Various Artists - Demos

Review von TadMekka vom 02.07.2007 (8209 mal gelesen)
Various Artists - Demos Zur neuesten Debemur-Morti-Veröffentlichung sind 'ne Reihe Vorbemerkungen notwendig:

a) auf dieser Promo werden drei Demos für den Rezensenten zusammengefasst.
b) diese drei Demos gibt es jedoch nur als "Professional MC" zu erstehen.
c) alle drei Demos sind limitiert auf 300 Exemplare und via www.mystic-arts.info zu beziehen.

Nun denn, zur Musik:

Den Anfang machen die Iren SLIDHR mit drei Songs, schlicht "Demo 2006" betitelt, die in Summe 'ne gute Viertelstunde auf der Scheibe einnehmen. SLIDHR zocken eine meist schnell gespielte Melange aus frühesten EMPEROR und DARKTHRONE zur meiner Meinung nach tödlich ausgelutschten "Transylvanian Hunger"-Phase. Und damit machen sie einen erstaunlich guten Eindruck. Die Gitarren sirren und klirren so sauber und bitterböse, dass es eine wahre Freude ist, der Gesang wird schön zornig und wild in die Höhle gekreischt, und, das für mich Wichtigste im Black Metal überhaupt, es wird nahezu durchgehend gerast und gewütet. Exakt so goutiere ich meinen Black Metal am liebsten! SLIDHR haben es raus, wie man schnell und brutal, wild und zornig, böse und wahnsinnig klingt und das mit Stil! Die Riffs sind es dann schlussendlich, die mich vollends überzeugen: geile Melodien, gänzlich ohne Kitsch und Pagan-Volksmusik-Touch, einfach nur zornig und kompromisslos. Kurz: achteinhalb von 10 Punkten für eine vielversprechende Band aus Irland. PS: die drei Songs werden für das kommende Album via Debemur Morti neu aufgenommen werden. Ich hoffe hier mal auf einen besseren Sound, ohne dass die Wildheit verloren geht!

Es folgen nun REBIRTH OF NEFAST (Titel: "Only Death"), deren Herkunft nicht bekannt gemacht wird. Drei Songs mit einer Gesamtspielzeit von etwas über 30 Minuten sollten vor allem Fans von HELLHAMMER und FLEURITY ansprechen. Viel Gestöhne und Gekreische aus dem 'Off', dazu ein Gitarrensound so sirrend und klirrend wie die Vorgänger SLIDHR, abschließend ellenlange Songs, die durchaus abwechslungsreich, aber leider auch wenig durchstrukturiert daherkommen und durch endlose Intros und Outros vor allem an den Nerven zerren. REBIRTH OF NEFAST können aber durchaus auch mal das Gaspedal durchtreten und gefallen mir dann natürlich am besten. Dennoch, insgesamt ist da einfach noch zu viel im Argen, kostet leider eher Geduld als zu fesseln, als dass ich mehr als ein 'teilweise anhörbar' in Gestalt von 6 Punkten vertreten könnte.

Abschließend kümmern sich ARS DIAVOLI (Titel: "The Absence of Light") 25 Minuten lang um des gemeinen Misanthropen' Seelenpein. Rein soundtechnisch erinnern die Portugiesen ARS DIAVOLI mich an die Chilenen TORTURER auf deren legendärer Split-CD mit den Franzosen MISANTHROPE ("Hater of Mankind"/"Kingdom of the Dark"). Die Gitarren sirren auch hier wie wild, klingen aber dennoch ein wenig zu matschig, als dass man das richtig genießen könnte. ARS DIAVOLI quälen den geneigten Hörer dazu mit zwar einerseits ultrabrutalen Kreischvocals, die aber andererseits in dem Soundmatsch zusammen mit den Drums im Kampf mit den Klampfen einfach nur noch eine kakophonische Lärmwand bedingen. Da ARS DIAVOLI hauptsächlich im Gähntempo agieren und das, obwohl sie auf dieser Scheibe durchaus mal beweisen, dass sie anders könnten, gehen sie mir auch eher an die Nieren als ins Herz. Kurz: 5 Punkte aus Deutschland.

Zusammengefasst: es gibt wieder Hoffnung für den europäischen, modernen Black Metal. Für dringend geboten halte ich es jedoch, vor allem die Diktate der Genre-Polizei in Bezug auf den Sound ('true' aka schrottig) zu ignorieren. Was nützen die besten Ideen, wenn man nix davon hört?

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
Slidhr - Demo 2006
01. The Serpent'S Hold
02. Horn of Ruin
03. Scorn of the Old Ghost

Rebirth of Nefast - Only Death
01. Wrapped in the Earth
02. Flaming the Inner Sanctum
03. The Deathly Aura

Ars Diavoli - The Absence of Light
01. Essencia Corrompida
02. Penuria
03. Human Mass Suicide
04. Horizontes Perdidos
Band Website: https://www.facebook.com/Goldencorerecords/
Medium: CD
Spieldauer: 70:32 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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