörens zu schreiben, fehlt genau dieses Element auf dem Album, das übrigens mit unter 30 Minuten nicht gerade ein echter Longplayer geworden ist. Macht aber aus den genannten Gründen auch nichts, denn noch zwei weitere Alternative Rocksongs, die zwar ganz nett sind, aber auch keine Knaller, hätte es folgerichtig nicht zwingend bedurft. DINOSOUND haben unbestritten Potenzial, aber sie haben es auf "Claudia" noch nicht komplett ausgereizt.

Bleibt abschließend nur noch eine Frage: Wer ist eigentlich Claudia? Dafür liefert die Band folgende Erklärung:

Claudia. Das ist ein weiblicher Vorname, der vor allem zwischen 1940 bis 1970 in Deutschland zu den häufigsten gehörte. Doch was hat das mit Musik zu tun? Und was mit Rock-Musik? Im Falle DINOSOUND allerhand. So legte die Band keinen Wert auf einen bedeutungsschwangeren Albumtitel, sondern personalisierte das Debütalbum von DINOSOUND kurzerhand.

Aha! Alles klar? Nicht? Mir auch nicht, aber vielleicht muss das ja so sein, denn damit bleibt der Albumtitel ähnlich ambivalent wie der musikalische Inhalt.


Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Chasing Rats
02. Made Of
03. I Don't Mind
04. New Day
05. 4 Hours
06. You And I
07. Lose
08. Better At It
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 29:31 Minuten
VÖ: 19.01.2018

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29.01.2018 Claudia(6.0/10) von Stormrider

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