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Manowar - Kings Of Metal MMXIV (Silver Edition)

Review von Elvis vom 19.02.2014 (4054 mal gelesen)
Manowar - Kings Of Metal MMXIV (Silver Edition) Tja, welche große Band musste und muss im Metalbereich mehr Kritik einstecken als MANOWAR? Wohl kaum eine, und alles Für und Wider bezüglich der Kings Of Metal hier aufzulisten, würde zwangsläufig den Rahmen dieses Reviews sprengen. Bevor es 2012 das bislang letzte reguläre Studioalbum "The Lord Of Steel" gab, welches fast schon gewohnt lange auf sich warten ließ, trafen Joey DeMaio und seine treuen Recken bereits mit der kontrovers diskutierten Neuaufnahme des klassischen Debütalbums "Battle Hymns" unter dem Titel "Battle Hymns MMXXI" eine ungewöhnliche Entscheidung. Sei es nun wegen der Rechtsfrage an diesem Album oder doch - so Joey - wegen der deutlich besseren technischen Möglichkeiten, um den gewünschten Sound zu bekommen, irgendwie machte das sogar durchaus Sinn. Dementsprechend war das Ergebnis auch wirklich gut - ob man das neuaufgenommene Album nun persönlich brauchte oder nicht. Doch sei's drum, wie bei MANOWAR üblich hagelte es auch zuhauf Kritik, böse Zungen sprachen von Kreativitätslosigkeit, einem Verbrechen an einem Klassiker oder einfach einem Ausverkauf, um möglichst billig an ein paar schnelle Dollar zu kommen. Nun ja, was schert's die deutsche Eiche bzw. einen Joey DeMaio, was so gesagt und geschrieben wird, geht unser aller Lieblingsgroßmaul doch immer unbeirrt seinen Weg. Irgendwie lag es nun in der Luft, dass angesichts von mittlerweile 25 Jahren des bahnbrechenden "Kings Of Metal" Albums irgendetwas Spezielles im Hause MANOWAR geschehen würde. Es war abzusehen, dass es wohl eine Tour geben dürfte, bei dem der wohl allgemein unbestrittene Klassiker möglicherweise komplett performt werden würde. Manche machten schon Witze, dass sie es am Ende auch neu aufnehmen würden. Und, nun ja ... MANOWAR haben tatsächlich das fast schon Undenkbare getan und DEN Bandklassiker schlechthin neu eingespielt. Ja, kein Witz - muss man ein an sich nahezu perfektes Album, moderne Technik hin oder her, wirklich neu einspielen? Ganz ehrlich, auch ich habe im ersten Moment durchaus schlucken müssen, handelt es sich doch für mich persönlich um mein liebstes MANOWAR-Album und eines definitiven Alltime-Klassiker. Machen wir uns zudem nichts vor, an sich ist am Original weder nennenswert etwas zu verbessern noch geradezurücken. Hätte es nicht vielleicht ein Remaster getan oder eine Special-Edition? Vielleicht mit ein paar Bonustracks, im schönen Digipack oder so was? Für Sammler? Viele Bands tun das, und ganz ehrlich: ich habe schon tonnenweise solche Wiederveröffentlichungen gekauft. Ohne mich danach schlecht zu fühlen. Mit dem guten Gefühl, die vorerst definitive Version eines Klassikers in der Hand zu halten. Aber MANOWAR wären nicht MANOWAR, würden sie die Dinge so angehen wie andere Bands, also widmen wir uns nun "Kings Of Metal MMXXIV". Zu den Beweggründen sagt Joey DeMaio im dazugehörigen Interview hier an sich alles, was sich an Fragen zu dieser Produktion stellt.

Zunächst fällt auf, dass MANOWAR die Tracklist kräftig durcheinander gewirbelt haben (z.B. ist jetzt 'Hail And Kill' der Opener, 'On Wheels Of Fire' der letzte Song des Albums), die Songtitel oft leicht verändert wurden und der Bonustrack 'Pleasure Slave' keinen Platz mehr gefunden hat. Letzteres kann ich persönlich mehr als gut verschmerzen, denn trotz der fast schon charmant chauvinistischen Platitüden der Lyrics ist es einer der ganz wenigen MANOWAR-Songs, den ich nicht sonderlich mag. Live macht der Song zwar Spaß, aber auf Platte war er noch nie meins. Ganz alleine kann ich mit der Meinung nicht sein, denn wie gesagt: er ist raus aus der Tracklist. Ein neues aktualisiertes Cover, stark am Original orientiert natürlich, gibt es auch, außerdem je zwei 24seitige Booklets und eine Bonus-Disc mit Instrumental- und Alternativ-Versionen. So weit, so gut - ganz stupide einfach nur neu eingespielt haben MANOWAR das Album also offenbar schon mal nicht. Hat man hier etwa ernsthaft Arbeit reingesteckt und damit schon mal der Kritik ein bisschen Wind aus den Segeln genommen? Tja, schon nach dem neuen Opener 'Hail And Kill' kann, nein, MUSS man sagen, dass hier richtig viel Arbeit drinsteckt. MANOWAR haben nämlich gerade nicht den "Fehler" gemacht und einfach das Album neu eingespielt, sondern eine komplette Neuinterpretation des Materials vorgenommen. Am besten ist in diesem Zusammenhang tatsächlich Joeys Vergleich mit einem musikalischen Remake des Materials mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Und wie es ein gutes Remake tut, orientiert es sich teils am Ausgangsmaterial, aber geht vielfach andere Wege. Alles kommt zwar einerseits bekannt vor, ist aber dennoch irgendwie neu und unbekannt. Es gibt viel zu entdecken, denn teils wurden die Lyrics leicht ergänzt oder etwas abgewandelt, aber die wahre Entdeckung sind die teils anderen Arrangements. MANOWAR spielen 2014 "Kings Of Metal" so, wie sich das Songmaterial im Lauf der Jahre entwickelt hat. Das bedeutet natürlich grundsätzlich schon mal einen druck- und kraftvollen Sound, der die gewohnte Power hat, die eine moderne MANOWAR-Platte ausmacht. Es liegt auf der Hand, dass das dem ohnehin schon fabelhaften Songmaterial natürlich nicht schaden kann. Alles wurde neu eingespielt und viel Wert auf Details gelegt. Wo es am Original mit modernen Mitteln etwas zu verbessern gab, hat man es getan, so zum Beispiel die kraftvolleren Chöre oder epischere Intros etwa bei 'The Heart Of Steel'. Donnie Hamzik spielt zwar deutlich an das Original angelehnte Drums, aber dennoch anders als Scott Columbus es seinerzeit tat und gibt dem Album dennoch seinen eigenen Touch. Karl Logan macht einen tadellosen Job an der Gitarre, Joey DeMaio ist am Bass eh eine unbestrittene Macht und Eric Adams ... was soll man zu dem Mann noch sagen? Obwohl er nun mal 25 Jahre älter ist als zu den Zeiten des Originals, liefert der Mann hier eine würdige Leistung ab, die seinem Status als einer der besten Metal-Sänger aller Zeiten mehr als gerecht wird. Die Screams sitzen, die mittleren Lagen sowieso und alles andere auch. Insgesamt zeigt sich eine deutliche Orientierung am Live-Sound, so klingt 'Kings Of Metal MMXIV' beispielsweise endlich genauso saft- und kraftvoll wie die Version auf der Bühne. Genau das wäre etwas gewesen, was ich mir z.B. von 'Manowar' bei "Battle Hymns MMXI" gewünscht hätte, eine Version der Bandhymne, die genausoviel Power hat wie der Opener beim Konzert. "Kings Of Metal MMXIV" macht all das einfach goldrichtig. 'Blood Of The Kings' war z.B. nie ein Song, der bei mir übermäßig gezündet hat, aber bei der neuen Version macht es gleich "Klick". Das ebenso cheesy anmutende wie klassische 'A Warrior's Prayer' wurde diesmal neu intoniert. Nein, nicht von Christopher Lee, der vielleicht langsam auch einfach ein bisschen langsamer treten muss. Stattdessen holten MANOWAR sich dafür Brian Blessed ins Studio. Der britische Charakterdarsteller, der übrigens auch ein ziemlich großer Metalfan ist, dürfte manch einem Fan noch als Gungan-Anführer Boss Nass in "Star Wars Episode I: The Phantom Menace" in Erinnerung sein, dem er seine Stimme und auch sein Aussehen (zumindest grob) per Motion Capturing lieh. Wer's etwas klassischer mag, erinnert sich vielleicht auch noch an seine prominente Nebenrolle als Prinz Vultan in "Flash Gordon" mit Sam Jones. Mr. Blessed liefert hier eine verdammt engagierte und emotionale Performance des erweiterten Stücks ab, die dem Original in Nichts nachsteht, sondern dieses m.E. deutlich übertrifft. Um die deutlich besseren Soundeffekte kümmerte sich mit dem zweifachen Oscar-Preisträger Hamilton Sterling ein erfahrener Mann mit deutlichen Meriten in Hollywood wie z.B. "The Dark Knight", "Krieg der Welten" oder "Master And Commander". Und ganz klar: das merkt man.

Ja, ich verstehe jeden, der zunächst aufschreit und dieses Album als ein Sakrileg betrachten will. Aber diese Reinterpretation ist einfach nur eins, nämlich verdammt gut. Deswegen wird zum einen das Original keinen Deut schlechter, aber diese Version ist zum anderen durchaus gleichwertig. Kann man dem Album ein besseres Kompliment aussprechen? Ich finde nicht - ja, ich werde auch zukünftig "Kings Of Metal" hören. Aber ich werde auch "Kings Of Metal MMXIV" hören, und ich will nicht sagen, dass ich es seltener hören werde. MANOWAR-Fans werden und müssen diesem Album eine Chance geben, denn es ist einfach nur verdammt gut und die ersichtliche Arbeit der Aufarbeitung hat sich mehr als gelohnt. Wer mit der 2014er Version der Band nicht viel anfangen kann, möge sich einmal diese Aufnahmen anhören und vielleicht ein Konzert besuchen - es lohnt sich. MANOWAR sind immer noch eine Macht, selbst wenn sie sich selbst quasi covern. Ob das noch für weitere Alben notwendig sein mag, halte ich zwar für zweifelhaft, doch "Kings Of Metal MMXIV" ist einfach durch die Bank überzeugend. Und wenn dieser Spirit jetzt noch mit ein paar zündenden neuen Songs in ein neues Album fließt ... dann haben die Kings Of Metal noch ein paar goldene Jahre vor sich. Darauf ein doppeltes Sign Of The Hammer - Born With A Heart Of Steel!

Gesamtwertung: 9.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
Disc 1
01. Hail And Kill MMXIV
02. Kings Of Metal MMXIV
03. The Heart Of Steel MMXIV (Acoustic Intro Version)
04. A Warrior's Prayer MMXIV
05. The Blood Of The Kings MMXIV
06. Thy Kingdom Come MMXIV
07. The Sting Of The Bumblebee MMXIV
08. Thy Crown And Thy Ring MMXIV (Orchestral Version)
09. On Wheels Of Fire MMXIV
Bonus :
10. Thy Crown And Thy Ring MMXIV (Metal Version)
11. The Heart Of Steel MMXIV (Guitar Instrumental)

Disc 2:
01. Hail And Kill MMXIV (Instrumental)
02. Kings Of Metal MMXIV (Instrumental)
03. The Heart Of Steel MMXIV (Orchestral Intro Version - Instrumental)
04. The Blood Of The Kings MMXIV (Instrumental)
05. Thy Kingdom Come MMXIV (Instrumental)
06. Thy Crown And Thy Ring MMXIV (Orchestral Version - Instrumental)
07. On Wheels Of Fire MMXIV (Instrumental)
Band Website: www.manowar.com
Medium: CD + Digital
Spieldauer: 1:29:31 Minuten
VÖ: 28.02.2014

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Endlich mal eine Rezession die nicht von vorne herein mit Häme daher kommt sondern sich relativ objektiv mit dem Projekt auseinandersetzt.
(06.03.2014 von MK)

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