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Ally The Fiddle - Up

Review von Metal Guru vom 24.10.2018 (1376 mal gelesen)
Ally The Fiddle - Up Hm, der Band-, Künstler- oder Projektname ALLY THE FIDDLE deutet's bereits an: ALLY = Frau, THE FIDDLE = die Fiedel (aka Geige), aber was uns Ally Storch (so ihr bürgerlicher Name) nach ihrer 2008er EP "Red Unicorn", ihrer 2011er Single "Crumbling Autumn" und ihrem offiziellen 2013er Debüt "The One" auf ihrem zweiten Full-Length-Album "Up" präsentiert, ist nicht leicht in Worte zu fassen. Sie selbst bezeichnet ihre Musik als (Zitat): 'Progressive Violin Metal' - was progressiver und metallischer klingt als es letztlich ist. Das liegt sowohl an den akustischen Instrumenten (Bass, Geige, Schlagzeug - keine Synthies weit und breit, wenig Verzerrung) als auch an den Kompositionen (von vereinzelt verfrickelt über generell gefällig bis derbe durchwachsen) als auch an der Produktion (siehe hierzu auch*). Klar, Erinnerungen an Jerry Goodman (THE FLOCK, MAHAVISHNU ORCHESTRA, DIXIE DREGS), Eddie Jobson (UK, ROXY MUSIC, JETHRO TULL), Jean Luc Ponty (ZAPPA, solo), David Ragsdale und Robby Steinhard (KANSAS) oder Allan Sloan (DIXIE DREGS) werden wach, schlafen aber schnell wieder ein, weil: Da kommt Ally einfach nicht ran, ebenso wenig an eine virtuos violinierende Vanessa Mae oder eine nie stillstehende Lindsey Stirling - sorry, Ally!

Im Gegensatz zu früheren Werken singt Ally jetzt auch - von der anfänglichen Idee bis zur bisherigen Umsetzung ist's aber ein langer Weg, soll heißen: Ally bzw. ihre Stimme klingen nicht etwa falsch, schlecht oder unpassend, aber seltsam kraft-, gesichts- und eierlos! Sollte sich Ally entschließen, ihren Mund auf der nächsten Scheibe genauso häufig wie ihre Geige 'singen' zu lassen, muss sie einfach authentischer, cooler, dreckiger werden. Apropos Authenzität, Coolness, Dreck: "Up" featured neben einer festen (aber mir komplett unbekannten) Besetzung noch Gäste wie Alf Ator und Sebastian Baur (KNORKATOR) am Mikro, Benni Cellini (LETZTE INSTANZ) am Cello, Jen Majura (EVANESCENE) an der elektrischen Gitarre, Marco Minnemann (ARISTOCRATS und gefühlte tausend andere Acts) am Schlachzeuch und Felix Wiegand (DICK BRAVE AND THE BACKBEATS) am Kontrabass. An deren Gastauftritten gibt's erwartungsgemäß nichts zu mäkeln, an denen der Stammbesetzung leider schon: Alle 'Festangestellten' spielen nicht etwa falsch, schlecht oder unpassend, aber - genau wie Ally am Mikro - komisch kraft-, gespenstisch gesichts- und eigenartig eierlos. Apropos Eier: Wo sie (die Eier) Ally fehlen, hat der Drummer offensichtlich zu viele davon - dessen Timing eiert sich teilweise bös' einen zurecht (zieht manchmal hörbar an) ...

Tropfenabzug gibt's erstens für die Produktion: Die reicht von partiell professionell bis hin zu größtenteils grundschulmäßig (speziell das Schlagzeug klingt leise/pappig/volumenlos) - auch das eine oder andere abrupte Fadeout erscheint fragwürdig. Zweitens für das Songwriting: Ally kommt einfach viel zu selten auf den/ihren sogenannten 'Punkt' - Ansätze werden an-, aber nicht durchgesetzt, grenzgenialem Geigengefiedel folgen kompositorische Waldkräuter und Wiesenrüben und Ideen werden vielleicht in den Raum, nicht aber ins Zentrum gestellt. Drittens für die technischen (speziell rhythmischen) Ungenauigkeiten: Es tut mir leid, aber irgendetwas oder irgendjemand stolpert sich hier einen zurecht, dass es zumindest mir unangenehm anfällt. Und zu lang sind die Songs auch - selbst nach mehrfachem Hören denke ich manchmal: So, is' gut jetzt, es reicht, aber nein! Apropos Nein: Wenn Ally es schaffen sollte, diesem gut gemeinten (aber mittelmäßig gemachten) Streich einen überzeugenderen/professionelleren/homogeneren folgen zu lassen, gibt's vielleicht sieben oder acht Tropfen - so nur sechs, da hilft auch kein versteckter Versöhnungsversuch in Form von SATRIANIs surfendem Fremdling ...

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Sisyphos
02. Aphotic Zone
03. The Bass Thing
04. The Path
05. Tree
06. Try To Stop Me
07. Living In a Bubble
08. Entering Stratosphere
09. Center Sun
10. Surfing With The Alien (Bonus Track)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 63:26 Minuten
VÖ: 14.09.2018

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24.10.2018 Up(6.0/10) von Metal Guru

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