Dark The Suns - Raven And The Nightsky

Review von derkleinekolibri vom 29.09.2023 (2971 mal gelesen)
Dark The Suns - Raven And The Nightsky Sie sind wieder da! DARK THE SUNS haben sich erneut aus dem Untergrund erhoben und platzieren ihr düsteres Werk "Raven And The Nightsky" bestens passend in den Herbst des Jahres 2023. Es ist der Finnen fünftes Werk seit Bandgründung im Jahre 2005. Mikko und Inka, Mitglieder und Begründer der ersten Stunde, haben sich Verstärkung geholt: Jani spielt Gitarre und ist für den Clean-Gesang verantwortlich.

Als ich vor 28 Monaten das Vorgängeralbum hörte, faszinierte mich die Nähe zu den frühen Werken von CREMATORY. Dieser Eindruck hat sich mit "Raven And The Nightsky" noch vertieft. Hangelt man sich an den Songs entlang, ist es, als würde man durch einen düsteren Wald spazieren. Rechts und links des von rutschigem Herbstlaub bedeckten Weges sprießen Giftpilze aus dem Boden und versprühen ihre Sporen in Richtung des Spaziergängers. Aus den Wipfeln der Bäume erschallt das Rufen von Uhus und in unmittelbarer Nähe umfliegen Fledermäuse, ihrem untrüglichen Radarsinn folgend, den Kopf des Menschen, der sich in diesen Wald gewagt hat. Diese Stimmung erzeugt Inka allein durch ihr begnadetes Spielen des Basses und des Keyboards. Letzteres lässt Tropfen von oben herabregnen. Mikkos Schlagzeugspiel sorgt für gelegentliche Momente des Schreckens in diesem immer undurchdringlicher werdenden Heer von Bäumen. Die Gitarren von Mikko und Jani bilden die Hintergrundkulisse des urbanen Treibens in der dunklen Pflanzenwelt. Das Beeindruckendste allerdings ist der aus dem Untergrund zu kommen scheinende Gesang. Selbst alle meine defekten Auspufftöpfe, die ich im Laufe der letzten 43 Jahre wechseln lassen musste, boten nicht auch nur den Ansatz dessen, was sich hier an tiefsten Tönen den Weg aus Mikkos Körper bahnt. Wie macht der das bloß?

Gefiel mir 2021 "Suru Raivosi Sydämeni Pimeydessä" schon richtig gut, so haben es DARK THE SUNS verstanden, ihr Niveau auf "Raven And The Nightsky" noch um ein Quäntchen zu steigern. Es ist egal, ob sie ihren Melodic Metal brachial oder sanft vortragen, sie berühren meine Seele mit jedem der zehn Stücke. Fünfzig Minuten lang hält man den Atem an. Was passiert wohl als nächstes? Das Schöne ist, es passiert nichts - man kann weiter gefahrlos durch den Wald stolpern und die düstere, manchmal fast melancholische Stimmung in sich aufsaugen.

Was ich bei aller Lobhudelei nicht verstehe: Warum wird ein solch verdammt gutes Werk nur digital vertrieben? Okay, für den Waldspaziergang ginge das in Ordnung, denn praktisch jeder Mensch nennt heute ein Smartphone sein Eigen und könnte demzufolge überall den nervenaufreibenden Klängen lauschen. Aber was machen so kranke Typen wie ich, die sich lieber Tausende und Abertausende Tonträger in die Wohnung stellen und am liebsten noch sämtliche Nachbarn dank leistungsstarker Verstärker am Musikgenuss teilhaben lassen? Glaubt mir, ich wäre einer der ersten Besteller einer Vinylversion des neuen Longplayers von DARK THE SUNS. Sogar mit einer CD würde ich mich zufriedengeben.

Auch wenn fast alle Stücke dasselbe hohe Niveau haben, so kristallisierte sich bei mir doch ein Favorit heraus: 'Kun Aallot Kallioihin Murtuu'. Gesundheit! Mahlzeit! Wie auch immer ...

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Adamantine
02. Phoenix
03. Kun Aallot Kallioihin Murtuu
04. Aurora
05. Raven Feat Paavo Laapotti
06. Shadows Upon The Broken Hearts
07. Swans Of The Frozen Waters
08. The Sea Of Sorrow
09. Under The Northern Lights
10. In Mist Of The Night
Band Website: www.darkthesuns.com
Medium: Digital
Spieldauer: 50:11 Minuten
VÖ: 29.09.2023

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