Universe III - Universe III

Review von derkleinekolibri vom 17.05.2024 (2253 mal gelesen)
Universe III - Universe III Schweden, bekannt für seine Gletscher, Inseln, Seen und Wälder, ist Heimat vieler weltweit bekannter Bands, quer durch alle Musikgenres. Da verwundert es nicht, dass auch im Jahre 1982 viele neue Formationen aus dem Urschlamm krochen - unter anderem UNIVERSE, die sich dem Hard Rock der 70er und 80er Jahre verschrieben hatten, der sie während ihrer Jugend begleitet und stark beeinflusst hatte.

UNIVERSE spielten jahrelang fleißig vor Publikum, waren sogar mal Vorband von NAZARETH. 1985 ging ihr selbstbetiteltes Debütalbum an den Start und brachte drei Ohrwürmer hervor: 'Rollin' On', 'Stories From The Old Days' und 'Strong Vibrations'. Ihr erinnert euch? 1986 gab es personelle Änderungen, die schließlich darin gipfelten, dass UNIVERSE sich am Anfang des Jahres 1988 auflösten. Ende desselben Jahres gab es noch eine kurze Reunion, um eine Abschiedsshow zu geben. Die Bandmitglieder gingen alle ihrer Wege, blieben dennoch in Kontakt miteinander. 2002, also 14 Jahre später, trafen sich alle, bis auf den ursprünglichen Sänger, wieder. Schnell wurde ihnen bewusst, das sie ein zweites Album herausbringen sollten. Obwohl darüber Einverständnis herrschte, brauchte es mehrere Jahre, bis der Gedanke Form annehmen konnte. Andreas Eklund wurde neuer Frontmann. Seine Art, Geschichten in Lyrics umzuwandeln und diese in geschmackvolle Melodien einzubetten, hoben die Musik auf ein neues Niveau. So waren UNIVERSE plötzlich als UNIVERSE INFINITY wieder am Start und präsentierten 2018 stolz "Rock Is Alive", ein Tribut an die Musik ihrer Helden der 70er und 80er Jahre. Mit Freude spielten sie wieder in Clubs und auf Festivals, wobei sie Songs beider Alben performten. Während des Anfangs der Pandemie schafften sie es locker, 20 Songs zu schreiben, die an alte Zeiten anknüpften. Für ein zukünftiges Album erschuf man außerdem noch einmal halb so viele Stücke. Dann ging plötzlich ein Riss durch die Formation und man ging verschiedener Wege.

Nun aber ist man als UNIVERSE III mit dem gleichnamigen Album wieder da. Gewehr bei Fuß warten die Jungs nur noch auf den Startschuss, um auf den Bühnen der Welt dem Publikum erneut Auge in Auge gegenüberstehen zu können. Erwartungsvoll planen sie bereits eine Setlist aus Titeln sämtlicher drei Alben und weiterem neuen Material.

Auf dem ab 17. Mai 2024 erhältlichen Album befinden sich zehn Titel mit einer Gesamtlänge von fast 51 Minuten. Freddie Kriström ist derjenige, der dem Melodic Hard Rock von UNIVERSE III einen unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Sein Keyboardspiel fügt sich nahtlos in die Musik ein und überlädt diese absolut nicht. Sofort musste ich bei Erstlauschung des Openers 'I Am' an die Glanzzeiten von DEEP PURPLE denken. Eine weitere Reminiszenz an die guten alten 70er ist der Beginn von 'To Serve And Protect', der einem Stück von STATUS QUO entlehnt sein könnte. Freunde balladesker Töne kommen bei 'Why' voll auf ihre Kosten. Die Qualität ähnlich gearteter Songs der 80er wird zwar nicht ganz erreicht, dennoch zeigt das Quintett hier seine Variabilität in der Gestaltung ihrer Musik. Bassist Hasse Hagman hat seinen besonderen Auftritt bei 'Too Late' - er eröffnet und beendet diesen Song mit seinem Instrument grandios. Relativ unscheinbar werkelt Drummer Anders Wetterström. Genau dadurch verschmilzt das Schlagzeug mit der Musik, genauso wie es das Keyboard tut. Per Nilsson schließlich trägt mit seinen durchdringenden Riffs, einigen Soli und dem Spiel einer akustischen Gitarre zum Gelingen sämtlicher Songs bei. Die Metal-Gemeinde als potenzielle Hörerschaft hat man nicht vergessen: 'Rise Above' und 'Liquid Confidence' sprechen für sich selbst.

Hier haben in der Tat fünf Leute zusammengefunden, die hoffentlich eine gemeinsame Zukunft in Angriff nehmen können, bei der es nicht ständig irgendwelche Störfaktoren gibt.

Erhältlich ist "Universe III" als CD im Jewel Case oder als schwarzes Vinyl. Das gelungene Coverartwork kommt naturgemäß erst so richtig bei den schwarzen Scheiben zur Geltung. Von der computergenerierten Schrift mal abgesehen schaut es aus, als wäre hier ein Künstler tätig gewesen, der mit Farbpalette und Pinsel umzugehen vermag.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. I Am
02. To Serve And Protect
03. Casa De Los Pollos
04. Why
05. Hanging By A Thread
06. Rise Above
07. Liquid Confidence
08. Dream Of Better Days
09. Too Late
10. It's Time
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 50:50 Minuten
VÖ: 17.05.2024

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