Rage And Fire - The Last Wolf

Review von derkleinekolibri vom 05.07.2023 (1530 mal gelesen)
Rage And Fire -  The Last Wolf Das Land, in welchem Stockfisch und gegrillte Sardinen zu den Nationalgerichten zählen, liegt im Südwesten Europas und lädt an der Algarve zum Sonnenbaden und Schwimmen ein. Bei einigen von euch sehe ich ein Fragezeichen auf der Stirn. Ich wische das mal weg, indem ich den Namen des Landes mit etwas als 10 Millionen Einwohner preisgebe: Portugal.

Zwei ehemalige Mitglieder von RAVENSIRE gründeten in Lissabon ein Jahr nach dem Auseinanderfallen dieser Band im Jahre 2021 RAGE AND FIRE. Ob die optische Ähnlichkeit beider Bandnamen gewollt ist, war nicht zu ermitteln, akustisch unterscheiden sie sich nur geringfügig - RAVENSIRE klangen etwas düsterer. Es dauerte nicht lange, da wurde ein Demo mit vier Stücken veröffentlicht, das man "Demo 1986+35" nannte. Warum? Darüber habe ich mir lange den Kopf zerbrochen. Außer Kopfschmerzen kam nichts dabei heraus. Meine Vermutung war, es könnte das Erscheinungsjahr plus 35 Jahre der Cover-Version von W.A.P.S.'s 'I Wanna Be Somebody' sein, die sich auf diesem Demo befindet. Aber 'I Wanna Be Somebody' stammt aus dem Jahre 1984.

Von den vier Demo-Songs fanden drei aufs aktuelle Album "The Last Wolf", welches seit dem 23. Juni 2023 erhältlich ist. Unverständlich, dass man nicht auch die Cover-Version von W.A.S.P. übernommen hat. Auch wenn die acht Songs nicht nur auf einer CD, sondern auch auf einer Langspielplatte erhältlich sind, kann das kein Argument gegen das Stück sein. Aber gut, es ist nicht der einzige Punkt, der ein wenig negativ aufstößt. Führt man sich die Musik zu Gemüte, fällt zuerst das durchaus positive Gitarrenspiel der beiden Gitarristen auf. Ich vergaß zu erwähnen, das aktuelle Line-Up besteht aus vier Musikern. Allerdings gehen das Spiel des Basses sowie des Schlagzeugs ein wenig unter. Das alleine an sich ist noch hinnehmbar. Aber - tut mir leid, Rick - ich kann so gar nichts mit der Stimme anfangen, die uns fast 45 Minuten lang begleitet. Es hat den Anschein, Rick wäre während der Aufnahme verschnupft gewesen. Das leicht Nasale in der Stimme ist sehr gewöhnungsbedürftig. Während also an den Instrumenten durchweg gute Leistungen erzielt werden, macht der Gesang vieles zunichte. Nach mehreren Durchläufen hat man sich zwar an den Gesang gewöhnt, aber wesentlich besser wird das Dargebotene dennoch nicht.

No Remorse Records hat sich der portugiesischen Formation angenommen. Das Cover-Artwork liegt qualitativ über dem Inhalt dessen, was es verbirgt. Aufnahmetechnisch gibt es nichts zu meckern. Wie so oft, werden Hörer diverser Bands angesprochen, denen RAGE AND FIRE gefallen könnte. Zu den bekanntesten dieser Gruppen zählen sowohl MANILLA ROAD als auch RUNNING WILD (Letztere allerdings zu erwähnen, ist doch etwas gewagt). Man kann nur hoffen, dass "The Last Wolf" nicht das einzige Album von RAGE AND FIRE bleibt. Schließlich haben sie musikalisch einiges zu bieten. Die Zukunft wird es zeigen. Oder auch nicht.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. Rage And Fire
2. 20th Century Man
3. Shapeshifter
4. The Summoning
5. Tell The Tales Of Medusa
6. Ebb And Flow Wax And Wane
7. Black Wind
8. The Last Wolf
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 44:23 Minuten
VÖ: 23.06.2023

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Als Zahlenorakel möchte ich folgende Lösung nahelegen, damit du ruhig schlafen kannst und keine Kopfschmerzen hast: 1986+35=2021. Das Gründungsdatum erwähnst du selbst im Review, und 1986 steht wohl für die stilistische Reminiszenz. ;-)
(05.07.2023 von Opa Steve)

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