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Manowar - The Lord Of Steel

Review von Elvis vom 20.10.2012 (2512 mal gelesen)
Manowar - The Lord Of Steel Was haben MANOWAR sich nicht die letzten Jahre alles anhören müssen! Von Ausverkauf bis Abgesang war alles dabei, was im Lager der Kings Of Metal jedoch schon zum guten Ton gehört. Die New Yorker polarisieren bekanntlich mächtiger als ihre größten Hymnen, und das nicht nur in der gesamten Metalszene. Nein, mittlerweile sind die Herren DeMaio, Adams, Logan und mittlerweile wieder Hamzik auch in den Kreisen ihrer Fans – man höre und staune! – doch ebenfalls ziemlich zwiespältig aufgenommen. Viel Kredit wurde trotz der nicht gerade als sonderlich tolerant bekannten Fans verspielt bzw. die Geduld doch ziemlich auf die Probe gestellt, insbesondere, was neues Material angeht. Umso größer war die Freude, als im Juni endlich nach etlichen Jahren das langersehnte neue Album "The Lord Of Steel" erschien. MANOWAR gingen dabei unkonventionelle Wege, denn der Vertrieb der sog. "The Lord Of Steel - Hammer Edition“ erfolgte zunächst nur digital und physisch lediglich in einer stark limitierten Auflage als Beilage zu einer Sonderausgabe des britischen „Metal Hammer“. Und schon geschah, was an sich unvermeidbar war – wieder einmal schieden sich die Geister. Neben zahlreichen Lobeshymnen irritierten ein sehr präsenter, ziemlich verzerrter Bass, ein rohes, nahezu unfertig wirkendes Songwriting und zahlreiche Fadeouts doch auch etliche Fans und manchen Kritiker. Allgemein Anklang fand zumindest recht durchgehend die wieder einmal ausgezeichnete Gesangsleistung seitens Eric Adams und das ansonsten doch variablere und melodischere Bassspiel von Joey himself. Wer mag, kann meine Kritik schlichtweg hier nachlesen.

Sei es nun wegen der teilweisen Kritik oder aus vertriebstechnischen Gründen, der Release der regulären Retail-Version von "The Lord Of Steel“ verschob sich immer weiter nach hinten, ausführliche Erklärungen von Joey DeMaio ließen jedoch nicht auf sich warten. Neben einem obligatorischen Ken Kelly-Cover als Blickfang sollte die Fans und Kritiker im Oktober nun ein nahezu neues Album erwarten, welches sich deutlich von der „Hammer Edition“ unterscheiden sollte. Joey bemühte hier zuletzt den Vergleich bei Filmen in alternativen Fassungen bzw. eines Director’s Cuts. Zudem sollte noch ein weiterer neuer Song namens 'The Kingdom Of Steel’ den Weg auf's Album finden, den man kurzerhand noch einspielte. Joey geizte gewohntermaßen nicht mit großen Worten, aber das ist nun mal auch die Tradition, oder? Tja, der große Tag ist nun gekommen, "The Lord Of Steel“ steht tatsächlich in den Läden – haben MANOWAR dem Album den letzten Feinschliff verpasst oder tatsächlich gar ein neues Opus eingespielt?

Um das Ergebnis vorwegzunehmen, MANOWAR haben in der Tat nicht zu viel versprochen, denn mit der „normalen“ Version von "The Lord Of Steel“ dürften die Kritiken seitens der Fans nun deutlich positiver ausfallen. Grundsätzlich klingt die gesamte Produktion nun wieder nach den gewohnten Kings Of Metal, ohne dabei zu sehr poliert zu sein. Joeys Bass ist endlich wieder da, wo er für die meisten Fans und Kritiker hingehört, weswegen der Gesamteindruck auch längst nicht mehr so roh ist. Auch am Songwriting wurde an zahlreichen Stellen gefeilt und der Feinschliff tut dem Material auch sehr gut. Vorbei die teils irritierenden Fade-Outs, vorbei das gelegentlich nicht ganz zu leugnende Gefühl, hier läge ein unfertiges Produkt vor. Ich muss sagen, dass mir ausnahmslos alle Songs in der Retail-Version deutlich besser gefallen und auch die teils eher sperrigen Songs nun deutlich besser goutierbar sind. Insgesamt ist "The Lord Of Steel“ nun deutlich runder und wirkt schlichtweg ausgereift und nicht mehr roh. Die Energie der Band ist dennoch geblieben, weswegen das Album in der Gesamtbetrachtung auch noch ein deutliches Schippchen drauflegen kann. 'The Kingdom Of Steel’ ist leider kein weiterer Nackenbrecher oder Mid-Tempo-Song geworden, sondern eine wirklich gute, epische Ballade, die im Gesamtkontext der Band zwar nicht direkt die Spitzenposition einnehmen kann, aber z.B. Songs wie 'Father’ locker auf die Plätze verweist. So oder so jedenfalls eine gute Ergänzung des Albums, auch und gerade für Besitzer der „Hammer Edition“. Das Ken Kelly-Frontbild wirkt zwar teils ein bisschen mit Selbstzitaten durchsetzt (man vergleiche vor allem das Cover von "The Triumph Of Steel“), macht aber wie gewohnt doch einiges her und wird auf Merchandise sicherlich eine ausgezeichnete Figur machen.

Sei es nun, dass MANOWAR tatsächlich (so böse Zungen in Fankreisen, teils auf der Listening Session in Belgien vorab basierend) einen Rohmix vorab veröffentlicht haben oder sich doch schlichtweg nur an den offenbar anderen Vorstellungen vieler Fans (neu)orientiert haben: "The Lord Of Steel“ ist in der Handels-Version deutlich mehr die bekannten MANOWAR als die „Hammer Edition“. Traditionsbewusste Fans werden hier ebenso glücklich werden wie vor allem die Fans der neueren Alben. Sind die Kings Of Metal hier vor der Kritik eingeknickt oder war es doch nur eine künstlerische Entscheidung? Wir werden es wie so viele offene Fragen aus dem Dunstkreis der enigmatischen Muskelkrieger wohl nicht definitiv erfahren, aber auch 2012 ist am Ende MANOWAR drin, wo MANOWAR draufsteht. Und das ist letztlich auch gut so! Mit den Kings of Metal ist wieder deutlich zu rechnen, und hoffentlich kommt schneller wieder neues Material als im Rhythmus der letzten Jahre.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. The Lord Of Steel
02. Manowarriors
03. Born In A Grave
04. Righteous Glory
05. Touch The Sky
06. Black List
07. Expendable
08. El Gringo
09. Annihilation
10. Hail, Kill And Die
11. The Kingdom Of Steel
Band Website: www.manowar.com
Medium: CD
Spieldauer: 50:00 Minuten
VÖ: 19.10.2012

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