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Legend - The Dark Place

Review von RJ vom 31.08.2013 (2923 mal gelesen)
Legend - The Dark Place Etwas überrascht und skeptisch hob sich meine rechte Augenbraue, als ich las, dass es sich bei LEGEND um eine NWOBHM-Band handeln soll. Die auf der Kanalinsel Jersey beheimatete Band ist tatsächlich dem NWOBHM zuzuordnen, hat sie sich doch bereits mit dem 1981 veröffentlichten und selbstbetitelten Debüt die ersten Sporen verdient. Die Jungs legten bereits ein Jahr später mit einer EP und dem Zweitwerk "Death In The Nursey" nach, doch ab 1984 kehrte erst einmal Ruhe ein. Ein weiteres Lebenszeichen sendete man vor zehn Jahren mit dem dritten Album "Still Screamings", wobei sich die Aktivitäten der Band mehr oder weniger auf die Veröffentlichung dieses Albums beschränkten. Weitere zehn Jahre später kommen die Briten wieder mit einem Album zum Vorschein und ich bin mal gespannt, ob wir diesmal von den Jungs mehr geboten bekommen.

Wie zur Bestätigung legt der als Opener fungierende Titeltrack mit einem IRON MAIDEN-Gedächtniss-Riff los und scheint den Beweis antreten zu wollen, dass man auch über dreißig Jahre später noch voll auf der klassischen Genre-Spur ist. Dabei zeigt das Album in seiner Gesamtschau, dass man den damaligen Pfaden entwachsen ist und die musikalischen Einflüsse mehr zur Geltung kommen lässt. Galten damals bereits unbestritten BLACK SABBATH als die einflussreichste Band, sind heute auch HAWKWIND und DEEP PURPLE prominent erkennbar, aber auch RUSH für die progressiven Momente der Musik von LEGEND. Wenn die Haworth-Jungs ihre Gitarren rocken lassen, dann fühlt man sich schon irgendwie in die späten 60er und frühen 70er zurückversetzt, wobei der moderne Anstrich dafür sorgt, dass keine Patina mitschwingt. Der typische Song hierfür ist bestimmt 'Paragon', wobei dieses Stück überhaupt für die Art von Musik von LEGEND steht.

Besondere Momente beschert einem die Stimme von Mike Lezala, der gerade bei den ruhigeren Passagen fast so etwas wie ein Gänsehaut-Gefühl vermittelt. Besonders ergreifend sticht da aufgrund des melancholischen Gesangs 'Halls Of The Dead' hervor, wobei auch 'Taste Of Life' eine ähnliche Wirkung erzielt. Beide Songs zählen natürlich auch zu den Highlights des Albums, das mit zwei alten und wieder neu eingespielten Stücken aufwartet. Zum einen hätten wir da 'Questions & Answers', eine Nummer von einem Demo-Tape, das die Band 1983 veröffentlichte. Zum anderen das bereits erwähnte 'Taste Of Life', dem man bereits damals die progressiven Strukturen entnehmen konnte, denn es stammt eigentlich vom Debüt-Album der Band. Gleichzeitig war dieser Song das erste Stück, das im Radio gespielt wurde und so für einen ergreifenden Moment für die Band sorgte. Doch auch heute erzielt dieses Stück noch seine Wirkung und das Quintett tat gut daran, diesen Song neu aufzunehmen.

"The Dark Place" ist ein Album mit Tiefgang, denn die Songs zünden einerseits auf Anhieb, können aber auch bei weiteren Umläufen noch mehr Energie entfalten. Schön ist, dass einige Stücke tatsächlich nachhaltig in den Gehörgängen haften bleiben, wobei ich neben den oben bereits erwähnten Stücken auch noch 'Red' in diese Liste mit aufnehmen möchte. Ich bin froh, dass LEGEND nicht einfach nur so ein Album rausgehauen hat, sondern sie haben "IHR" Album gemacht. Es weist deutliche Spuren der Bands auf, die ihre Einflüsse hinterlassen haben und sie haben es noch mit einer guten Prise NWOBHM und ein paar Spuren Prog gewürzt. Herausgekommen ist ein Album, dem ich heute vielleicht gar nicht mehr zugetraut hätte, dass diese Veteranen noch so eine Scheibe machen können, war das Thema LEGEND doch eigentlich schon beendet, bevor die Jungs auch nur Ansatzweise den Weg zur Legende hätten beschreiten können. Den Charme der 80er hat man dadurch erzielt, dass man sich an der damaligen Art, wie eine Platte aufgenommen wird, orientiert hat. Jeder Song wurde live gespielt, hier und da ein paar Overdubs und auch der Gesang wurde in mehreren Schritten aufgenommen. Die Herrschaften Lezala und Pete Haworth haben einiges richtig gemacht und ich hoffe, sie erhalten auch die Aufmerksamkeit, die diesem Album gebührt!


Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Dark Place
02. Red
03. Halls Of The Dead
04. The Watcher
05. Taste Of Life (New Recording)
06. Too Late To Be A Hero
07. Monster On The Street
08. Paragon
09. Burn With Your Demons
10. Questions & Answers (New Recording)
11. Play Your Game
Band Website:
Medium: LP
Spieldauer: 52:22 Minuten
VÖ: 30.08.2013

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