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Lorna Shore - Flesh Coffin

Review von Metal Guru vom 26.01.2018 (1506 mal gelesen)
Lorna Shore - Flesh Coffin LORNA SHORE gründeten sich 2010 als viermännige Deathcoreband, veröffentlichten seitdem sowohl drei EPs als auch eine LP und bretterten mit stilistisch ähnlich gearteten Grottengruppen wie z. B. CARNIFEX, CHELSEA GRIN, KUBLAI KHAN, POLARIS und THE BLACK DAHLIA MURDER die brüchigen Bühnen der Unterwelt.

Ihr akueller/vorliegender/zweiter Longplayer "Flesh Coffin" assoziiert bedrohlichere BELPHEGOR, krematorischere CRADLE OF FILTH, diabolischere DIMMU BORGIR, ohnmächtigere OBLIVION und teuflischere THY ART IS MURDER - Experten der Black-, Death- und Powerfraktion mögen mir diese Verschmelzung verschiedenster Metalllegierungen nachsehen. Unabhängig von diesen spontanen und rein subjektiven Assoziationen verfügen LORNA SHORE über ihre ganz eigene Rezeptur: Im Vordergrund stanzen stählerne Streitäxte stichhaltige Staccatoriffs, schneiden synthetische Strings, Klaviere und Chöre Halbtöne hoch/Terzen tiefer (was eine endzeitliche, niederschmetternde, unheilvolle Wirkung nie verfehlt), schmieden gerade oder triolische (auf jeden Fall aber menschenunmögliche) Kickdrum- und Tomtomfiguren radikale Rhythmen. Ohne Zusammenhang, Verstand, Sinn, Konzept und (vor allem) Grund erscheinen geschwindigkeitsgesteigerte Gitarrensoli auf der brutalen Bildfläche, nur um nach minimal zwei/maximal vier Takten wieder im höllischen Hintergrund zu verrecken. Apropos Hintergrund: Eine gespenstisch verhallte Starkstromgitarre alarmiert/heult/wimmert wiederholt leidende Legatolinien, die das Ende der Welt willkommen zu heißen scheinen.

Gesungen (im traditionellen Sinne) wird nie, gebellt/gefaucht/gekeift/gegrunzt/geschrien (im todesmetallischen Sinne) dafür umso häufiger. Ich könnte mir vorstellen, dass Vokalist Tom Barber all seine Parts jeweils 1x komplett auf separate Spuren gebellt/gefaucht/gekeift/gegrunzt/geschrien hat, um diese dann später (z. B. beim Endmix) nach Bedarf/Laune und Lust/Notwendigkeit an- und auszuschalten. So entsteht nicht selten der Eindruck eines mindestens schizophrenen Bellers/Fauchers/Keifers/Gruntzers/Schreiers, der quasi auf Knopfdruck mit unterschiedlichen Stimmen zeitgleich 'singt'. Das klingt dann ganz bedenklich nach Gruftgesocks wie Luzifer, Satan oder Teufel! Titel wie 'Black Hollow', 'Flesh Coffin', 'Fvneral Moon', 'Infernum' oder 'Void' verheißen ebenfalls nichts Gutes/Himmlisches/Paradiesisches, aber da ich dem Vokabular des Verderbens komplett ohnmächtig bin und auch keinerlei Textbeilage mitgeliefert wird, verstehe ich leider (oder dem lieben Gott sei Dank?) keine einzige Silbe der unter Umständen unterhaltsamen Texte. Bleibt 'nur' der Klang der Scheibe: Soweit die mir freundlicherweise zur Vorabverfügung gestellte MP3-Runterladung von "Flesh Coffin" erahnen lässt, handelt es sich bei LORNA SHOREs Fleischsarg um eine verdammt verdichtete, krass komprimierte, gänzlich geplättete Produktion, die hauptsächlich aus Energie, Lautstärke, Macht, Wucht und Verzerrung besteht - von hochfidelem Hörgenuss wenig bis gar keine Spur. Dafür hat man dann aber schon mal 'ne Dreiviertelstunde+ Gelegenheit, sich mit dem 'Sound Of Satan' anzufreunden ...

Nein, "Flesh Coffin" von LORNA SHORE eignet sich weder als Hintergrundberieselung pseudoromantischer Kuschelabende noch zur Bildung musikalisch verwertbarer Synapsen noch zur Freisetzung glücklich machender Hormone und sei allen schwermütigen, selbstzweifelnden, suchtgefährdeten Suizidalen auf gar keinen Fall empfohlen. Angehende Apokaliptiker, fanatische Fatalisten, latente Leichenliebhaber, sympathisierende Satäne und tendenzielle Todesanbeter hingegen mögen an diesem morbiden Machwerk durchaus Gefallen finden - give it a (last) try!

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Offering Of Fire
02. Denounce The Light
03. The Astral Wake Of Time
04. Desolate Veil
05. Fvneral Moon
06. Void
07. Infernum
08. The Watcher
09. Black Hollow
10. Flesh Coffin
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 45:43 Minuten
VÖ: 26.01.2018

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