Banner, 300 x 250, mit Claim


Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2022
A Chance For Metal Festival 2022

Area 53 Festival 2022

Wacken Open Air 2022

Autumnblaze - Welkin Shores Burning

Review von Zephir vom 15.12.2020 (2882 mal gelesen)
Autumnblaze - Welkin Shores Burning La mélancolie, c'est le bonheur d'être triste – Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein. Das wusste schon Victor Hugo, und wer AUTUMNBLAZE kennt und hört, wird dem sicher zustimmen. Dabei hat sich die Band von Markus Baltes seit Gründung Mitte der 1990er Jahre durch viele Formen, Farben und Facetten der Melancholie bewegt: Was mit folkig-doomigen Stimmungen begann, arbeitete sich in Richtung Trip Rock weiter und verweilte zuletzt bei stimmungsvollem Alternative mit Singer-Songwriter-Einschlägen. Das letzte Release "Every Sun Is Fragile" erschien 2013, seitdem war es relativ ruhig um AUTUMNBLAZE, die 2018 immerhin die EP "Philia" herausbrachten. Die untypischen Klänge der hier veröffentlichten zwei Tracks - auf die ich nachher noch zu sprechen kommen werde - wurden nur mehr zu zweit komponiert und eingespielt, nämlich von Sänger Markus, der auch Bass und Gitarre kann, gemeinsam mit Drummer und Perkussionist Arisjel aka Christian Seibert. In dieser Besetzung ist man schließlich auch an die neue Platte gegangen, die den sehnsuchtsvollen Namen "Welkin Shores Burning" trägt und die beiden Tracks von "Philia" als Boni gleich mitliefert.

Eines wird mit "Welkin Shores Burning" deutlich: Zumindest für den Moment haben AUTUMNBLAZE mit dem Metal abgeschlossen. Das war zwar bereits auf dem Vorgängerwerk erhörbar, doch ist das absolut unmetallische neue Opus in sich stimmiger, plastischer und überzeugender. Das Intro 'Welkin' baut den Blick zum brennenden Himmelsgewölbe im neofolkigen Stil auf, und dann beginnt der ganze Zauber mit 'Planets': traurig-verträumt, versonnen, verzaubert, irgendwo zwischen Alternative, Singer-Songwriter und Post Rock. Das ganze Album ist geprägt von sanften, mitunter wie hingehauchten, nachdenklichen Vocals und stark zurückgenommenen Drums; 'The Burning Sea' kommt gar völlig ohne Schlagwerk aus. Auch wenn dezenter Ohrwurmcharakter durchaus seinen Platz hat, wie in 'Leaders' oder 'Flamedoves', und auch wenn die Gitarre mal etwas stärker verzerrt erklingt, wie in 'Autumn Wings Behold', ist das gesamte Werk schwerelos wie eine Federwolke am Abendhimmel (diese Metapher passt einfach!), durchzogen von einer fragilen Transparenz, die man mitunter bei Musikern von den Britischen Inseln zu hören bekommt. Im Grunde klingt "Welkin Shores Burning" in meinen Ohren, um es auf den Punkt zu bringen, auf musikalischer Seite ziemlich britisch; in Sachen Lyrics trägt das Album mit seiner charakteristischen Bildsprache eindeutig die Marke, die wir von AUTUMNBLAZE schon immer kannten.

Die beiden Bonustracks 'All Within' und 'My Swan' stammen, wie schon erwähnt, von der EP "Philia" und lockern das Album schlussendlich mit beschwingterer, radiotauglicherer Stimmung auf, die mich persönlich dann ehrlich gesagt ein bisschen überrascht. Das haben die Musiker nach eigenen Angaben zwischenzeitlich einfach gebraucht.

Ohne Zweifel haben Markus und Arisjel hier ganz neue Wege beschritten, und ich möchte noch erwähnen, dass "Welkin Shores Burning" kein Corona-Album ist: Aufgenommen haben die beiden über die Sommermonate 2019, das Mixing und Mastering ist Anfang 2020 passiert. Zusammen mit dem Artwork von Friederike Myschik, das wahrhaft scheint, als habe die Künstlerin die Musik in ein Bild übersetzt, haben AUTUMNBLAZE eine völlig andere, aber überaus passende und stimmige Welt an völlig anderen Farben und Formen der Melancholie geschaffen. Alles auf "Welkin Shores Burning" schwebt, leuchtet, verglimmt, changiert - ich bin restlos überzeugt. Für Metalheads, die die gewohnten Pfade nicht verlassen wollen, ist das Album selbstredend nichts, aber allen Neugierigen möchte ich meinen Lieblingssong 'Planets' als Anspieltipp ans Herz legen.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Welkin
02. Planets
03. Explosions
04. One Breath
05. The Burning Sea
06. Leaders
07. Autumn Wings, Behold
08. Flamedoves
09. Shore
11. All Within (Bonus Track)
12. My Swan (Bonus Track)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:46 Minuten
VÖ: 27.11.2020

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

22.08.2013 Every Sun Is Fragile(8.0/10) von Zephir

15.12.2020 Welkin Shores Burning(9.0/10) von Zephir

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Heute veröffentlicht
Tankard - Pavlov's Dawgs (Review spicken)

Nestor - Kids In Ghost Town

Resist The Ocean - In Death We Are Equal

Hexed - Pagans Rising

Eternal Helcaraxe - Drown In Ash

Scarlet Dorn - Queen Of Broken Dreams

Aviana - Corporation

Vermocracy - Age Of Dysphoria

Hammerstar - Hammerstar

Unchained Horizon - Fallen Kingdom

Infidel Rising - A Complex Divinity

Seax - Speed Inferno

Aura - Underwater

Behind Your Fear - Anthropocene

Autophagy - Bacteriophage

Acephalix - Theothanatology

Ellende - Ellenbogengesellschaft

Firtan - Marter

Eclesios - Halls Of Salvation

Coldworld - Isolation

Précieux Sang - Les Nuits De Gethsémani

Givre - Destin Messianique

Décembre Noir - Pale Serenades

April Art - Pokerface

Wolf Counsel - Initivm

Liar Thief Bandit - Diamonds

Rage - Spreading The Plague

Hexed - Pagans Rising

Raven - Leave 'Em Bleading

Sonata Arctica - Acoustic Adventures - Volume Two

Sacrilegia - Sold Under Sin

Thulsa Doom - A Fate Worse Than Death

City Of Caterpillar - Mystic Sisters

BLITZPØP - MDMA

Angmodnes - The Weight of Eternity

Pestlegion - Sathanas Grand Victoria

Cainan Dawn - Lagu

Heir Corpse One - Caribbean Frights

Nero Kane - Of Knowledge And Revelation

Fernandhell. - And The Gatten Army

Moonspell - From Down Below - Live 80 Meters Deep

Escuela Grind - Memory Theater

The Dead Daisies - Radiance

Monster Truck - Warriors

Jeremiah Kane - Ronin

Autopsy - Morbidity Triumphant

Final Stair - Hope

Manic Abraxas - Foreign Winds

Slipknot - The End, So Far (Review spicken)

Schaut mal!