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Placenta - Replace Your Face

Review von Wulfgar vom 15.10.2011 (3833 mal gelesen)
Placenta - Replace Your Face Eine junge Berliner Band mit dem geburtsfreudigen Namen PLACENTA hat unlängst ihr 3. Album mit dem grandiosesten Titel des Quartals, "Replace your Face", rausgebracht. Mooooment mal! Das ich Reviews aus der schönen Hauptstadt kriege, kommt ab und zu vor. Das die Musik, die mich von dort erreicht sehr gut ist, soll auch schon vorgekommen sein. Aber das jetzt auch noch ein Deathcore-Brett vor dem Herrn dabei sein muss, überfordert mich temporär. Warum, mag man sich fragen? Ganz einfach: Ich war bis eben noch felsenfest davon überzeugt, dass dieses Metalgenre zu jenen zählt, ohne das man auf dieser Welt nichts versäumt hätte. Und jetzt krieg ich so eine musikalisch und unterhaltungstechnisch hochwertige Scheibe zum Review. Das ist doch nicht fair! (Mal ehrlich, wer lässt sich schon gerne eines Besseren belehren?!?) Nun gut, Ego beiseite, es ist wie es ist und ich muss mich damit arrangieren.

Zur Sache, PLACENTA liefern eine vordergründig ultra-zornige Scheibe, die klar von astreinem Core-Growl und fies vor sich hin bretternden Riffwänden lebt. Soviel zu den ersten ohrenscheinlichen Eindrücken. Lässt man das Gebretter kurz einwirken, erkennt man immer mehr die leicht unterschwelligen Melodiephasen und die technischen Spielereien, die hier verbaut wurden. Und dann lässt der Schreihals auf einmal lupenreine Clean-Vocals erklingen, und auch die Saitenfraktion liefert auf einmal filigrane Melodie statt sattem Geballer. Und auch eines der gefährlichsten Riffe in solchen musikalischen Gewässern (das heillose Instrumenten-Durcheinander) wird gekonnt umschifft. Alles wirkt straightforward und wie aus einem Guss. Zusammengefasst ist alleine das schon aller Ehren wert. Nimmt man aber das Booklet zur Hand und liest sich die Texte durch, ist es vollends rum mit der Beherrschung. Einen Metalsong darüber zu schreiben, wie ein Vater nebst dazugehöriger Tochter diskutieren, ob sie ein Pferd zum Geburtstag kriegt, zeugt entweder von galoppierendem (muhaha) Wahnsinn oder einer verflucht großen Portion Humor.

Was soll ich sagen, dafür dass ich dieses Genre nie so recht für voll nehmen konnte (und wollte) wurde mir heute eine ordentliche Lektion erteilt. Ab jetzt wird sich jede Deathcore Scheibe die ich reviewe, hieran messen lassen müssen. Eine saugeile Scheibe, die sich nur leichte Abzüge in der B-Note gefallen lassen muss, weil die exzessiv eingesetzten Core-Growls sich zu schnell abnutzen, da wäre ein klein bisschen mehr Variabilität angebracht. Ansonsten aber gibt es nichts zu meckern.
Als dann, bis zum nächsten Review Metalheads. Cheers, euer Wulfgar.


Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. All Things Runnable
02. I Ain't No Horse
03. Who Am I
04. Dyonisos Is Dead
05. Bella Fruit Verona
06. Vip Out
07. Coca At The Cockloft
08. Septopus
09. Femme Digitale
10.Replace Your Face
11.This Is The Real Deal
Band Website: www.placentametal.de
Medium: CD
Spieldauer: 45:29 Minuten
VÖ: 30.09.2011

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