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Lita Ford - Wicked Wonderland

Review von Elvis vom 18.11.2009 (2958 mal gelesen)
Lita Ford - Wicked Wonderland LITA FORD machte sich in den 70er und 80er Jahren einen nahezu legendären Namen als weibliche Hard Rock-Ikone. Nachdem sie u.a. mit JOAN JETT als Gitarristin bei den rein weiblichen THE RUNAWAYS einige Türen für weibliche Rockmusikerinnen, die in den 80ern folgen sollten, geöffnet hatte, begab sie sich wie ihre ehemalige Bandkollegin auf Solopfade. Neben zahlreichen Eskapaden, die deren ihrer männlichen Kollegen in nichts nachstanden, produzierte die nunmehr auch singende Blondine eine erfolgreiche Mischung irgendwo zwischen Hard Rock und Pop Metal, die ihren kommerziellen Höhepunkt mit dem Album "Lita" und den beiden Hits 'Kiss Me Deadly' und 'Close My Eyes Forever' (im Duett mit Ozzy Osbourne) erreichte. Mitte der 90er Jahre - das Business hatte sich bekanntlich zu diesem Zeitpunkt (nicht unbedingt zum Guten) gewandelt - kehrte sie, frisch verheiratet mit Ex-NITRO-Gesangswunder JIM GILLETTE, der Musikwelt den Rücken. Die junge Familie wurde um zwei Söhne erweitert und lebte seitdem auf einer abgeschiedenen Insel vor der Golfküste der USA. Nachdem 2006 das Duett 'I'll Be Home For Christmas' auf TWISTED SISTERs "A Twisted Christmas" (Sänger DEE SNIDER ist ein langjähriger guter Freund der Familie) als ein zaghaftes musikalisches Lebenszeichen - sogar mit einem Video verbunden - den krassen Wechsel zur Hausfrau und Mutter durchbrach, folgte nach einigen Konzerten im letzten Jahr nun eine volle Tour und ein brandneues Studioalbum.

Anno 2009 entführt LITA FORD uns nun ins "Wicked Wonderland" und es kann gleich zu Beginn mit dem Opener 'Crave' schon festgestellt werden: mit poppig angehauchten, keyboardschwangeren Titeln wie 'Kiss Me Deadly' hat das alles vordergründig nicht mehr viel gemeinsam. Die in starker Zusammenarbeit mit Ehemann JIM GILLETTE entstandene Platte geht nämlich ganz und gar nicht mit aufgewärmten Rezepten auf Nummer sicher, sondern präsentiert stattdessen eine deutlich zeitgemäßer angehauchte Musik. "Wicked Wonderland" ist ganz klar die härteste Platte geworden, die LITA je aufgenommen hat. Das frevlerisch-verruchte Wunderland der mittlerweile 51 Jahre alten Blondine dreht sich dabei lyrisch - Nomen est omen - vor allem sehr stark um Begierden und oftmals auch um Sex. Nicht umsonst betonen die Eheleute oft genug die auch nach 15 Ehejahren weiterhin große Bedeutung der Lendengegend in ihrer Beziehung. Jedoch nimmt man beiden - viele Songs sind fast schon ein Duett, kaum einmal singt bzw. eher growlt JIM GILLETTE nicht zumindest im Hintergrund - diese Leidenschaft ohne weiteres ab, weswegen der starke sexuelle Unterton der Platte nicht einmal peinlich wirkt. Musikalisch dominieren recht tief gestimmte Gitarren, viele Riffs und zahlreiche Effekte sowie über allem LITAs Stimme, die immer noch verdammt frisch und sexy klingt. Insgesamt wird eine relativ düstere Atmosphäre erzeugt, die jedoch gut zum Gesamtkonzept des "Wicked Wonderland" passt. Demgemäß gibt es mit häufigerem Hören einige Details zu entdecken, die sich beim ersten Durchlauf nicht erschließen - sehr schön z.B. das typisch amerikanische Zensurpiepen, wenn es bei 'Patriotic SOB' um Meinungsfreiheit geht. Wer sich von dem doch recht ungewohnten Klang im ersten Moment nicht abschrecken lässt, wird zudem feststellen, dass LITA FORD auch 2009 durchaus noch wie LITA FORD klingt, nur eben frischer und zeitgemäßer als beim Versuch, retro zu klingen (man höre bspw. mal in 'Piece (Hell Yeah)' oder 'Scream' rein). Nicht unerwähnt bleiben soll im übrigen das Artwort des Digipack-Albums, welches in der ersten Auflage mit zwei Bonustracks daherkommt. Für die Bilder, die in einem alten Bordell entstanden sind, zeichnet niemand geringeres verantwortlich als Piggy D. (Bassist bei ROB ZOMBIE), der visuell damit voll ins Schwarze trifft - herausgekommen ist eines der schönsten Booklets seit langer Zeit, welches die Atmosphäre des Albums perfekt einfängt.

Insgesamt wird man, wenn man sich auf das "Wicked Wonderland" einlässt, feststellen, dass hier keine brave Hausfrau das Essen von vorgestern aufwärmt, sondern eine Ikone des Hard Rocks immer noch nichts verlernt hat. Ein gutes, frisches Album, welches sich weniger an Ewiggestrige wendet denn an ein jüngeres bzw. junggebliebenes Publikum - in dieser Form darf LITA FORD den endgültigen Ruhestand gerne noch ein paar Jährchen nach hinten verschieben.

Anspieltipps: 'Crave', 'Piece (Hell Yeah)', 'Patriotic SOB', 'Push'

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Crave
02. Piece (Hell Yeah)
03. Patriotic S.O.B.
04. Scream 4 Me
05. Inside
06. Wicked Wonderland
07. Indulge
08. Love
09. Betrayal
10. Sacred
11. Truth
12. Everything
13. Bed
14. Garden
15. Push
Band Website: www.litafordonline.com
Medium: CD
Spieldauer: 65:25 Minuten
VÖ: 30.10.2009

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