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We Sell The Dead - Black Sleep

Review von baarikärpänen vom 19.02.2020 (650 mal gelesen)
We Sell The Dead - Black Sleep Es sind ja oft die Gegensätze, die eine Scheibe erst so richtig interessant machen. Niemand würde zum Beispiel von einer Black Metal-Truppe erwarten, dass sie ein Konzeptalbum über die Vorzüge des pfleglichen Umgangs miteinander veröffentlicht. Musikalisch der Knüppel aus dem Sack, lyrisch eine bunte Sommerwiese voller duftender Blumen. Warum ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen? Vielleicht liegt's einfach daran, dass so ein Wagnis auch gekonnt umgesetzt sein will. Ist es das nämlich nicht, ist außer Spesen nichts gewesen.

WE SELL THE DEAD aus Schweden gehen ebenfalls so ein Wagnis ein. Sowohl der Name der Band als auch das Konzept, eine ganze Scheibe dem Tod zu widmen, lassen vermuten, dass hier auf Deibel komm raus geschrotet wird. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Natürlich wissen Niclas Engelin und Jonas Slättung von ihren Hauptbands IN FLAMES und DRÖMRIKET, wie der grobe Mörtel angerührt wird, aber sie sind eben auch nur Teil der Allstar-Truppe, die noch ergänzt wird durch Sänger Apollo Papathanasio (FIREWIND, SPIRITUAL BEGGARS) und Drummer Oscar Nilsson (ENGEL), der den ehemaligen HIM-Schlagzeuger Gas Lipstick ersetzt. Ebenfalls neu hinzugekommen ist Keyboarder Petter Olsson. Entschieden hat sich der Fünfer für einen eher melancholischen Heavy Metal, der letztendlich aber öfters doch gen Hard Rock tendiert, wenn nicht noch schlimmer. Sollte eigentlich ganz gut zur Thematik des Albums passen, wenn sie es denn wenigstens konsequent durchziehen würden.

WE SELL THE DEAD selbst sehen den Titel ihres Zweitwerks "Black Sleep" als eine Metapher für den Tod. Und sie treffen ja grundsätzlich den Nagel auf den Kopf, wenn sie sagen, dass man das Leben genießen soll, das Beste aus jedem Tag machen, denn am Ende steht halt doch der Tod. Wenn man aber am Ende des Albums nach 52 Minuten bedröppelt feststellt, dass man gerade fast eine Stunde der so kostbaren Zeit einfach nur verplempert hat, dann ist da wohl was derbe in die Hose gegangen. "Black Sleep" startet noch nicht mal sensationell. 'Across The Water' ist eine echt krude Mischung aus HIMs sogenanntem "Love Metal" und der zu vernachlässigenden Mittelphase von DIO. Der darauffolgende Titelsong dann eine noch krudere Mischung aus DEEP PURPLE und einem Chorus, den selbst STYX nicht cheesiger hinbekommen hätten. Immerhin wird es danach mit dem flotteren 'Blessed Or Cursed' und dem wieder an PURPLE zu "Perfect Strangers"-Zeiten erinnernden 'Caravan' etwas besser. Auch 'Hour Of The Wolf' und 'Nightmare And Dream' wissen einigermaßen zu gefallen. Was WE SELL THE DEAD sich aber bei den letzten vier Songs gedacht haben, das würde ich gerne mal wissen. Nicht nur, dass 'Shallow Grave' eine Ballade geworden ist, die schon nach kurzer Zeit an Dieter Thomas Heck's Hitparade oder den Fernsehgarten erinnert, nein, 'The Light' ist ein echter Totalausfall, 'Scars In My Heart' ein Möchtegern-Melodic-Rocker vom Reißbrett und beim mehr als belanglosen 'You I Fear' ist man dann spätestens an dem Punkt, wo man das persönliche Ende herbeisehnen würde, wäre "Black Sleep" auf Dauerrotation und man selbst festgekettet. Dazu passt dann auch die wenig druckvolle Produktion. Wenn das einzig Positive, was man zu "Black Sleep" erwähnen könnte, das wirklich gelungene Cover-Artwork bleibt, dann sagt das schon mehr als genug.

Allstar-Projekt hin oder her, aber ich habe bei WE SELL THE DEAD nicht den Eindruck, es hier mit einer ernstzunehmenden Band zu tun zu haben, sondern mit einer Ansammlung von an sich gestandenen Musikern, die sich eine Nebenspielwiese gesucht haben, weil ihnen gerade langweilig war. Die zudem Songs aus dem Baukasten zurechtgeschustert haben. Da ist es dann auch fast so wie das Tüpfelchen auf dem i, dass ein ansonst über jeden Zweifel erhabener Sänger wie Apollo Papathanasio hinten und vorne wie ein Fremdkörper wirkt. Das war leider ein Satz mit X meine Herren.

Gesamtwertung: 4.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Across The Water
02. Black Sleep
03. Blessed Or Cursed
04. Caravan
05. Carved In Stone
06. Hour Of The Wolf
07. Nightmare And Dream
08. River In Your Blood
09. Scars In My Heart
10. Shallow Grave
11. The Light
12. You I Fear
Band Website: www.wesellthedead.com
Medium: CD
Spieldauer: 52:42 Minuten
VÖ: 21.02.2020

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