Deathstars - Everything Destroys You

Review von derkleinekolibri vom 05.05.2023 (1343 mal gelesen)
Deathstars - Everything Destroys You Der Tanz in den Mai fand ohne die DEATHSTARS statt. Die Veröffentlichung ihres fünften Albums kommt eine Woche zu spät. Aber was soll's, im nächsten Jahr ist es sicher noch nicht so weit runtergedudelt, dass man es nicht mehr hören könnte. Ob sich dann allerdings noch jemand daran erinnert? Wer weiß.

Seit über 20 Jahren besteht die vierköpfige schwedische Formation bereits. Vom vierten Longplayer "The Perfect Cult" bis zum am 5. Mai 2023 erscheinenden "Everything Destroys You" sind stolze acht Jahre ins Land gezogen. In dieser Zeit hat sich die Welt stark gewandelt. Immer mehr Despoten gewinnen die Oberhand, überall bröckelt die Demokratie und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst schneller denn je. All diese Themen finden sich in den Texten des Quartetts. Sie reflektieren ihr eigenes Leben, keine spirituellen oder futuristischen Dinge, die für niemanden greifbar, weil nicht beweisbar, sind. Dem gegenüber erscheint es fast logisch, dass sie Künstlernamen angenommen haben, die Bestandteile des täglichen Lebens und Treibens der Menschheit darstellen: Whiplasher Bernadotte (Vocals), Nightmare Industries (Guitars, Keyboards), Cat Casino (Guitars) und Skinny Disco (Bass).

Nach dem vielversprechenden Opener 'This Is' macht sich schnell Ernüchterung breit. Sind es hier noch einige an die Neue Deutsche Härte erinnernde Riffs, die dem musikalischen Geschehen Schwung geben, so verflachen all diese Aspekte mit zunehmender Laufzeit. Nein, es gibt keinen wirklich schlechten Song. Aber man wird das Gefühl einer kühlen Produktion nicht los, als hätte man die Stücke einfach nur aneinandergereiht, so wie sie gerade aufgenommen wurden. Erst nach mehr als zehn Durchläufen prägen sich einige Passagen ein und man beginnt langsam damit, die Stücke voneinander zu unterscheiden. Je intensiver man lauscht, offenbaren sich eben doch ein paar erwähnenswerte Sachen, wie zum Beispiel der wundervoll gespielte Bass bei 'Everything Destroys You - Everything Destroys You'. Hier, aber auch nur hier, wird eine gewisse Nähe zu RAMMSTEIN deutlich. Musikalisch sind die Jungs des Öfteren in der Nähe von PARADISE LOST und Konsorten verortbar.

Alles in allem ein gutes, aber kein sehr gutes Album. Hierfür fehlen einfach ein, zwei Stücke, die sich von den anderen deutlich nach oben abheben. Immerhin hat sich Nuclear Blast Records nicht lumpen lassen und bietet neben der CD auch eine LP an. Wer Vinyl besonders wegen des größeren Covers zu schätzen weiß, wird bei dieser Veröffentlichung allerdings keinen großen Zugewinn haben. Das Artwork ist sowohl in großer als auch in kleiner Ausführung eher belanglos.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. This Is
02. Midnight Party
03. Anti All
04. Everything Destroys You - Everything Destroys You
05. Between Volumes And Voids
06. An Atomic Prayer
07. Blood For Miles
08. The Churches Of Oil
09. The Infrahuman Masterpiece
10. Angel Of Fortune And Crime
Band Website: www.deathstars.net/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 40:27 Minuten
VÖ: 05.05.2023

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