Various Artists - Caliban vs. Heaven Shall Burn - The Split Program II

Review von Opa Steve vom 18.10.2005 (8947 mal gelesen)
Various Artists - Caliban vs. Heaven Shall Burn - The Split Program II CALIBAN und HEAVEN SHALL BURN haben es schon einmal getan - vor ein paar Jahren, nachdem sie bei Lifeforce unter Vertrag genommen wurden. Jetzt, wo Metalcore zum Trend erklärt wurde, probiert man es einfach nochmal und legt Part 2 dieser momentan heiß gehandelten deutschen Combos auf.

Warum HEAVEN SHALL BURN zum Metalcore gezählt werden, verstehe ich genausowenig wie den Begriff als Solchen. Sie spielen in meinen Ohren größtenteils urtypischen Heavy Metal mit vielen Elementen der frühen 80er. Natürlich ist das Soundgewand einiges heftiger, aber das einzig stilistische Augenmerk ist der Gesang - sprich das infernalische Gebrülle, was sich damals halt niemand getraut hätte. Passt auch nicht richtig, wenn ihr mich fragt. Warum kann man zu recht melodischer Musik nicht wenigstens ein paar Noten im Gesang einstreuen, anstatt alles platt von oben runterzubrüllen? Wenigstens wurde die zarte Instrumentalballade 'Nyfaedd Von' nicht ebenfalls zugeschrien.

Mit 'If Tis A Man' bekommt die Mucke endlich mal einen etwas coremäßigeren Anstrich. Instrumente und Vocals ergeben wesentlich mehr eine Einheit als die Songs davor (auch wenn ich mir den Refrain auch mit schönen PowerMetal-Chören vorstellen kann - schlagt mich, aber es ist so).

Mit zwei weiteren recht unauffälligen Songs ziehen HEAVEN SHALL BURN den Vorhang zu und machen die Bühne frei für CALIBAN. Diese machen mit 'The Revenge' gleich einiges mehr an Dampf und nehmen sich die Freiheit, Melodien an den passenden Stellen bis hin zum Gesang zu integrieren. Durch diese Möglichkeiten klingt das Material gleich viel interessanter als das ihrer Labelmates. Neben Hardcore-SloMos bieten sie direkt danach in 'Arena Of Concealment' erst einmal ein grandioses Thrashbrett. Aber auch hier finden sich viele Elemente des 80er Metals wieder, z.B. die mehrstimmigen Gitarrenriffs. Ein Song, der Platz für viele Spielarten bietet, aber gerade durch die fehlende Linie nicht so geil wie der Opener. CALIBAN beweisen durch ihre Songs allerdings insgesamt mehr "Core"-Konzept durch die vielen tiefen Stampfer. Dort wirkt das Gebrülle wenigstens, und ihnen kann man trotz aller Heavy'n'Thrash-Zitate eine echte Vermischung von HC und Metal bescheinigen. Dabei entstehen tolle Melodien, aber auch aggressives Geriffe, Hymnen ('A Summer Dream') und Propellerbangparts gleichermaßen.

Ein solches Album lässt sich schwer bewerten. Die Motivation zur Veröffentlichung ist mit Sicherheit im Bereich Werbung und Marketingmaschinerie zu suchen und hat nichts mit dem frühen Split-Gedanken des Undergrounds gemeinsam. Wie dem auch sei: CALIBAN gehen als Sieger nach Punkten hervor, und wer bei diesen beiden vielzitierten Combos mitreden möchte, kann diese zum Preis einer CD kennenlernen. Ich hingegen bevorzuge das Reinhören beim Dealer meines Vertrauens und ziehe ein Fulltime-Album jederzeit vor.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
HEAVEN SHALL BURN:
01 Unleash Enlightment
02 No One Will Shed A Tear
03 Nyfaedd Von
04 If Ths A Man
05 Downfall Of Christ
06 Destroy Fascism

CALIBAN:
07 The Revenge
08 Arena Of Concealment
09 One Day
10 A Summer Dream
11 One More Lie
Band Website: https://www.facebook.com/Goldencorerecords/
Medium: CD
Spieldauer: 37:37 Minuten
VÖ: 26.07.2005

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten