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Beorn's Hall - In His Granite Realm

Review von Humppathetic vom 25.03.2019 (1760 mal gelesen)
Beorn's Hall - In His Granite Realm BEORN'S HALL von der Ostküste der USA haben wirklich einen fulminanten Turnus - immerhin drei Alben in drei Jahren, wobei das letzte Werk, "In His Granite Realm", wie auch die beiden Vorgänger von Naturmacht Productions herausgebracht, am 15.3. dieses Jahres das Licht der Welt erblickte. Auf diesem spielen die zwei Mitglieder (das dritte verstarb im Sommer letzten Jahres bei einem Motorradunfall) unverändert ihre Vision von Black und Pagan, nur diesmal in Überlänge. Verteilte man die Musik vorher auf an die zehn Songs, schafft man es diesmal, mit gerade einmal vier Songs (exklusive zweier Interludien) die Länge der Vorgänger spielend zu überragen. Ist das nun aber der Schritt zu einer Epik, vergleichbar mit Bands wie MOONSORROW oder BATHORY, oder übernimmt man sich hier ein wenig? Nun, die Antwort darauf lautet: Ja.

Doch bevor ich diese etwas krude Antwort näher erläutere, möchte ich vorab Folgendes sagen: Das Album wächst. Als ich es das erste Mal hörte, empfand ich es eher als Kakophonie denn als kohärentes, sinnhaftes Werk. Doch mit jedem weiteren Durchgang durchblickte ich den Wald aus Pagan, Black, Hammond-Orgel, Panflöte, Americana / Cuban Folk, a cappella und einer Produktion äußerst alter Schule immer mehr, und es wuchs. Es hat unbestreitbar seine Schwächen, und die großen Meister werden qualitativ (noch?) nicht erreicht, aber es bietet jedem Hörer, der sich die Zeit nimmt, einem Album, auch trotz erster Zweifel mehrfach die Chance zu geben zu wirken, am Ende eine zufriedenstellende Erfahrung.

Wie gesagt, sind die offensichtlichen Schwächen des Albums nicht zu ignorieren. Mit vier überlangen Songs hat man sich, wie ich finde, ein wenig übernommen. Die Songs auf den beiden Vorgängern waren insgesamt einfach "tighter", stringenter. Zum Teil wirken die Lieder wie zusammengeklebt - als habe man vier einzelne Stücke gehabt und die einfach aneinandergereiht. Das tut dem Werk auf Dauer nicht gut, und die Produktion, obschon sympathisch old school, tut ihr Übriges, Momente zu kreieren, die eher an Lärm als an Musik erinnern. Insbesondere die Übergänge zwischen den einzelnen, zweifelsohne guten, partiell großartigen Parts sind dadurch nicht immer, eigentlich sogar selten gelungen. Dadurch entsteht ein abgehackter Klang, der immer wieder aufschrecken lässt, was gerade bei dieser Musik problematisch ist, möchte man doch so gerne eintauchen in den Sound der Welt und ihrer Mythologie. Darüber hinaus hört der Fan überdeutliche Referenzen zu Bands wie BATHORY und FALKENBACH, teilweise auch SUMMONING. Manchmal zu deutlich. BEORN'S HALL sind bei Weitem keine Copycats, so ganz loslösen können sie sich von ihren Vorbildern aber auch nicht. Und da entsteht im Hörer natürlich eine Reaktion: Er vergleicht die Amerikaner fast zwangsweise, eventuell gar unbewusst mit den anderen Bands und muss zum Schluss kommen, dass sie qualitativ noch nicht ganz so weit sind.

Auf der Habenseite aber stehen neben tollen Melodien, überragenden Gesängen (klar, gegrowlt, wie auch gekeift), einer (wie angesprochen meistens!) herrlich rückwärtsgewandten Produktion auch wirklich mutige und interessante Facetten (u. a. die Hammond-Orgel, der Einsatz von dem Americana nahen Akustikgitarren und teilweise aus den 70ern stammen könnenden, rockigen Passagen).

Die ersten Schritte sind also durchaus gemacht, und vielleicht lässt man sich in Zukunft ein wenig mehr Zeit, feilt an den Kompositionen und holt den Metaller noch etwas mehr ab, als man es jetzt bereits zu tun vermag.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Distant Torches – Baldr’s Theme
02. Old Men Of The Mountain
03. Berglmir (The Call From Beyond)
04. To Ride At Midnight
05. In His Granite Realm
06. Bronze Age Spellcraft
Band Website: www.facebook.com/beornshall/
Medium: CD
Spieldauer: 52:48 Minuten
VÖ: 15.03.2019

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