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Candlemass - The Door To Doom

Review von Damage Case vom 30.05.2019 (1478 mal gelesen)
Candlemass - The Door To Doom Alter Schwede! Leif Edling findet trotz diverser anderer Projekte (unter anderem AVATARIUM und THE DOOMSDAY KINGDOM) und seiner seit einigen Jahren öffentlich gemachten gesundheitlichen Probleme Zeit und Muße, sein Flaggschiff CANDLEMASS nochmal auf große Fahrt zu schicken. Sieben Jahre nach dem formidablen "Psalms For The Dead" und drei Jahre beziehungsweise ein Jahr nach den beiden von Mats Levén eingesungenen EPs "Death Thy Lover" und "House Of Doom" darf die Doom-Gemeinde nun "The Door To Doom", den zwölften Longplayer, in Empfang nehmen. Marcus Jidell (Mastermind bei AVATARIUM) hat am Produzentensessel ganze Arbeit geleistet und dem Album einen warmen, authentischen Sound verpasst, der mit viel Wucht aus meiner Anlage dröhnt.

Bemerkenswert ist, dass Johan Längquist, ja genau jener welcher 1986 das legendäre Debüt "Epicus Doomicus Metallicus" eingesungen hat (man beachte im Übrigen die sehr ähnlichen Cover dieser beiden Platten), nach knapp dreiunddreißig Jahren wieder an der Mikroposition mit im Studio war und geplant auch dauerhaft mit an Bord bleiben wird. Und vorweggenommen sei festgestellt: Er macht seine Sache wirklich gut, man hört ihm seine lange Pause zu keiner Sekunde an. Vom Timbre her steht er dem kraftvollen und raueren Gesang Robert Lowe's näher als dem theatralischen Sangesgott Messiah Marcolin. Zu den Songs von "The Door To Doom" passt die neue alte Stimme jedenfalls perfekt.

Los geht's mit dem flotten 'Splendor Demon Majesty', ein typischer Einstieg, wie man ihn auch auf den Alben mit Robert Lowe gehört und gefeiert hat. Ganz sanft und gemächlich steigt anschließend 'Under The Ocean' ein, um dann nach knapp fünfundvierzig Sekunden ebenfalls loszupoltern. Ein ganz mächtiges Stück Doom, das CANDLEMASS hier an zweiter Stelle platziert haben. Den dritten Song 'Astorolus - The Great Octopus' schmückt ein Solo von BLACK SABBATH Gitarrengott Tony Iommi himself. Hier schließt sich der Kreis zwischen den "Vätern" des Heavy Metals im Allgemeinen, und Doom Metal im Speziellen, sowie einer Bande ihrer bedeutendsten "Söhne". Auch das Hauptriff in diesem Song klingt wie der Dio-Phase der Birminghamer Stahlschmiede entlehnt. Noch so eine großartige Perle, die dieses Werk ziert. 'Bridge Of The Blind', die ruhigste, und mit unter vier Minuten kürzeste Nummer, von "The Door To Doom" lässt kurz durchatmen, bevor dann mit 'Death’s Wheel' und 'Black Trinity' zwei weitere Nummern auf HEAVEN & HELL-Niveau riffen und dampfwalzen. Überhaupt erinnert "The Door To Doom" wohlig an das einzige Studioalbum der späten DIO+BLACK SABBATH-Inkarnation. 'House Of Doom', eingeläutet von schwerem Kirchengeläut, ist bereits von der 2018er EP mit Mats Levén bekannt und im direkten Vergleich, das muss man so deutlich schreiben, pustet Johan Längquist seinen Vorgänger an die Wand. Wo Levén den Refrain noch theatralisch singt, röhrt Längquist ihn quasi raus – herrlich! Das abschließende 'The Omega Circle' zieht in über sieben Minuten noch einmal alle Register: Gefühlvolles Intro, Tony Iommi-Dampfwalzenriffing in den Strophen, dann nimmt der Song etwas Geschwindigkeit auf, ohne wirklich schnell zu werden, um in einer musikalischen Berg- und Talfahrt mehrmals in einem fast schon "lieblichen" Refrain aufzugehen. Doom at its best.

CANDLEMASS-Jünger dürfen blind zugreifen, denn "The Door To Doom" wird niemanden enttäuschen, der den Schweden bereits in Treue verbunden ist und die letzten Alben mochte. Umso bedauerlicher ist der Umstand zu bewerten, dass die Band (nebst der vier Dates umfassenden Deutschlandtour im Februar) beim kürzlich stattgefundenen KIT XXII wegen Pilotenstreiks ausgefallener Flüge nicht als Headliner auftreten konnte um der Menge ihre alten und neuen Gassenhauer live vorzustellen. Ein Anhalten dieses drölfzigsten Frühlings, weitere Liveabstecher hierzulande und noch ein paar tolle Alben in dieser Bandkonstellation wären CANDLEMASS und ihren Fans zu wünschen.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Splendor Demon Majesty
02. Under The Ocean
03. Astorolus - The Great Octopus
04. Bridge Of The Dead
05. Death's Wheel
06. Black Trinity
07. House Of Doom
08. The Omega Circle
Band Website: www.candlemass.se
Medium: CD
Spieldauer: 48:43 Minuten
VÖ: 22.02.2019

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