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Michael Schenker Group - Universal

Review von Damage Case vom 27.05.2022 (1197 mal gelesen)
Michael Schenker Group - Universal Einigen Künstlern scheinen im Spätherbst ihrer Karriere die Ideen auszugehen oder sie ziehen das Touren der Studioarbeit vor. METALLICA brauchen mittlerweile noch länger als das übliche halbe Jahrzehnt, um einen neuen Silberling einzuspielen, und selbst DEF LEPPARD - in den 1980ern einst quasi die Erfinder dieses Studiomarathons - grooven sich mittlerweile auf einen locker-flockigen Siebenjahresrhythmus ein. Und dann gibt es die wohltuenden Ausnahmen von dieser Scheinregel. Kreative Köpfe, denen die Ideen und die Freude an deren Umsetzung scheinbar nicht ausgehen. Einer davon ist Michael Schenker, der womöglich einflussreichste Rock- und Metallgitarrist seit Jimi Hendrix und neben Eddie Van Halen. Fragt mal in der Bay Area nach, dort wo vor ziemlich genau vierzig Jahren UFO einer der Haupteinflüsse all der jungen Thrasher waren. Im fortgeschrittenen Alter von siebenundsechzig Lenzen haut der seit exakt fünfzig Jahren bühnenpräsente Profimusiker (1972 erschien "Lonesome Crow" von den SCORPIONS, das erste Album mit seiner Beteiligung!) fast im Jahrestakt Hochklassestahl raus. Seit 2018 ist "Universal" das vierte Studioalbum seiner zahlreichen Projekte, das diesmal erneut wie "Immortal" (2021) unter dem Banner der MICHAEL SCHENKER GROUP erscheint.

Und wie es bei Michael Schenker bereits feste Tradition zu sein scheint, legt er sich auf seinen Alben nicht mehr auf nur einen Sänger fest. So wird er auch diesmal von den Organen mehrerer Fronter unterstützt, namentlich MSG-Stammsänger Gary Barden, Ronnie Romero (RAINBOW), Michael Kiske (HELLOWEEN) und Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR). Ihnen auf den Leib schrieb 'Mr. Flying V' 11 Songs (zuzüglich der beiden Boni 'Turn Off The World' und 'Fighter'), die vorrangig gut nach vorne rocken und den positiven Vibe, den der Meister seit einigen Jahren ausstrahlt, widerspiegeln. Michaels Stammproduzent (man merkt, dass Schenker eine gewisse Routine schätzt), Michael Voss schrieb erneut die Texte und produzierte "Universal" wie schon die Vorgänger in seinem Kidroom Studio. All diese Kontinuität macht es dem geneigten Hörer leicht, sich bei Michael Schenker zuhause zu fühlen. Auch das Cover beweist Humor, reist Schenker doch darauf als Astronaut in einer fliegenden Flying V durch den Weltraum.

Fazit: Schenkers Signature-Sound ist legendär und sticht unverkennbar heraus, so wie nur wenige andere Gitarristen es können. Die Songs überzeugen nicht alle in gleichem Maß, ohne jedoch das Mindestlevel, nämlich den jeweiligen Song skippen zu wollen, zu unterschreiten. Es ist einfach immer noch eine Wonne, dem quicklebendigen 'German Wunderkind' bei seiner Lieblingsbeschäftigung zuzuhören - und er macht damit seinem älteren Bruder Rudolf damit noch eine lange Nase, denn hier klingt vieles klassisch, aber nix nach Opa.

Vier Anspieltipps: Der flotte Opener 'Emergency' stellt zum 100sten Mal klar, wer das Metall-Riffing in den 1970ern, wenn nicht erfunden, so zumindest auf das Niveau gehoben hat, von dem in den kommenden beiden Jahrzehnten alle anderen Gitarrenhandwerker dankend profitierten. 'Wrecking Ball' mit Ralf Scheepers hat eine Gitarrenschlagkraft, für die PRIMAL FEAR-Boss Mat Sinner im Staub versinken würde. Selbiges gilt für den Tribut an Ronnie James Dio 'A King Has Gone' (eingeleitet durch das Intro 'Calling Baal'): Mit dieser Hymne setzt der Meister Sänger Michael Kiske so in Szene, wie HELLOWEEN das letztes Jahr mit ihrem, vom alles überragenden Coverartwork des Zeichnermagiers Eliran Kantor mal abgesehen, völlig überbewerteten selbstbetitelten Comeback auf Albumdistanz zu keinem Moment hinbekommen haben. Das relaxt rockende 'London Callin' könnte eine Replik auf den Ruf sein, dem der junge Michael Schenker dereinst 1973 folgte.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Emergency
02. Under Attack
03. Calling Baal
04. A King Has Gone
05. The Universe
06. Long Long Road
07. Wrecking Ball
08. Yesterday Is Dead
09. London Calling
10. Sad Is The Song
11. Au Revoir
12. Turn Off The World (Bonus Track)
13. Fighter (Bonus Track)
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 52:20 Minuten
VÖ: 27.05.2022

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Ich muss mich leider korrigieren. Nach der anfänglichen Freude packt sie mich nicht mehr so, sie ist irgendwie zu perfekt und leblos
6/10   (22.06.2022 von des)

Aber die Platte ist dafür richtig gut
9/10   (05.06.2022 von des)

Das Cover ... Alter, ist das übel. Ich weiß nicht, ob man das noch unter Humor durchgehen lassen kann :-p
(05.06.2022 von Opa Steve)

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