Invain - Aenigma

Review von Stormrider vom 27.04.2013 (3420 mal gelesen)
Invain - Aenigma Interessant! Dieses Adjektiv ist ja in vielerlei Hinsicht nutzbar. Man kann etwas wirklich interessant finden, man kann aber auch Dinge zu denen man nichts Schlechtes sagen möchte damit höflich umschreiben. "Ænigma" ist in der Tat interessant, und zwar im positiven Sinne. Die Mischung aus melodischem Death Metal, Black Metal, akustischen Versatzstücken und (seltenen) cleanen Vocals, und dazu der Einsatz von jeder Menge genrefremden Instrumenten und einer Handvoll Gastmusikern ist vielschichtig arrangiert, und dürfte dem Extremmetal-Lunatic ganz gut reinlaufen. Klar, für die bevorstehende Sommerparty eignet sich höchstens das balladeske, von Gitarren dominierte, 'Southern Shores', aber für Party ist das Album auch nicht gemacht. Wer sich alleine den (etwas zu) überlangen 'Track Culmination Of Enigma' anhört, wird mit Blastbeats, Midtempo-Groove-Riffs, Gitarren-Melodien und Gekeife und Gegrowle so dermaßen überfallen, dass man eine Weile beschäftigt ist, alles zu durchdringen. IN VAIN sind aber immer dann am besten, wenn sie es nicht zu sehr übertreiben, und nicht zu viel in einem Song unterbringen wollen. Hierfür eignet sich 'Hymne Til Havet' als gutes Beispiel. Dieser Song bringt alle Stärken der Norweger auf den Punkt. Aber die überlangen Stücke scheinen ein Steckenpferd zu sein, wie der Abschlusstrack 'Floating On The Murmuring Tide' zeigt, der dem zuvor genannten Longtrack nochmals an Abwechslungsreichtum überlegen ist.

Das dritte Album von IN VAIN ist wahrlich kein Album zum nebenbei anhören. Wer sich den Rundling auflegt, ohne dabei konzentriert zu bleiben, wird früher oder später einfach überrollt. Es fällt aber zum Glück nicht schwer, sich auf das Material zu konzentrieren, da es Überraschungen en masse gibt. "Ænigma" hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei der Extrem-Metal-Veröffentlichungen ab, bei denen sich die Tracks allzu oft nur durch die vergebenen Songtitel unterscheiden, und deren Produktion möglichst old-schoolig sein muss.

Fazit: Anspruchsvoll, abwechslungsreich und alles andere als massenkompatibel. IN VAIN ist ein Album gelungen, das bestimmt seine Verehrer finden wird, aber für die breite Masse zu sperrig und wenig eingängig sein dürfte, um die allzu häufig gut platzierten Scheuklappen zu umgehen.


Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Against The Grain
02. Image Of Time
03. Southern Shores
04. Hymne Til Havet
05. Culmination Of The Enigma
06. Times Of Yore
07. Rise Against
08. To The Core
09. Floating On The Murmuring Tide
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 59:23 Minuten
VÖ: 11.03.2013

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