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Infernal Overdrive - Last Rays Of The Dying Sun

Review von Warlord vom 28.03.2012 (1643 mal gelesen)
Infernal Overdrive - Last Rays Of The Dying Sun Die Info zur Platte liest sich schon mächtig interessant. Leider auch ein wenig sperrig und auf den ersten Blick nicht ganz verständlich, zumindest für Normalsterbliche mit überdurchschnittlichen Englischkenntnissen, wie den Autor dieser Zeilen. Es geht um die Band und deren Leader Marc Schleicher. Er ist anscheinend in vielen Kapellen aktiv, die zumindest in Germany keiner kennt (CRACKTORCH, QUITAINE AMERICANA, ANTLER). Sein Bruder Keith bedient den Bass und begleitet werden die beiden von einem anderen höllischen Duo, nämlich "by the all-powerful Mike Bennett and Rich Miele of LOUD EARTH". Mein Mund wird schon mal ganz wässrig und ich höre gespannt rein.

Los gehts mit 'I-95'und harten, etwas schrägen Rockriffs, einem entspannten Beat und angenehm natürlichem Sound. 'The Edge' erinnert zu Beginn an eine schnelle AC/DC-Nummer. Da ist Rock'n'Roll drin, spätestens im kurzen Gitarrensolo. 'Duel' ist ein Midtemposong, wieder mal mit schöner Gitarrenarbeit und eher (Hard) Rock. Der Gesang ist eigentlich keiner, unser Marc spricht mehr, das ergibt aber in meinen Ohren etwas durchaus interessant Eigenständiges. Wie auch auf den vorigen Titeln bekommt er oft Unterstützung, die wackeren Mitstreiter shouten im Chor mit. Gute Nummer mit Fake-Live-Schluß, nice! 'Cage' hat ein 'Foxy lady'-HENDRIX-Gedächtnisriff und ist genauso verschroben wie seine Vorgänger, wenn auch nicht ganz so inspiriert. Das wilde Gitarrensolo lässt aber nochmal kurz aufhorchen.

Schnell die zweite Seite aufgelegt (haha, kleiner Scherz für die Vinylfreunde), 'Deported to Jersey' erklingt. Dazu ein kurzer Auszug aus dem famosen Promotext:

"Armed with their wits, New Jersey dialect and a passion for surviving the likes of the Tall Man, flying orbs, giant sharks, the Turnbull AC's and an occasional family of albino zombies, INFERNAL OVERDRIVE will be coming to an area near you soon. Can you dig it?"

Natürlich "can" das der Warlord, aber hallo! Ursprünglich war das hier als Kurzreview gedacht, aber die Scheibe macht mir so viel Spaß, dass ich einfach mal die altmodische Track-by-Track Besprechung beibehalte. Hat mir damals so gut gefallen, als Rock Hard und Metal Hammer noch unprofessionelle Heftchen für junge Metaller waren und sich an seriösem Rockjournalismus der Marke Sounds und Musikexpress versuchten. Vor dem Krieg war das und ich schweife ab. 'Electric Street Cred' hat wieder ein Singlenote-Riff, überrascht bei der rockigen Strophe mit putzigen Obertönen in Gesang und Gitarren bevor Marc wieder den Gitarrenhelden gibt. Im Anschluß ertönt sogar noch ein Schlagzeugsolo als Bonus. Wow. Wann gab's das zuletzt auf einem Hardrockalbum? 'Rip it out' könnte man fast als Single auskoppeln. Wenn INFERNAL OVERDRIVE eine bekannte Rockband wären und nicht eine schrullige Combo von musikbegeisterten Hells-Angels-Hangarounds, dann könnte man ein Video von 'Rip it out' machen und sie im Vorprogramm von MOTÖRHEAD auf Tour gehen lassen. Oder von MANOWAR. Hat nichts mit der Musik, sondern mit der Attitüde zu tun. 'Motor' schließt dieses Konzeptwerk über V8 Motoren konsequent mit einem BLACK SABBATH-Gedächtnisrocker ab, ganz ohne OZZY-Gesang und mit Groove, entspannt, heavy, mit längerem Instrumentalteil, der erst schnell und leicht technisch und dann völlig 70s wird. Die vier Haudegen geben nochmal alles. Ein echtes Epos haben sie da an den Schluss gesetzt, von dem sich manche "Doom"- "Stoner"- oder andere "ich spiele langsam, laut und vor allem ewig"-Combos eine Riesenscheibe abschneiden könnten.

Fazit: Aus Spaß bestelle ich hier eine Platte zur Rezension, die "grenzwertig altrockig" sein soll und erhalte eine Wundertüte. Aus einem Kurzreview wird eine euphorische Track-by-Track-Oldschool-Besprechung, und das ist auch die einzige Möglichkeit, dieser begnadeten Platte gerecht zu werden. Vielleicht kühlt meine Leidenschaft beim zweiten Hören ab. Dann bleibt aber trotzdem der erste Eindruck, auf dem diese Kritik beruht, und der ist ja meist der beste ist. Das ist wie beim Kennenlernen von Menschen zu sagen wir 70 Prozent entscheidend. Deswegen lass' ich mir bei der Punktewertung noch etwas Luft nach oben. Geile Scheibe, rockig, Oldschool, man riecht den Schweiß, musikalisch/technisch einwandfrei (ok, der Sound ist natürlich kein HIFI) und dazu noch mit einigen eigenen Ideen. Dringende Empfehlung für ALLE Metaller mal reinzuhören, sonst verpasst man ein kleines authentisches Juwel der handgemachten Musik, das in diesen Zeiten der oft doch etwas sterilen Computerproduktionen umso wertvoller sein sollte. Zum Abschluss noch ein passendes Zitat aus dem Promotext:

"They journey in the last of the V8 interceptors, proving themselves worthy of the Small Stone pedigree. Forces to be reckoned with on their own, as a group their wonder team powers activate to kick into Infernal Overdrive." (alles exakt ohne Veränderung geguttenbergt!)

Hell yes, I dig it!

P.S. Das Cover ist entgegen anderslautender Meinung nicht von Kindern für Kinder, sondern die fast schon geniale Umsetzung des Textkonzepts: V8 gegen den Teufel! Oder besuchen die bösen Buben etwa ihren lieben Onkel? Passt jedenfalls wie der A... auf den Eimer. Punkt.


Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
1 I-95 Infernal Overdrive 3:33
2 The Edge Infernal Overdrive 3:52
3 Duel Infernal Overdrive 5:10
4 Cage Infernal Overdrive 5:48
5 Deported To Jersey Infernal Overdrive 4:51
6 Electric Street Cred Infernal Overdrive 5:34
7 Rip It Out Infernal Overdrive 3:30
8 Motor 13:44
Band Website: www.myspace.com/infernaloverdrive
Medium: CD
Spieldauer: 46:02 Minuten
VÖ: 30.03.2012

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28.03.2012 Last Rays Of The Dying Sun(8.5/10) von Warlord

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