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Symphony X - The Odyssey

Review von Odin vom 28.10.2002 (3391 mal gelesen)
Symphony X - The Odyssey Sie hatten es angekündigt - und sie haben es durchgezogen. Sonst eher verspielt, Technik-verliebt progressiv wollten Symphony X dieses Mal etwas roher und härter zur Sache gehen. Dieses Vorhaben wird von der kräftigen, rohen Produktion von Anfang an unterstützt.

Zwar tragen die Songs auf "The Odyssey" zu jeder Zeit die deutliche Handschrift progressiven Songwritings, aber schon der Opener "Inferno (Unleash the Fire)" steigt mit flitzenden Gitarren und aggressiven Vocals ein, um von mehreren Songs gefolgt zu werden, die so stark Riff-orientiert sind, wie man es kaum erwartet hätte.

"Wicked" stampft nicht ganz so mitreissend drauf los, wird etwas zu oft durch Breaks aus dem Riff gerissen. Auch Keyboards tauchen wieder stärker auf. Einer der schwächeren Songs, der aber bereits eine etwas neblige Atmosphäre erzeugt.

Das anschließende "Incantations Of The Apprentice" hingegen ist einer meiner Anspieltipps. Double-Bass getrieben führt es über einen groovenden Rhytmus zu einem düsteren Chorus, der von den weiterhin rauhen Vocals des Russell Allen umrahmt wird.

Was nun folgt ist eine Fortsetzung des bekannten "The Accolade" vom 1996er Album "The Divine Wings Of Tragedy". "Accolade II" gibt auf dieser Scheibe einen ersten Eindruck von den epischen und melodischen Fähigkeiten, die im abschließenden Titel-Opus von über 24 Minuten Spielzeit ihren Höhepunkt finden. An dieser Stelle bewegt man sich in gemäßigtem Tempo über einen atmosphärischen Klangteppich, der entfernt an die Musical-Werke von Virgin Steele erinnert.

"King Of Terrors" holzt dann wieder verhältnismäßig heftig los. Das Thema von Edgar Allen Poe wurde ja schon desöfteren für aggressive Songs verwurstet, und auch hier markiert es den wahrscheinlich härtesten Titel der bisherigen Schaffens-Geschichte. Mehr Power als Progressive Metal können sich die Musiker hier mal richtig austoben, was bis zu Hardcore-Anklängen im Mittelteil führt, aber natürlich auch nicht ohne Breaks und Flitzefinger-Soli (auch Keyboard) über die Bühne geht.

Weiter im Programm treibt "The Turning" mit nochmals gesteigertem Tempo und wiederum packendem Riffing. Langsam muss man sich fragen, ob Fans der früheren, verspielten Marschrichtung mit diesem Album zurechtkommen werden. Angesichts des hohen technischen Niveaus, das auch hier noch regelmäßig zur Schau gestellt wird, kann man aber davon ausgehen, dass das Kunststück gelingt, alte Fans zu begeistern und neue hinzu zu gewinnen.

Wilderei in angrenzenden Genres betreibt auch "Awakening", das sich im krassen Gegensatz zu seinem Vorgänger mit klassischen Piano-Klängen und stark gemäßigtem Tempo als Ballade des Albums herausstellt. Aber man sollte nicht zu früh urteilen, denn nach ca. 2:30 Minuten wandelt sich das Klangewand und der Hörer wird langsam auf "The Odyssey" vorbereitet. Nach den vielen straighten und schnellen Minuten wird nun etwas vertrackter und faccettenreicher gerockt. Zahlreiche Tasten- und andere Instrumente haben hier ihren Auftritt (verschiedene Klavier-Versionen, Orgeln, Streicher, ...) und dürften in ihrer Vielfalt und progressiven Anwendung eher den neuen Power Metal Fans zuwider sein.

Tja, der Song "The Odyssey" hätten eigentlich ein komplettes eigenes Review verdient. Vollgepackt mit einer Klangvielfalt wie nur wenige Bands überhaupt zu vollbringen in der Lage sind, ist es in sich in sieben Teile geteilt, die die Geschichte von Odysseu's Reise nachempfinden.
Angefangen wird extrem klassisch, was die Instrumentierung angeht. Blech und Holzbläser lassen das "Odysseu's Theme" wie Weihnachtsmusik aus einem Hollywood-Streifen klingen, die "Overture" erinnert stark an ein Thema von Victor Smolskis Solo-Album "The Heretic".
Es folgt eine Episode mit akkustischen Gitarren und Vocals und weiter nichts, die wirklich toll klingt, so sehr sie auch aus dem bisherigen Rahmen fällt. Man steigert sich dann wieder bis zur vollen Instrumentierung und treibendem Drumming für den nächsten Abschnitt. Die Unterteilung ist recht gut zu erkennen und die Reise somit plastisch zu verfolgen. Rein instrumental wird Odysseus bis zu den Sirenen gebracht, wo er wieder etwas mehr mit Riffs zu tun hat... Hier werden auch wieder die Ähnlichkeiten zu David DeFeis' Werk hörbar, was die Songs nur sympatischer macht. Die Wechsel von stimmungsvoll langsamen Abschnitten und treibenden Stampfern folgen auf der weiteren Reise noch einige Male aufeinander und lassen die 24 Minuten nicht zu lang werden.

Nach bangen Minuten zwischen Sirenen, Scylla und Charybdis, Double-Bass und Riffs kommen die griechischen Seefahrer dann endlich nach Ithaca und alles ist gut. Auch dieses Album. Symphony X machen auf dieser Scheibe von stattlicher Spielzeit wirklich Laune, auch wenn sie manche Ecken und Kanten haben, die sich der Hörer erst noch zurechtlegen muss. "The Odyssey" als Ganzes ist kein typischer Progressive Metal, was es vielleicht noch schwerer macht, die "schweren" Passagen zu verdauen.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
1. Inferno (Unleash the Fire)
2. Wicked
3. Incantations Of The Apprentice
4. Accolade II
5. King Of Terrors
6. The Turning
7. Awakenings
8. The Odyssey
- Part I : Odysseus' Theme / Overture
- Part II : Journey To Ithaca
- Part III: The Eye
- Part IV : Circe (Daughter of the Sun)
- Part V : Sirens
- Part VI : Scylla and Charybdis
- Part VII: The Fate of the Suitors / Champion of Ithaca
Band Website: www.symphonyx.com
Medium: CD
Spieldauer: 66:59 Minuten
VÖ: 04.11.2002

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