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Headspace - I Am Anonymous

Review von Warlord vom 03.07.2012 (1670 mal gelesen)
Headspace - I Am Anonymous Hier haben wir es mit dem ersten Album aus einer Zusammenarbeit von Adam "Son of Rick" Wakeman und Damian Wilson (THRESHOLD) zu tun. Man vermutet "Prog-Metal" und liegt (beinahe) richtig. Gleich zu Anfang der Band-Bio werden die Einflüsse zitiert und wen wundert's, ja, die Namen YES, GENESIS, RUSH und DREAM THEATER tauchen da auf. In kurzen, ruhigen Passagen erinnert Wilson (es kommen noch die typischen Harmonien dazu) tatsächlich an Jon Anderson (Ex-YES). Ansonsten wird hier (an sich wenig) progressiver Hardrock/Metal der melodiös-schlichten Art geboten. Die Drums klingen merkwürdig dünn und die Gitarre brettert auch mal des öfteren simple Singlenote-Riffs der Marke John Petrucci. Unbekümmert werden die bekannten Pfade breitgetrampelt, die Songs sind von Beginn an langatmig und bieten wenig Überraschungen. So kommt ein biederer Hardrocker wie 'Fall Of America' plötzlich auf über zehn Minuten. Adam Wakeman mag ein guter Keyboarder sein, immerhin spielt er in OZZYs Band. Als Komponist verharrt er in einfachsten Harmonien, ein paar schnelle Gitarren- und Keyboard-Linien machen eben noch keinen Prog, wenn der Rest mit drei oder vier Akkorden gestrickt ist. Die ruhige Piano-Ballade 'Soldier' ist das kürzeste Stück, geht in Ordnung, hinterlässt aber wie der Rest ein klebriges Gefühl. Die Versuche, schwer riffende DREAM THEATER (inklusive Gitarrenquietschen) mit ein bisschen MARILLION light und Schmalz zu kreuzen, gehen ziemlich schnell auf die Nerven. Zu mehr fehlt einfach auch die Produktions-Power, Richard Brook ist kein Mike Portnoy, dazu klingt das Zusammenspiel der Band nicht organisch, da vermutlich in getrennten Aufnahmeräumen entstanden. Stellenweise wirkt das wie bei einer Amateurband, die versucht, dem großen Vorbild nachzueifern. 'In Hell's Name' beginnt mit einer Kirchenorgel(!), Wilsons Stimme ist zwar ordentlich, er hat aber nichts Unverwechselbares, über drei Minuten singt er mit der Orgel, bis wieder (gähn) ein DREAM THEATER-Riff hereinpoltert. Beim längsten Song, 'Daddy Fucking Loves You', darf Gitarrist Pete Rinaldi zu simpelsten Harmonien in die Akustische greifen. Die Nummer schleppt sich zu einem monotonen Refrain, bevor - richtig - das Traumtheater von neuem beginnt. Man versucht sich an "vertrackten" Parts, die aber, ich wiederhole mich hier leider, so langweilig und matschig klingen, dass einem die DREAM THEATER-Werke der vergangenen zehn Jahre plötzlich allesamt wie Prog-Meilensteine vorkommen. Es folgen noch zwei Nummern, jeweils um die neun Minuten, gefüllt mit konstruiertem Prog, der doch gar keiner ist und ich merke gerade, dass mir diese guten 70 Minuten meines Lebens auch keiner mehr zurück gibt.

Fazit: Dieses Album stinkt. Nach außen wie eine Hochglanz-Produktion zweier doch recht bekannter "Prog"-Akteure wirkend, geht hier in Wirklichkeit gar nichts voran. Hier haben wir es mit einer völlig anspruchs- und lieblosen Amateurproduktion zu tun, wahrscheinlich nebenher auf dem Computer produziert, um mit den semigroßen Namen den Markt zu bedienen. Ich habe selten eine so einfallslose Vorstellung guter Musiker gehört, Bassist Lee Pomeroy spielte immerhin schon mit Steve Hackett und Papi Rick, aber man hört ihn auch kaum, außer während zweier Bass-Intros, die sich gleichen wie zwei Überraschungseier. Aber wie sagt Adam doch im launigen Bandinfo zur Entwicklung des Sounds der Band angesichts offensichtlicher Prog-Orientierung der beteiligten Musiker so schön: "Ich habe keine Ahnung, wen wir da anfangs auf den Arm nehmen wollten". Mich jedenfalls nicht. Progressiv ist das nicht, und wie man mit kleinem Budget ordentlich aufnimmt, zeigen die ungleich besseren Alben von AFFECTOR und PIGEON TOE. An Gnadenpunkten gibt's jeweils einen für die Verdienste von OZZY und Papa Rick, plus einen für die handwerklichen Fähigkeiten, die dieses Machwerk immerhin noch knapp vor die COILGUNS hieven.

Gesamtwertung: 3.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Stalled Armageddon
02. Fall Of America
03. Soldier
04. Die With A Bullet
05. In Hell's Name
06. Daddy Fucking Loves You
07. Invasion
08. The Big Day
Band Website: www.headspaceonline.com
Medium: CD
Spieldauer: 73:39 Minuten
VÖ: 21.05.2012

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