Gräfenstein - Skull Baptism

Review von Jukebox vom 20.12.2010 (5205 mal gelesen)
Gräfenstein - Skull Baptism Von GRÄFENSTEIN hab ich bisher tatsächlich noch nie etwas gehört, und das obwohl die Pfälzer mit dem vorliegenden "Skull Baptism" bereits ihr drittes Album auf den Markt werfen. Und auf diesem kann man der Band tatsächlich ein Stück weit eine gewisse Eigenständigkeit zusprechen. Die Musik kann man zwar an sich ganz klar als Black Metal bezeichnen, doch mischt sich hier und da auch eine ordentliche Portion Thrash in die Kompositionen und vermischt sich mit den teils melancholischen und hypnotischen Melodien zu einem außergewöhnlichen Gesamtwerk.

Der Opener 'Essence of Chaos' lässt zu Beginn schon mal keine Fragen offen wo die Reise hingehen soll: dieser Song macht mit seiner puren Raserei schon mal alles platt, und das fiese Gekeife von Frontmann und Gitarrist Greifenor frisst sich sofort im Kopf fest. Das Stück langweilt aber nicht mit purer Geschwindigkeit, sondern sorgt mit den gut durchdachten und umgesetzten Breaks und Tempowechseln für reichlich Abwechslung, genau wie es auch bei allen anderen Songs des Albums der Fall ist. Das folgende 'Halls of Dawn' ist für mich dann auch schon das Highlight der knapp vierzig Minuten des Albums: die Struktur des Songs ist zwar sehr simpel, aber gerade dadurch wirkt das Stück so hypnotisch und eingängig. Spielerisch ist das hier sicher kein Meisterwerk, aber GRÄFENSTEIN zeigen einmal mehr, dass Weniger oft Mehr ist, und dass sich gerade straightere Riffs und Melodien sehr schnell festfressen können.

GRÄFENSTEIN schaffen es über die gesamte Albumlänge, spielerische Raserei, Boshaftigkeit, Groove und Eingängigkeit so miteinander zu verbinden, dass es zu keiner Zeit aufgesetzt und langweilig wirkt. Die Scheibe wirkt sehr lebendig, wenngleich der Gesang von Greifenor mit der Zeit auch etwas monoton klingt, dafür aber um so boshafter und teilweise erschreckend fies daher kommt.

Insgesamt muss man hier von einem wirklich gutklassigen Album sprechen, welches gut durchdacht wurde und nicht einfach nur puren 08/15-Black Metal bietet. Die eingesprenkelten Trashparts sorgen für ordentlich Druck und animieren zum Bangen, und auch die Produktion und der Sound machen Spaß. Mit den leicht depressiven und melodischen Parts kommt auch die Atmosphäre nicht zu kurz, so dass einem hier eigentlich alles geboten wird, was das Black Metal Herz begehrt. Klasse Scheibe einer Band, von welcher man hoffentlich in Zukunft mehr hören wird.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. Essence Of Chaos 3:51
2. Halls Of Dawn 5:57
3. Inhale Nonentity 5:05
4. Vermin 3:03
5. Everlasting Moribund 4:25
6. Dead End 3:20
7. Monarch Of Scorn 3:52
8. Acherontic Temple 3:57
9. Icon Of Sin 6:06
Band Website: www.myspace.com/grafenstein
Medium: CD
Spieldauer: 39:36 Minuten
VÖ: 12.11.2010

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