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Orphan Donor - Old Patterns

Review von Metal Guru vom 10.04.2020 (3091 mal gelesen)
Orphan Donor - Old Patterns ORPHAN DONOR ist keine Kapelle/Gruppe/Band im traditionellen Sinne (mehrere Menschen an mehreren Instrumenten, alle zeitgleich im selben Raum und zusammen musizierend), sondern der hyperaktive Einzelkämpfer Jared Stimpfl. Wenn der Pennsylvanier gerade mal NICHT beim Hardcore-/Sludge-Trio SECRET CUTTER trommelt, nimmt er in seinem Homestudio Krachkapellen wie beispielsweise CASSILIS, HELL TO PAY, JESUS PIECE, TILE oder ULTRAMANTIS BLACK auf, mischt und meistert die Ergebnisse und vertieft so seine autodidaktischen Tontechnikerkenntnisse. Auf dem vorliegenden Tondokument schmiedet Jared nicht nur Stahlbleche/gerbt nicht nur Plastikfelle, sondern greift auch Gitarrenhälse/bedient auch Basssaiten. Das macht er meiner subjektiven Meinung nach (gibt es 'objektive' Meinungen?) ganz ok, von irgendeiner Professionalität allerdings weit entfernt. Jared zu diesem Thema (Zitat): "There's really no rhyme or reason of ORPHAN DONOR's existence, but to serve as a therapeutic and nostalgic outlet". Ah, 'n Psycho - alles klar ...

"Old Patterns" klingt in etwa nach/so ähnlich wie AS THE SUN SETS, DEFTONES, EXAMINATION OF THE ..., JEROME'S DREAM, ORCHID, PG99 und THE DILLINGER ESCAPE PLAN - behauptet der Beipackzettel. Da ich bis auf letztgenannte Band nicht eine einzige kenne, kann ich die Behauptung des B-Zettels weder bestätigen noch dementieren. Stattdessen lass' ich Fakten sprechen: Brachiale Bässe, grantige Gitarren, schepperndes Schlachzeuch und verzweifelte Vocals - alles angenehm ange- bis unerträglich vollverzerrt (= as LoFi as only LoFi can). Nach dreimal wiederholten siebenundzwanzig Minuten und dreiundzwanzig Sekunden weiß ich noch immer nicht, was ich von ORPHAN DONORs "Old Patterns" halten soll. Ich meine - ist es Musik (KANN die also weg?) oder doch 'nur' Lärm (MUSS der also weg?) - ich weiß es nicht. Das gelegentliche Grunzen/Keifen/Schreien von Chris Pandolofo (CLOUDS COLLIDE) dient höchstwahrscheinlich der Abwechslung/Orientierung/Ruhigstellung, tut es aber nicht. Warum - Jared hat es (das Grunzen/Keifen/Schreien) so dermaßen matschig mit dem diffusen Hintergrund vermengt, dass es weniger nach Gesang aus dem 'On', mehr nach Störgeräusch aus dem 'Off' klingt - schwer zu identifizieren, schwerer zu lieben, am schwersten (= gar nicht) zu verstehen. Hat aber was ...

Am Ende des Tages (= nach mehrfacher Hochdruckhörung MIT aktiviertem Subwoofer) kann Mensch sagen: Doch, es handelt sich um Musik (Rhythmen/Instrumente/Frequenzen - JA, Soli/Melodien/Gesang - NEIN) und ja, auch von 'Songs' im weitesten Sinne (Anfänge/Enden, dazwischen erkennbare Fragmente/sogar Wiederholungen) kann Rede sein. Aber macht DAS einen solo-selbstständigen Künstler namens ORPHAN DONOR, eine Sache namens "Old Patterns" anziehender oder abstoßender, besser oder schlechter, höher- oder minderwertiger? Meine Empfehlung/Meinung/Vermutung (für alle Corona-Genervten, Neugierigen oder/und Wagemutigen): Je lauter dat Zeuch hier konsumiert wird, desto effektiver dessen Effekt - wahrscheinlich (und OHNE Berücksichtigung der subwooferallergischen Lieblingsnachbarn). Ich sach' heute mal sechs Tropfen - sieben wären irgendwie zu viel(e), fünf wären irgendwie zu wenig(e). Oder was meint ihr?

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Hamsteria (2:15)
02. Salvia Is A Bitch (2:38)
03. New Patterns (2:58)
04. Pole Disdain (2:28)
05. Mind State Dependency (3:40)
06. Old Stains (2:27)
07. Planks (3:38)
08. Body On Fire (2:10)
09. Profound Loss (5:04)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 27:23 Minuten
VÖ: 13.03.2020

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