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Tristwood - The Delphic Doctrine

Review von Opa Steve vom 29.01.2007 (4775 mal gelesen)
Tristwood - The Delphic Doctrine Kennen die älteren Semester von euch noch die Tracker von Amiga und später PC, wo man so komische MOD-Files mit Samples bauen konnte? Das war ganz lustig, weil mit hoher Geschwindigkeit die wüstesten Konstruktionen entstanden. TRISTWOOD haben ein Stück dieses Charmes bewahren können. Bei einer Band, wo mehr "Programming" und "Synthesizer" als "Guitar" vorkommen, wundert das nicht. Hier wird gesampled, geMIDIt und getrackert was das Zeug hält! Man hat sich nicht einmal die Mühe gegeben, die Drums einigermaßen natürlich klingen zu lassen. Die sterilen Beats hämmern scharf und im höllischen bpm-Tempo die 32tel runter, dass man sich beim ersten Hören das Grinsen nicht verkneifen kann.

Ja, auf den ersten Blick erinnert das Album an die Jugendzeiten im Kinderzimmer, als man experimentierte, wie absurd hoch man die Geschwindigkeit des Trackers nach oben drehen konnte. Aber nach dem 3. oder 4. Durchlauf beginnt das Album, sich von reinen Sequenzer-Experimenten zu entfernen und eine Seele zu offenbaren. Tatsächlich steckt hier mehr dahinter, als man meint. Wenn man sich ans Drumming gewöhnt hat, erkennt man die verdammt souverän geratenen Gitarrenbreitseiten, die kalte Härte der Musik, und trotz aller Elektronik etwas Lebendiges. Irrwitzige Mattenschüttler wie 'Anbeheh' oder 'Nemesis - The Cyberstorm' gehören selbst ohne elektronische Unterstützung mit zum Härtesten, was jemals auf Klampfen erzeugt wurde. Der statische Sample-Hintergrund entfacht eine Techno-artige Zappelwirkung und wirkt streckenweise wie eine ultraharte Version von PAIN. Selbst brav tanzbare Titel wie 'By The Call Of Seth', die so klingen wie eine reinrassige Elektro-Combo mit E-Gitarren, wirken durch ihren Rhythmus immer noch verdaaaaaammt cool.

Einige von euch werden sicher eine Band kennen, die vor vielen Jahren einen ähnlichen Weg eingeschlagen hatte: die legendären NOCTURNUS. Nehmt ruhig die Quadratur von ihnen. Wenn ihr dann 'Pandaemonic Paradoxon' von dieser Scheibe mit den völlig durchgeknallten Klampfen/Synthie-Duellen hört, dann erlebt ihr NOCTURNUS' Wiederauferstehung im noch nicht da gewesenen Glanz. Verbeugende Zitate vor alten Meistern, wie Jon Lords (DEEP PURPLE) Hammondorgelparts in 'Chronos' oder 'Daedae Taengri' sind dann letztendlich nur noch das Sahnehäubchen und pures Understatement für Kenner. Lediglich die Produktion dieser Scheibe könnte etwas mehr Dynamik haben.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01 Indoctrination
02 The Delphic Doctrine
03 Chronos
04 By The Call Of Seth
05 Anbeheh
06 Pandaemonic Paradoxon
07 Nemesis - The Cyberstorm
08 Through The Nineth Hall Of Utukku
09 Daedae Taengri
10 Exdoctrination
Band Website: www.tristwood.com
Medium: CD
Spieldauer: 42:16 Minuten
VÖ: 12.04.2006

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