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Winter's Verge - The Ballad Of James Tig

Review von Cornholio vom 20.09.2020 (1990 mal gelesen)
Winter's Verge - The Ballad Of James Tig Eine Symphonic Power Metal Band aus Zypern ist mir auch noch nicht untergekommen, jedenfalls nicht bewusst. Nun ist es aber so weit, das Sixpack (Drums, Bass, Gesang, zweimal Gitarre und Keyboard) hört auf den Namen WINTER'S VERGE und haut mit "The Ballad Of James Tig" bereits ihr siebtes Album raus. Auch wenn ich die ersten sechs nicht kenne, der genannte Stil der Band fasst den Sound auf dieser Langrille gut zusammen. Kraftvoller Gesang, nicht selten Doublebass, Chöre und eine ordentliche Portion Bombast bestimmen die Marschrichtung auf diesem Konzeptalbum. Eine Schnittmenge aus RHAPSODY OF FIRE und STRATOVARIUS auf der einen und Hans Zimmer und Klaus Badelt auf der anderen Seite. Zimmer sollte man kennen, Badelt hat ebenfalls zur Filmmusik von "Fluch der Karibik" beigetragen, und da sind wir auch schon im Thema.

Der Hauptdarsteller dieses Konzeptalbums ist James Tig, die Romanfigur vom zypriotischen Autor Frixos Masouras. Tig verlor als kleiner Junge seine Familie und hat es sich zum Lebensziel gemacht, das Seeungeheuer Killagorak zur Strecke zu bringen, das seiner Meinung nach seine Familie auf dem Gewissen hat. Wie es eigentlich bei allen Konzeptalben der Fall ist, kann man die Songs separat hören, also ohne in die Story einzutauchen, aber warum macht sich die Band denn solch große Mühe, wenn man es nicht wertschätzt? Mir liegen die Lyrics leider nicht vor, aber die Stimmung der Songs lässt schon gut auf das jeweilige Kapitel der Geschichte schließen.

Konzeptalben sind immer so eine Sache, schließlich zwingt sich die Band selbst dazu, sich innerhalb eines lyrischen und musikalischen Korsetts zu bewegen. Ich persönlich mag prinzipiell Konzeptalben sehr gerne, nehme mir auch immer wieder vor, die jeweilige Geschichte hinter den Songs und in den Texten zu entdecken und zu verfolgen, zugegebenermaßen gelingt mir das leider zu selten.

Jetzt aber zurück zu WINTER'S VERGE, wie schlägt sich die Band innerhalb des Korsetts? Ich finde, sich machen wenig falsch, aber insgesamt hätte der Bombast vielleicht etwas zurückgefahren werden können. Sänger George Charalambous in der Rolle des James Tig macht nicht selten den Eindruck, als müsse er gegen die symphonischen Klänge ankommen, was zwar meist gelingt, das Gesamtpaket aber etwas verkrampft erscheinen lässt. Außerdem, so ordentlich "The Ballad Of James Tig" geworden ist, so verwechselbar ist das Werk auch. Der Band fehlt ein Alleinstellungsmerkmal, sei es ein großer Hit oder vielleicht hier eine regelmäßig wiederkehrende Melodie, ein Thema, wie es bei Filmmusik so oft zu Einsatz kommt, denn sehr weit ist der Sound nicht von einem Soundtrack entfernt.

Erwähnenswert ist noch, dass neben der genannten Besetzung Teodora Stoyanova Freya (MAGIC OF THE NORTH) in diesem "Musical" die Rolle der Nina übernimmt, was aber auch keinen großen Unterschied macht. Das mag jetzt hart klingen, ist aber gar nicht so gemeint. Die Dame hat schon eine gute Stimme, ebenso wie ihr männlicher Gegenpart, aber auch sie klingt zu beliebig, zu "austauschbar". Ich möchte mich wiederholen, das ist wirklich nicht negativ gemeint, es ist ja auch alles nicht schlecht, aber das Alleinstellungsmerkmal fehlt in meinen Augen, sowohl bei der Band komplett, als auch bei beiden Stimmen.

Mir fällt übrigens gerade ein, dass ich einen meiner heutigen Lieblingssongs ('Mirror Of Souls' von THEOCRACY) durch ein ähnliches Durchschnittsreview kennen und lieben gelernt habe. Also, wenn ihr generell auf symphonischen Power Metal steht, dann hört euch mal den einen oder anderen Songs von "The Ballad Of James Tig" an, vielleicht packt es euch ja.



Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. It Begins
02. A Thousand Souls
03. Dead Reckoning
04. Timeless
05. Killagorak
06. I Accept
07. Blood On The Foam
08. The Sea
09. Ballad Of James Tig
Band Website: www.wintersverge.com
Medium: CD
Spieldauer: 48:49 Minuten
VÖ: 11.09.2020

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