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Heaven Shall Burn - Of Truth And Sacrifice

Review von Eddieson vom 28.03.2020 (733 mal gelesen)
Heaven Shall Burn - Of Truth And Sacrifice Zu Anfang des Jahrtausends waren HEAVEN SHALL BURN für mich eine sehr wichtige Band. Habe ich mich zu der Zeit viel mit Punk, Hardcore und Metalcore befasst, haben die Thüringer schon mit der ersten EP "In Battle There Is No Law" und vor allem mit ihrem ersten Album "Asunder" genau meinen Nerv getroffen. Damals noch in kleinen Clubs unterwegs, merkte man schnell, dass sie zu Größerem berufen waren und auch wie die Kollegen CALIBAN mehr daraus machen wollten. Während CALIBAN musikalisch dann den etwas mainstreamigeren Weg einschlugen, blieben HSB ihrem Stil treu und bauten ihn weiter aus, bis sie, für mich, mit "Whatever It May Take" und "Antigone" ihren Zenit erreicht hatten. Ab da kamen auch die großen Labels auf den Geschmack und signten eine Metalcore-Band nach der anderen und so wanderten HSB zu Century Media. Und um ehrlich zu sein, verlor ich zu der Zeit das Interesse an der Band (was nichts mit dem Labelwechsel zu tun hat). Doch ab "Deaf To Our Prayer" bis zur "Wanderer" fehlte mir was. Es klang alles irgendwie recht gleichförmig, keinesfalls schlecht, aber die großen Überraschungen blieben aus. Bis zu "Of Truth And Sacrifice".

Es war schon sehr interessant zu lesen, dass die Jungs ein Doppelalbum vorlegen wollen. Die Erwartungen schraubten sich dementsprechend hoch und "Of Truth And Sacrifice" sollte nicht enttäuschen. Klar, knapp 98 Minuten Spielzeit ist natürlich erst mal eine Ansage, doch HSB schaffen es, dass diese eineinhalb Stunden nicht langweilig werden sollen. Nach kurzem Intro folgt mit 'Thoughts And Prayers' schon mal gewohnte HSB-Brachialität. Das kurze IRON MAIDEN-Twingitarren-Solo gegen Ende zu 'Eradicate' überzeugt auch schon mal. Eine elektronische Einführung zu 'Übermacht' lässt erst mal staunende Blicke aufkommen, doch wenn die Riffs einsetzen, geht es sofort in den Nacken. Der Text ist übrigens halb deutsch, hab englisch. 'My Heart And The Ocean' ist schon als Vorabsong bekannt. Untermalt mit Orchestral-Arrangements nimmt 'Expatriate' fast schon eine predigende Form an, was vor allem an dem "Gesang" liegt. Danach kommt noch zweimal gewohnte HSB-Kost auf den Tisch, bevor der erste Teil des Doppelalbums ruhig mit 'The Ashes Of My Enemies' ein Ende findet.

Der zweite Teil beginnt mit 'Children Of A Lesser God' schön melodisch, bevor mit 'La Resistance' die Überraschung auf dem Fuße folgt. Denn hier verlassen HSB die Grenzen des Metals und legen einen erstklassigen, stampfenden Industrial-Song vor, der nicht nur schön martialisch klingt, sondern sich auch noch als ein echtes Highlight herausstellt. Aber wer jetzt glaubt, dass HEAVEN SHALL BURN nach hinten raus schwächeln, hat sich getäuscht. 'The Sorrows Of Victory' wird mit einem Klargesang von Chris Harms (Sänger von LORD OF THE LOST) eröffnet, der erst mal an Dark Metal erinnert, dann geht der Song über in gewohnte Bahnen, hat aber mit achteinhalb Minuten noch einiges zu bieten. 'Tirpitz', benannt nach einem Schlachtschiff des zweiten Weltkriegs, bietet treibende Parts, schneidende Riffs und erinnert ein wenig an die "Whatever It May Take"-Zeiten. Nein, HSB geht auch jetzt noch nicht die Luft aus, denn mit 'Truther', 'Critical Mass' (NUCLEAR ASSAULT-Cover) und 'Eagles Among Vultures' knallen sie noch mal ordentlich los, bevor auch der zweite Teil etwas ruhiger mit dem aus dem Vorab-Doppel-Song/Video bekannten 'Weakness Leaving My Heart' auf die Zielgerade einbiegt.

Puh! Erst mal durchatmen! Was für ein Brocken, den HSB uns hier vorsetzen. Die Jungs aus Thüringen konnten sich hier mal so richtig austoben und haben die lange Spielzeit genutzt, um mal ein wenig zu experimentieren und es ist ihnen gelungen, denn "Of Truth And Sacrifice" wird zu keiner Zeit langweilig. Ständig erwischt man sich dabei, wie man überlegt, was wohl als nächstes passiert. Hatte ich im NEAERA-Review noch überlegt, dass sich Metalcore 2020 stark zurückmeldet, wenn HSB ein ebenso starkes Album vorlegen wie die Münsteraner, ist dies nun Gewissheit. Zwar haben NEAERA die geileren Melodien, doch HEAVEN SHALL BURN sind hier wesentlich experimenteller, brachialer und abwechslungsreicher, was "Of Truth And Sacrifice" zu einem extrem facettenreichen und vielschichtigen Album macht. Chapeau, Jungs!

Die DVD enthält übrigens die Band-Doku "Mein Grünes Herz In Dunklen Zeiten", welche man Ende Februar schon in einigen ausgewählten Kinos sehen durfte.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
CD1
01. March Of Retribution
02. Thoughts And Prayers
03. Eradicate
04. Protector
05. Übermacht
06. My Heart And The Ocean
07. Expatriate
08. What War Means
09. Terminate The Unconcern
10. The Ashes Of My Enemies

CD2
01. Children Of A Lesser God
02. La Résistance
03. The Sorrows Of Victory
04. Stateless
05. Tirpitz
06. Truther
07. Critical Mass
08. Eagles Among Vultures
09. Weakness Leaving My Heart
Band Website: www.heavenshallburn.com
Medium: DoCD+DVD, LP
Spieldauer: 97:43 Minuten
VÖ: 20.03.2020

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