Wig Wam - Wall Street

Review von Gravedancer vom 24.05.2012 (3617 mal gelesen)
Wig Wam - Wall Street In den 80ern erfreute sich Glam Metal großer Beliebtheit. Bands wie MÖTLEY CRÜE, CINDERELLA, POISON oder BRITNY FOX (um nur ein paar zu nennen) schossen Anfang bis Ende der 80er wie Pilze aus dem Boden. Doch wie diese Dekade vorbei ging, so verschwand der Glanz des Glam Metals beinahe abrupt mit dem Beginn der 90er und nur wenige Bands vermochten es, weiterhin mehr oder minder erfolgreiche Alben zu veröffentlichen. Nachdem seit der Jahrtausendwende eine Retro-Thrash-Welle durch den metallischen Ozean zog, haben wir es nun auch zunehmend mit jungen Bands zu tun, die den Sound des Glam Metals wieder aufleben lassen möchten. WIG WAM gehören sicherlich mit zu den ersten, die den 80's Spirit in das neue Jahrtausend befördern wollten. So haben sie seit 2004 immerhin schon vier Alben veröffentlicht und konnten sich bereits beim Eurovison Song Contest 2005 in Kiew einem breiten internationalen Publikum erfolgreich vorstellen.

Mit "Wall Street" liegt hier nun der fünfte Output einer Band vor, die es versteht, den Zuhörer mit sehr viel Abwechslung zu begeistern. Der Opener, der zugleich Titelsong ist, stellt sogleich den ersten Höhepunkt dar. Ein stampfender Midtempo-Song, der vor allem im Chorus-Teil zu überzeugen weiß und mich an frühe WINGER erinnert. 'OMG (Wish I Had A Gun)' klingt vor allem zu Beginn sehr ähnlich, sodass der Song für mich etwas unglücklich platziert wirkt, aber vielleicht ist das auch so gewollt. Dennoch kann man mit diesem Song bereits den zweiten Hit verbuchen. 'OMG' zeichnet sich durch fette Riffs und einem erneut starken Chorus, der sofort ins Ohr geht, aus. Leider wird es schon bei 'Victory Is Sweet', eine Ballade, die mich nicht so recht zu überzeugen vermag, etwas langweilig. Glücklicherweise hebt man die Stimmung mit 'The Bigger The Better' gleich wieder ordentlich an. Der Song ist ein typischer Party-Rocker und erinnert mich ein wenig an WARRANT. Irgendwie schafft es die Band, mit jedem Stück andere Emotionen beim Hörer zu wecken. Denn während 'Bleeding Daylight' im gehobenen Midtempo eine gewisse Melancholie ausstrahlt, so kommt mit 'Tides Will Turn' bereits die zweite Ballade. Obwohl ich eigentlich kein großer Balladen-Fan bin, hat die es mir tatsächlich ein wenig angetan. Diese Paradeschnulze hätte beachtliches Pontential, um ein Charthit zu werden. Man müsste sie freilich als Single auskoppeln und einen teuren Videoclip dazu drehen. Aber ganz im Ernst, neben einer grandiosen Gesangsleistung, einem erneut mitreißenden Refrain, zaubert uns Gitarrist Teeny auch noch ein geiles Solo rein. Ich bin begeistert. Aber nun ist es auch erst einmal genug der ruhigen Töne. Obwohl 'Wrong Can Feel So Rright' mit ausschließlich akustischen Rhythmusgitarren daherkommt, macht das Stück keinen balladesken Eindruck. Gesanglich wie musikalisch erinnert mich der Song sehr stark an MR.BIG. Bei 'One Million Enemies' und 'Try My Body On' packt man dann aber endlich wieder ein paar fette Riffs aus, sodass man die Genrebezeichnung Glam METAL auch wirklich durchgehen lassen kann. Der absolute Oberhammer ist schließlich 'Natural High'! Etwa eine Homage an die Southern Rock Götter LYNYRD SKYNYRD? Beim Mainriff muss ich jedenfalls sofort an 'Sweet Home Alabama' denken. Dieses Ding, das tatsächlich im Stile LYNYRD SKYNYRDs oder auch MOLLY HATCHETs daherkommt, wäre der perfekte Rausschmeißer gewesen. Das Schlusslicht bildet allerdings die meiner Meinung nach eher überflüssige Instrumentalballade 'Things Money Can't Buy',...schade.

Fazit:

WIG WAM bestechen auf "Wall Street" mit unglaublichem Abwechslungsreichtum, zahlreichen mitreißenden Refrains und ganz wenigen Ausfällen ('Victory Is Sweet', Things Money Can't Buy'). Bemerkenswert ist auch das stimmliche Spektrum von Sänger Glam, der mal verdammt nach Matt Sinner klingt ('OMG', 'One Million Enemies'), dann sogar Ähnlichkeiten mit Eric Martin ('Wrong Can Feel So Right') oder Klaus Meine ('Try My Body On') zulässt. Wer also Glam Metal oder auch traditionellen Heavy Metal als seine favorisierten Genres benennt und sich so viel Abwechslung zutraut, sollte bei "Wall Street" durchaus mal ein Ohr riskieren.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Wall Street
02. OMG (Wish I Had A Gun)
03. Victory Is Sweet
04. The Bigger The Better
05. Bleeding Daylight
06. Tides Will Turn
07. Wrong Can Feel So Right
08. One Million Enemies
09. Try My Body Out
10. Natural High
11. Things Money Can't Buy
Band Website: www.wigwam.no
Medium: CD
Spieldauer: 41:43 Minuten
VÖ: 18.05.2012

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten