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Pro-Pain - 20 Years Of Hardcore

Review von Opa Steve vom 03.09.2011 (2973 mal gelesen)
Pro-Pain - 20 Years Of Hardcore So schnell geht die Zeit rum! PRO-PAIN haben tatsächlich schon 20 Jahre auf dem Buckel - behaupten sie jedenfalls, und sind dabei ein wenig .... ähem .... zu früh gekommen. Eigentlich darf man das Jubiläum, wenn man sich denn streng an die Chronisten hält, erst nächstes Jahr begehen. Aber was soll's - da der Sommer dieses Jahr ausgefallen ist, befinden wir uns ja schon seit Wochen im Dauerherbst, und da ist das nächste Jahr auch nicht mehr weit.

So bieten PRO-PAIN auf dem proppevollen Album, zu dem es auch eine DVD geben wird, fein säuberlich gegliedert diverses Material vor verschiedenen Hintergründen. Nämlich neue Songs, Neueinspielungen, und noch einen Batzen Livematerial. Die neuen Songs stehen am Anfang der Scheibe; eröffnet wird diese durch das überraschend gemäßigte und melodiöse 'Damnation', welches gar nicht mal so nach Straße klingt wie das bekannte Material der New Yorker. Der Metal/Punk-Mix 'Hands In The Jar' geht hier schon angepisster zur Sache, und das kurze 'Someday Bloody Someday' vertritt die hymnische Hardcore-Richtung, ist aber für die Spieldauer erstaunlich erwachsen und abwechselungsreich. Der letzte neue Song, 'True Liberation' kommt leider nicht ganz so richtig aus dem Senf, so dass man geneigt ist, schnell zu den Neueinspielungen zu skippen. Diese legen den Schwerpunkt auf die Neunziger in Form der Alben 'Contents Under Pressure' und 'The Truth Hurts'. Insgesamt haben die 2011er Versionen den Sound schmackhafter gemacht, indem die grelle Distortion etwas reduziert, dafür aber sauberer produziert wurde. Wer jetzt glaubt, dass die Songs dadurch an Eiern verloren haben, der irrt sich, denn der neue Sound klingt einfach druckvoller, und außerdem wurde jedem Song noch ein Tick mehr Speed verpasst. Gerade 'Foul Taste Of Freedom' profitiert davon, denn die neue Version klingt wesentlich "vollständiger" als das alte Original. Aber auch In-Die-Fresse-Titel wie 'Denial' wurden in der neuen Version aufgewertet.

Nach der ONKELZ-Coverversion 'Keine Amnestie für MTV', welches weit vom Druck des Originals entfernt bleibt, folgen noch über ein Dutzend Live-Songs, die auf einem tschechischen Konzert mitgeschnitten wurden. Hierbei keimt der dumpfe Verdacht, dass hier gewaltig im Studio getrickst wurde. Während jedem Song hört man das Publikum unentwegt schreien (was allein schon unnatürlich ist und eine Background-Schleife vermuten lässt). Und trotz des permanenten Publikumsgeräuschs bleiben die Instrumente über Kopfhörer sauber getrennt, was bei starker Hallenakustik eigentlich unmöglich ist. Man hätte sich doch entscheiden sollen, ob man nun authentische Club-Atmosphäre oder den bestmöglichen Lineout-Mix des Pults haben möchte. Beides zusammen, und dann noch unter der übertriebenen Dauer-Publikumeinspielung, wirkt inhomogen. Insgesamt klingen die Live-Songs rauer als das Studio-Material, was eigentlich normal ist, aber man hätte dem Mix wesentlich mehr Pfund im Bassbereich verpassen können, um den Druck eines echten Gigs wiederzugeben. Die Songs selbst spiegeln natürlich die Aggression eines Hardcore-Gigs wieder, denn sie brettern deutlich ungehobelter aus den Boxen, und es gibt auch keine großartigen Ansagen, sondern Klopper folgt auf Klopper. Besonders gelungen sind hierbei 'Three Minutes Of Hate', 'No Way Out', 'The Shape Of Things To Come' und 'All For King George' mit seinem geilen Singalong.

Insgesamt eine nette Zusammenstellung für PRO-PAIN Fans, aber auch eine gute Gelegenheit für Neueinsteiger, sich mit PRO-PAIN mal querbeet auseinanderzusetzen. Das DVD-Material war leider kein Bestandteil der Sichtung, aber wenn dieses gut geschnitten und von ordentlicher Qualität ist, wäre das noch das Sahnehäubchen auf der Scheibe. Die hinzugemischte Publikum-Dauerrotation hätte man sich bei den Live-Aufnahmen sparen können und einige alten Stiernacken-Stampfer sind nicht gerade sonderlich innovativ, aber ansonsten ist diese Scheibe ein gelungenes Paket.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Damnation
02. Hands In The Jar
03. Someday Bloody Someday
04. True Liberation
05. Foul Taste Of Freedom
06. Make War (Not Love)
07. Denial
08. Shine
09. Keine Amnestie für MTV (Böhse Onkelz Cover)
10. Unrestrained (Live In Brno (CZ))
11. Three Minutes Hate (Live In Brno (CZ))
12. Can You Feel It (Live In Brno (CZ))
13. UnAmerican (Live In Brno (CZ))
14. Neocon (Live In Brno (CZ))
15. No Way Out (Live In Brno (CZ))
16. F*ck It (Live In Brno (CZ))
17. Draw Blood (Live In Brno (CZ))
18. The Shape Of Things To Come (Live In Brno (CZ))
19. In For The Kill (Live In Brno (CZ))
20. Let The Blood Run Through The Streets (Live In Brno (CZ))
21. Foul Taste Of Freedom (Live In Brno (CZ))
22. All For King George (Live In Brno (CZ))
23. Destroy The Enemy (Live In Brno (CZ))
Band Website: www.pro-pain.com/
Medium: CD
Spieldauer: 78:09 Minuten
VÖ: 26.08.2011

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