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Earth Caller - Crystal Death

Review von Opa Steve vom 21.01.2018 (3484 mal gelesen)
Earth Caller - Crystal Death Das klassische Hardcore-Intro mit bösartig im Raum stehenden Akkorden und so pissigen Shouts, dass man den Speichel förmlich fliegen hört, hebt bei mir erst einmal meine skeptische Augenbraue. Doch glücklicherweise kann ich schon nach weniger als zwei Minuten erleichtert aufatmen, als 'Pipe Dreams' endlich gute Melodien auffährt und für Hardcore sogar ungewohnt breitwandig klingt. Es ist also nicht alles verloren. Zwar sind die Melbourner ihrem Hauptgenre ziemlich treu und ziehen auch die wichtigsten Trademarks durch, aber sie leihen sich vom Thrash ein paar technisch aufwändigere und flexiblere Strukturen, bei denen man nicht zwingend in Gedanken an einem brennenden Ölfass in der Bronx stehen muss. Spürbare Keyboardunterstützung unterstreicht den Anspruch, nicht einfach nur brutal auf die Fresse geben zu wollen. Die Melodien in 'No Forgiveness', 'Dying Beside You', 'A Ghost' und 'May 16' sind sogar richtig klasse. Wie man es von manchen Melodicore-Bands kennt, vermischt sich Moll mit Power, aber durch den konstant bellenden Gesang erhalten sie sich das Image des anklagenden, wütenden Opfers, auf das die HC-Gemeinschaft ja nun mal als Basis abfährt. Trotzdem könnte der eine oder andere BAD RELIGION-Hörer auch hier in manchen Titeln fündig werden, denn fast jeder Titel bietet diese fetten Harmonieausflüge, die die Songs durchaus interessanter machen, als würde man einfach nur stumpf runterkloppen. Auch werden Downbreaks nicht so exzessiv eingesetzt außer etwas in 'Exposed' oder wenn sie die Uptempo-Melodien von 'Never In Never Around' (neben dem mitreißenden 'A Ghost' der Anspieltipp der Scheibe!) auflockern. Wenn dann der letzte Song, 'Hold On Ft. Taylar Page', sogar eine richtige Power-Ballade wird, die mit ruhigem Frauengesang ausklingt, dann weiß man spätestens, dass hier die Genregrenzen bewusst und gekonnt überwunden werden. Für einen Hardcore-Skeptiker wie mich eine absolut positive Überraschung.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Pipe Dreams
02. Sucka
03. No Forgiveness
04. Exposed
05. Dying Beside You
06. Never In Never Around
07. A Ghost
08. Fall Ft. Sophie Jest
09. Mirror
10. May 16
11. Hold On Ft. Taylar Paige
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 43:19 Minuten
VÖ: 19.01.2018

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