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Wretch - Wretch

Review von Dimebag vom 25.09.2016 (1134 mal gelesen)
Wretch - Wretch Nach dem Split von GATES OF SLUMBER hob Sänger und Gitarrist Karl Simon WRETCH als seine neue Spielwiese des Doom aus der Taufe. Benannt nach dem letzten Album der ehemaligen Hauptband, legt man nun das Debütalbum vor. Dieses fällt mit sieben Songs verteilt auf knapp 32 Minuten relativ kurz aus. An diesen Daten erkennt man auch schon, dass man nicht mit überlangen Doom-Kompositionen rechnen sollte. 'Icebound' ist mit etwas über acht Minuten der längste Song, während die anderen Stücke zwischen zweieinhalb und fünf Minuten pendeln. Darunter sind zwei Instrumentale und ein Judas Priest-Cover. Klingt zwar eher nach den Daten einer EP, aber betrachten wir mal, ob die Musik was kann.

Zu Beginn haut man mit 'Running Out Of Days' ordentlich ins Mett. Fette Riffs mit Distortion auf 12, ein knallendes Schlagzeug und ein mitreißender Groove lassen den Kopf ordentlich mitwippen. Kompakter Song, der den Weg des Albums weist. Hier will man zumeist keine epischen Klanggebirge erschaffen, man bewegt sich eher in den Sphären von BLACK SABBATH und REVEREND BIZARRE, als von Bands wie 40 WATT SUN. 'Rest In Peace' führt den begonnenen Weg fort und besticht mit einer großartigen Melodie, der Refrain setzt sich auch länger im Ohr fest. Das quietschende Gitarrensolo im Mittelteil lässt einen die Luftgitarre einstöpseln. Das Instrumental 'Bloodfinger' wirkt dann leider wie härtere Fahrstuhlmusik, stört nicht weiter, haut einen aber auch nicht um. Das Original von 'Winter' stammt von JUDAS PRIESTs erstem Album "Rocka Rolla" und die Riffs sind prädestiniert für eine Doom-Interpretation. Der Song wird ordentlich runtergezockt, Karls Stimme kann aber natürlich nicht mit Halford mithalten. Außerdem dient er als Intro für das folgende 'Icebound'. Hier bekommt man auf über acht Minuten dann einiges an Abwechslung geboten. Zu Beginn ein hartes Riff, welches über zwei Minuten wiederholt wird. Ein beschwörender Gesangspart, bis die Geschwindigkeit angezogen wird und die Gitarren eskalieren dürfen. Mehrere Breaks sorgen für Abwechslung und zum Schluss kehrt man zum Anfangsriff zurück. Ein guter Songs, der auf dem Album aufgrund seiner Art hervorsticht. Mit 'Grey Cast Morning' folgt das zweite Instrumental, welches mit cleanem, gefühlvollen Gitarrenspiel aufwartet und mehr überzeugen kann als 'Bloodfinger'. 'Drown' drosselt dann die Geschwindigkeit enorm und erinnert zu Beginn an TWISTED SISTERS 'Burn In Hell'. Dieser schleppende Sound wird auch den ganzen Song über beibehalten und mit starken Gitarrensoli angereichert.

FAZIT: Ich stehe dem Album sehr zwiegespalten gegenüber. 32 Minuten Spielzeit, davon ein Cover, welches nahezu originalgetreu gespielt wird und zwei Instrumentals, die nicht wirklich das Gelbe vom Ei sind. Dem stehen aber die beiden hervorragenden Songs zu Beginn und die beiden immerhin guten Songs zum Ende entgegen. Für ein komplettes Album sind das aber trotzdem relativ wenig Ideen. Deshalb sollte man in 'Running Out Of Days' und 'Rest In Peace' reinhören und dann über die Anschaffung von "Wretch" entscheiden. Ein paar sehr gute Doom-Kompositionen erhält man zumindest damit.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. Running Out Of Days
2. Rest In Peace
3. Bloodfinger
4. Winter
5. Icebound
6. Grey Cast Mourning
7. Drown
Band Website: https://www.facebook.com/Wretch-469537983166326/ho
Medium: CD
Spieldauer: 32:50 Minuten
VÖ: 26.08.2016

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