Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Panzerballett - X-Mas Death Jazz

Review von Metal Guru vom 09.12.2017 (2066 mal gelesen)
Panzerballett - X-Mas Death Jazz Wer das PANZERBALLETT bereits kennt, weiß: Eigenkompositionen, die sich irgendwo zwischen den BRECKER BROTHERS & WEATHER REPORT, Bugs Bunny, Mickey Mouse & Pink Panter, MESHUGGAH & ZAPPA bewegen und/oder Coverversionen, die so dermaßen durch den Wolf gezehrt werden, dass sie bestenfalls (noch) Spaß machen, schlimmstenfalls nicht (mehr) erkennbar sind, dementsprechend auch als Eigenkompositionen durchgingen, also Spaß machen - bestenfalls ...

Joe Doblhofer (Gitarre), Alexander von Hagke (Saxophon), Heiko Jung (Bass), Sebastian Lanser (Schlagzeug) und Jan Zehrfeld (Gitarre) sind ausgebildete, dauerdisziplinierte, höchstbegabte, multitalentierte, virtuoswahnsinnige Jazzer, die ihre Instrumente auch gerne mal verstärken und verzerren. Dass sie sich dabei nicht zwangsweise als Hardcore-Puristen verstehen, wird besonders während ihrer nicht zu knappen Schlagzeug-, Saxofon-, Gitarren- und Basssoli deutlich. Ja, Jazz = Improvisation, Innovation, Irritation - so verstehe zumindest ich diesen seit jeher unverstandenen Musikstil! Neben den hauseigenen Volksmusikanten treten auf "X-Mas Death Jazz" folgende instrumentale und vokale Gäste in Erscheinung: Mattias IA Eklundh (FREAK KITCHEN) singt und soliert auf seinen wohltemperierten sechs Saiten, Mike Keneally (Solo, ZAPPA) singt, ohne Gitarre zu spielen und die mir vollkommen unbekannten Steffen Kummerer, Jens Majura und Martin Strasser singen nur - alle auf jeweils unterschiedlichen, nicht also allen Stücken. Für PANZERBALLETT-Verhältnisse also außergewöhnlich viel Gesang, aber macht das Weihnachten auch nur ansatzweise erträglicher? Neben den acht 'offiziellen' Weihnachtsweisen (siehe Tracklist) finden sich auf "X-Mas Death Jazz" auch noch vier instrumentale Versionen von 'White Christmas', 'Rudolph, The Red-Nosed Reindeer', 'Es Kommt Bald' und 'Let It Snow', wobei hierfür nicht einfach nur die Gesangsspuren gemutet, sondern z. T. abweichende Mixes mit anderen Soli erstellt wurden - also, bei derart viel Liebe zum Detail kann man nun wirklich nicht maulen!

Zum Thema Polyrhythmik: Für viele Nichtmusiker bedeutet dieses Wort schlicht Chaos - alles durcheinander, kein Konzept, deswegen ja auch weder fühl- noch hörbar, tanzbar sowieso nicht. Das PANZERBALLETT treibt diese Polyrhythmik auf (für den ordinären Rock'n'Roller) unspielbare Spitzen: Bass und Schlagzeug exekutieren (gerne und häufig) krummtaktige Rhythmen, während tiefergestimmte (meist E-)Gitarren links und rechts todesmetallische Muster flechten, die mit den vordergründigen Stolperrhythmen nichts zu tun haben - scheinbar! Dazu kommen dann entweder gesungene oder vom Saxofon dazwischengegrätschte Tonfolgen, die für sich alleine fast melodisch wirkten - wären sie nicht Teil des scheinbaren Chaos! Und als wenn das nicht schon viel zu viel wäre, wabern im Hintergrund tiefgreifende, breitbandige Akkorde (klingen wie Keyboards, sind aber Gitarren), die dem Ganzen nicht selten jene ambiente MESHUGGAH-Klangcharakterisik verleihen - harter Tobak ohne Zweifel!

Auf "X-Mas Death Jazz" haben wir's mit Weihnachtsliedern im weitesten Sinne, also mit 'Fremdkompositionen' zu tun, die alle bekannt sind oder zumindest sein sollten. Aufgrund der PANZERBALLETT-Behandlung/-Interpretation/-Verfeinerung sind diese allerdings kaum wiederzuerkennen, womit jede Möglichkeit besinnlichen Chorsingens im familiären Kuschelkreis ausgeschlossen wäre! Mir persönlich gefallen solche megaextremen Coverversionen ultraextrem gut und stellen für mich die einzig denkbare, kreative, sinnvolle Art des Nachspielens dar. Da sich Herr Zehrfeld und seine Mannen aber in nicht nachvollziehbaren, technisch totschlagenden, volksverschreckenden Sphären bewegen, wird diese 'Weihnachtsplatte' aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Weg weder auf gemeine Gabentische noch auf rotierende Plattenteller finden - eine Schande! Aber so ist das eben mit mathematischer Minderheitenmucke meist männlicher Megabrains für harmonisch hartgesottene Heavyhörer oder/und rhythmisch radikale Randgruppen - war nie anders ...

Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. White Christmas (Vocal Version)
02. Kling, Glöckchen
03. Little Drummer Boy
04. Es Kommt Bald (Vocal Version)
05. Last Christmas
06. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer (Vocal Version)
07. For Whom The Jingle Bells Toll
08. Let It Snow (Vocal Version)
09. White Christmas (Instrumental Version)
10. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer (Instrumental Version)
11. Es Kommt Bald (Instrumental Version)
12. Let It Snow (Instrumental Version)
Band Website: www.panzerballett.de
Medium: CD
Spieldauer: 71:43 Minuten
VÖ: 24.11.2017

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

12.10.2020 Planet Z(10.0/10) von Metal Guru

09.12.2017 X-Mas Death Jazz(10.0/10) von Metal Guru

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!