Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Wolvennest - Wolvennest

Review von T.Roxx vom 27.02.2017 (2064 mal gelesen)
Wolvennest - Wolvennest Wow, was für ein Album! WOLVENNEST aus Belgien bescheren uns in Zusammenarbeit mit DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND ein sehr gewagtes, aber rundherum geglücktes Album. Während DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND bisher für einen Stilmix aus Neofolk gepaart mit Kraut- bzw. Acid Rock bekannt ist, werden auf dem vorliegenden Debüt von WOLVENNEST noch einige Stilrichtungen hinzugefügt und so haben wir es hier mit einem düsteren Mix aus Ambient, Doom, Black Metal und Krautrock, bzw. 70's Occult Rock zu tun. Bereits der Opener 'Unreal' lässt Assoziationen zu WOLVES IN THE THRONE ROOM aufkommen, das sich ständig wiederholende Gitarrenthema hat etwas Beruhigendes und Hypnotisches zugleich. Sobald der cleane Gesang von Marthynna einsetzt, entfaltet die Musik eine Art dunkler Erotik, die den Hörer tiefer in ihren Bann zieht. Die Melodieführung der Leadgitarre erinnert an die Frühwerke von KATATONIA. Zugegeben, die schwarzmetallischen Wurzeln sind schwer erkennbar, aber sie sind gekonnt verwoben und sorgen für die düstere Aura, die diese Musik umgibt. 'Partir' beginnt sanft mit einer Hammond-Orgel (normalerweise hasse ich dieses Instrument) und einem Sample, bevor die Gitarren in Verbindung mit Orgel und minimalistischem Schlagzeug ein düsteres, doomiges Monster erschaffen, welches weitgehend ganz ohne Vocals auskommt (von einigen Backgroundpassagen abgesehen). 'Tief Unter' präsentiert die bereits schon angeführte Ähnlichkeit zu alten KATATONIA am deutlichsten. Depressive Zeitlupen-Gitarrenriffs, die immer wieder wiederholt werden, dazu simple Tremolomelodien, die trister nicht sein können. Auch hier ist Gesang Fehlanzeige - im letzten Drittel des Songs sind nur spoken words zu hören. Das monumentale, fast 21 Minuten lange 'Out Of Darkness Deep' beginnt als Ambient-Song und wächst durch einen großen Spannungsbogen zu einem düsteren, rituellen Machwerk. Marthynnas Stimme setzt diesem hypnotischen Stück die Krone auf. Auch dieser Song lebt von einem einfachen, bis zur Unendlichkeit wiederholten Gitarrenriff; hier kommt allerdings ein langes Solo mit ordentlich 70er-Jahre Improvisationscharakter dazu. Von der Theatralik her fällt mir neben den bereits genannten Bands auch noch VED BUENS ENDE als Referenz ein. Dieser Track vereinigt alle Trademarks, die die Musik von WOLVENNEST ausmachen. Das abschließende 'Nuit Noire De L’Ame' weist die deutlichsten Neofolk-Einflüsse auf. Von den Synthies her könnte der Track durchaus dem Opus "Clestite" von WOLVES IN THE THRONE ROOM entstammen, sie reichen von sphärisch bis bedrohlich und es folgt ein sich immer aufs Neue wiederholendes, mantrisches Sprachsample.

Ein würdiger Abspann für ein wirklich rundum gelungenes Album. Für dieses atmosphärisch dichte Gesamtkunstwerk kann ich nicht anders, als die Höchstnote zücken. Wer offen für einen auf den ersten Blick recht abstrusen Stilmix ist, der MUSS dieses Album hören. Großartig!


Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. Unreal
02. Partir
03. Out of Darkness Deep
04. Tief Unter
05. Nuit Noire De L'Ame
Band Website: https://www.facebook.com/wolvennestband
Medium: CD
Spieldauer: 54:50 Minuten
VÖ: 27.01.2017

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

30.06.2018 V.O.I.D.(6.0/10) von Krümel

27.02.2017 Wolvennest(10.0/10) von T.Roxx

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!