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Ascheregen - Untot

Review von baarikärpänen vom 14.02.2019 (1349 mal gelesen)
Ascheregen - Untot Normalerweise ist es recht einfach, wenn der geneigte, über den Tellerrand schauende, Metal-Freund Bands aufzählen soll, die mit deutschen Texten agieren. Da reichen in den meisten Fällen die zehn Fingerchen schon nicht mehr aus, so groß ist das Angebot. Nur leider haben diese Truppen dann recht wenig mit Metal im herkömmlichen Sinn zu tun, sondern sind eher in der Punk-, NDH-, Deutschrock-, Gothic- oder Mittelalter-Ecke verwurzelt. Und nein, die auch dort vorkommenden Brat-Gitarren machen aus diesen Combos noch lange keinen Metal-Act im traditionellen Sinne. Selbst bei echten Szene-Insidern wird's schwierig, die volle Anzahl Finger einer einzelnen Hand mit Beispielen auszuschöpfen, wenn nach reinrassigen Metal-Acts gefragt wird, die die deutsche Sprache bemühen. Außer den ostdeutschen MACBETH oder den ollen Helden FORMEL 1 fällt da nicht viel ein. Wir stellen also fest, dass in diesem Bereich bisher eine riesige Lücke klaffte. Richtig, klaffte, denn jetzt kommen ASCHEREGEN und beweisen mit ihrem "Untot" größtenteils eindrucksvoll, dass die Kombination aus Metal im Fahrwasser von MAIDEN, PRIEST, MANOWAR mit deutschen Lyrics ganz vorzüglich funktioniert.

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Dass auf "Untot" aus songwriterischer Sicht nichts in die Hose geht, dafür sorgt A. Püschel. Ein echtes Szene-Urgestein, der schon in den goldenen 80ern bei den deutschen ASGARD mitmischte und außerdem auch beim Songwriting von GRAVE DIGGERs "Tunes Of War" seine Finger im Spiel hatte. Was ASCHEREGEN zudem ausmacht, ist hinter dem Mikro zu finden, welches sich Kaleun Debus (dürften vielleicht einige vom Promoportal Germany kennen) und Lilith Frost teilen. Eventuelle Bedenken, dass wir es hier mit der x-ten Version von Beauty & The Beast zu tun haben, können wir aber gleich schon vorab zerstreuen. Beide überzeugen mit grundsoliden Rockröhren, die entweder schön rau (Debus) oder geerdet (Frost) klingen. Wenn man schon die deutsche Sprache bemüht, dann macht es durchaus Sinn, gleich im Intro zum Titelsong richtig einen rauszuhauen, indem man good old Goethes "Faust" zitiert. Ein wenig Stil kann ja nicht schaden. Besagtes 'Untot' zählt dann auch gleich mal zu meinen persönlichen Highlights, mit seinem Chorus, der im Ohr hängenbleibt. Das nachfolgende 'Hey Christina' werte ich als feine Verbeugung vor OZZY OSBOURNE und erinnert an dessen 'Mr. Crowley'. Soweit also schon mal ein starker Beginn. Nicht so recht dazu will allerdings 'Lass Es Raus' passen, ein Song, der eine Mischung aus Punk, NDH mit metallischen Gitarren ist. An sich nicht schlecht und wird garantiert auf Konzerten aus einigen Kehlen mitgegrölt werden. Diesen punkigen Vibe versprüht übrigens auch 'Hau Ab'. Auch wenn das Label ASCHEREGEN im traditionellen Metal-Sektor verortet, ist das zu kurz gegriffen. Da darf es gerne auch mal CHILDREN OF BODOM-mäßig sein, die ein oder andere Power Metal-Referenz lässt sich finden und gegen Ende ist mit 'Rockgott' sogar ein Track dabei, der aber sowas von original aus der Feder eines Don Dokken stammen könnte. Und dann wäre auch noch das balladeske 'Tod Im Ascheregen', ein Song, der mehr Symphonic als traditioneller Metal ist. Aber ganz egal, wo man die Stücke jetzt auch hinpackt, alle haben die tolle musikalische Umsetzung gemeinsam, hier vor allem die Gitarren und auch, darf man ja mal erwähnen, die Keyboards passen perfekt. Natürlich müssen wir noch ein Wort zu den Lyrics verlieren. Auf die dürfen ASCHEREGEN zu Recht stolz sein. Gerade dann, wenn Bands die deutsche Sprache verwenden, ist ja oft mal fremdschämen angesagt. Nicht so bei ASCHEREGEN. Deren Texte erinnern stilistisch sogar manchmal (vor allem auf 'Argenteum Astrum') an Wolfgang Tilgner oder Kurt Demmel, die beide gar nicht wegzudenken sind, wenn man vom sogenannten Ostrock spricht.

Was in einem Genre wie z. B. der NDH auf Anhieb funktioniert, erfordert im Falle von ASCHEREGEN eine gewisse Eingewöhnungszeit. Denn, machen wir uns nichts vor, gerade im traditionellen Metal ist der Hörer nun mal auf die englische Sprache konditioniert. Insofern muss man sich in "Untot" reinhören und dem Ganzen einfach eine Chance geben. Und weil wir es hier mit einem Debüt zu tun haben, will ich auch gar nicht zu kritisch sein. Allerdings sollten sich ASCHEREGEN einen großen Gefallen tun und sich auf einem eventuellen Zweitwerk auf eine Stilrichtung fokussieren, denn gerade die traditionsmetallischen Songs wissen wirklich zu überzeugen und davon dürfen's beim nächsten Mal gerne mehr sein.



Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Untot
02. Hey Christina
03. Lass Es Raus
04. Argenteum Astrum
05. Tod Im Ascheregen
06. Hau Ab
07. Wer Bist Du
08. Ascheregen
09. Schnell Wie Ein Hai
10. Verfolgungswahn
11. Depressiver Klon
12. Rockgott
13. Ich Bin Nicht
Band Website: www.facebook.com/Ascheregen.Band/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 50:41 Minuten
VÖ: 15.02.2019

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Ich finde es rockt....Deutsche Texte zu machen erscheint mir mal was neues zu sein in diesem Musikgebiet....Ungewohnt aber geil, wenn man sich eingehört hat
10/10   (17.02.2019 von Ewald)

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14.02.2019 Untot(7.5/10) von baarikärpänen

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