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Sikth - Opacities

Review von Opa Steve vom 16.01.2016 (1542 mal gelesen)
Sikth - Opacities Diese EP hat eine gefährliche inverse Spannungskurve - jedenfalls birgt diese Glockenform für Menschen mit meinem Geschmack das Risiko, dass man als Hörer einfach zu schnell aufgibt und das Album als den neusten Metalcore-Scheiß, den niemand braucht, wegwirft. Denn der Start ist reines Metalcore-Gehacke mit spitzen Schreien, wie ich es überhaupt nicht leiden kann. Auch bei den ersten Melodien bleibt man vorsichtig voreingenommen, denn dieser Kontrast zwischen seelenlosem Rumgeriffe und urplötzlichem Harmoniebedürfnis ist aus dem Core nur zu gut bekannt und bis heute ein völlig sinnfreies Stilmittel. Beim zweiten Song 'Philistine Philosophies' wird es dann doch klar, dass die Motivation der Jungs tatsächlich eine Art bunter Prog-Metal ist, denn erstmals formen die wilden Gitarrenstrukturen tatsächlich etwas, was man "Song" nennen kann. Deutlich besser als der Opener auf jeden Fall, auch wenn die schrill jubilierenden Zuckergussgesänge immer noch nerven. Glücklicherweise steigern sich SIKTH noch weiter und finden in dem vertrackten Mathcore von 'Under The Weeping Moon' endlich zur richtig großen Klasse. Frickelig, interessant aufgebaut und voller Spielfreude zocken sie das extremste Stück der Scheibe runter, bevor es nach einem Intermezzo mit 'Walking Shadows' eine Weile nahtlos im Stil so weitergeht, sich dann aber sanft immer weiter runterbremst. Der Song bietet zum Schluss ruhigen Gesang und verträumte Strukturen, die dem Hörer nach den Frickelattacken Zeit geben, wieder runterzukommen. Weiter kann dieser sich mit dem Outro in Songform nochmal sechs Minuten richtig entspannen, denn die Sonne dieser Scheibe geht nun unter, Postrock-Einflüsse mischen sich mit dem ruhigen Gesang, der von schwebenden Gitarrensphären begleitet wird. Zunehmend düster bäumt sich der Song nochmal gegen Ende auf und schwebt dann in PINK FLOYDsche Welten davon.

SIKTH gehen entweder mit Absicht einen sehr ungewöhnlichen Weg, die Höhepunkte in der Mitte der Scheibe zu vereinen - oder ich habe ihr Ansinnen komplett missverstanden. Die dadaistische Spoken-Words-Zäsur 'Tokyo Lights' teilt das Album tatsächlich wie High Noon und ich empfinde das Hören wie einen Tageszyklus. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass ich ein ausgesprochener Morgenmuffel bin, daran schuld, dass ich den Metalcore zu Beginn sehr befremdlich finde, mich dafür aber mit der kreativen Mitte und dem stimmig ausklingenden Abend äußerst gut anfreunden kann.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Behind The Doors
02. Philistine Philosophies
03. Under The Weeping Moon
04. Tokyo Lights
05. Walking Shadows
06. Days Are Dreamed
Band Website: www.sikth.band
Medium: EP
Spieldauer: 27:39 Minuten
VÖ: 22.01.2016

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