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Phil Campbell And The Bastard Sons - Old Lions Still Roar

Review von Stormrider vom 13.11.2019 (340 mal gelesen)
Phil Campbell And The Bastard Sons - Old Lions Still Roar PHIL CAMPBELL sollte man an dieser Stelle nicht mehr explizit vorstellen müssen, dafür hat der kleine Waliser doch zu große Spuren in der Rockhistorie hinterlassen, als dass dem geneigten Leser nicht bekannt sein würde, welcher Band er über 30 Jahre lang seine Riffs und Soli eingehaucht hat. Nach dem Tod von Lemmy und dem damit einhergehenden Ende von MOTÖRHEAD hat Phil mit seinen Söhnen und Neil Starr das wirklich gute Album "The Age Of Absurdity" unter dem Banner PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS veröffentlicht, was sich aber zugegebenermaßen im erwartbaren musikalischem Gefilde bewegt hat. Nun veröffentlicht er sein erstes echtes Soloalbum, an dem er schon eine ganze Weile rumgewerkelt hat, welches es aber aufgrund anderweitiger Verpflichtungen und dem Mangel an Zeit erst jetzt in die Regale geschafft hat.

Das Konzept hinter "Old Lions Still Roar" ist dabei kein unbekanntes. Ähnlich wie vor ihm TONI IOMMI oder auch SLASH hat Phil seine Kontakte in der Szene spielen lassen und für die Tracks jede Menge unterschiedlicher Gäste ans Mikro und die Instrumente geholt. Dass man bei Namen wie ALICE COOPER, ROB HALFORD, DEE SNIDER, WHITFIELD CRANE oder JOE SATRIANI ein Mindestmaß an Qualität niemals unterschreitet, das verwundert nicht, aber dass die Songs ein viel breiteres musikalisches Spektrum abdecken, als der Gitarrero bisher vermuten ließ, das schon. Die größte Überraschung dürfte wohl gleich als Opener fungieren. Erwartet man ein knackiges Einstiegsriff in das Album, schaut man erst mal, ob man die richtigen Tracks gewählt hat, als mit 'Rocking Chair' ein stark Americana-beinflusster Song durch die Ohren schwirrt. Sehr lässig von LEON STANFORD interpretiert, wird klar, dass man auf dem Album die andere musikalische Seite des passionierten Hutträgers zu hören bekommt. Dabei nimmt er sich insgesamt ziemlich zurück. Wenn nicht der Name auf dem Cover prangen würde, man käme kaum auf die Idee, dass dies der Solostreich eines bekannten Gitarristen ist, so sehr stellt er seine Gäste in den Vordergrund. 'Straight Up' tritt dann etwas mehr auf das Gaspedal und liefert die rockig-metallische Grundlage für eine solide Vorstellung des Metal God. Anschließend startet 'Faith In Fire' (mit BEN WARD am Mikro) als Groover, der dann Fahrt aufnimmt, um wieder in den Groove zurückgeführt zu werden.

'Swing It' ist dann der erste Song, bei dem man definitiv hört, dass hier der Gitarrist von MOTÖRHEAD die Axt bedient. Der Song wird von ALICE COOPER intoniert und darf, wenngleich es auch keinen echten Stinker auf "Old Lions Still Roar" gibt, doch zu den Highlights gezählt werden. Gleiches gilt für 'Left For Dead', was ein wenig wie eine verschollene WHITESNAKE-Ballade tönt, aber durch sein geschmackvolles Solo angenehm aufgewertet wird. 'Walk The Talk' ist anschließend der Song, der mich am wenigsten berührt. Nicht, dass NICK OLIVERI oder DANKO JONES eine schlechte Leistung abliefern würden, aber dem Song fehlt die Hook, die bisher in allen Tracks präsent war, egal in welchem Genre der Song sein Zuhause gefunden hat. 'These Old Boots' bietet DEE SNIDER die Bühne und 'Dancing Dogs (Love Survives)' zeigt, warum WHITFIELD CRANE als einer der besseren Sänger des 90er-Grunge-Alternative-Sounds gesehen werden kann. Zum Ende der 41 Minuten wird es dann noch mal etwas ruhiger, und die vom Piano getragene und von BENJI WEBBE gesungene Semi-Ballade 'Dead Roses' wird den Emotionsjägern bestimmt eine gute Gänsehautzeit bescheren. Zum Abschluss darf JOE SATRIANI noch ein paar Gitarrenklänge beisteuern, aber so wirklich fesselnd finde ich persönlich das Instrumental 'Tears From A Glass Eye' nicht.

Was bleibt nach dem Hören der zehn Tracks? Ähnlich wie bei den eingangs genannten Kollegen ist auch das Soloalbum von PHIL CAMPBELL wirklich hörenswert, denn durch die unterschiedlichen Sänger und die breite Genrestreuung läuft man nie Gefahr, sich in einer latenten Ödnis aus Wiederholungen zu verlieren. Ein wenig Stückwerk ist es aber natürlich insofern, als der obligatorische rote Faden nur bedingt vorhanden ist und Phil darauf verzichtet, sich allzu sehr in den Mittelpunkt zu spielen. Was ich persönlich aber wirklich als sehr angenehm empfinde, sodass "Old Lions Still Roar" kein Gitarren-Show-Off-Album geworden ist. Well done! Die alten Löwen brüllen noch. Manchmal zwar mit Bedacht, aber sie brüllen!

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Rocking Chair (feat. Leon Stanford)
02. Straight Up (feat. Rob Halford)
03. Faith In Fire (feat. Ben Ward)
04. Swing It (feat. Alice Cooper)
05. Left For Dead (feat. Nev MacDonald)
06. Walk The Talk (feat. Nick Oliveri, Danko Jones)
07. These Old Boots (feat. Dee Snider)
08. Dancing Dogs (Love Survives) (feat.Whitfield Crane)
09. Dead Roses (feat. Benji Webbe)
10. Tears From A Glass Eye (feat. Joe Satriani)
Band Website: www.philcampbell.net
Medium: CD
Spieldauer: 41:07 Minuten
VÖ: 25.10.2019

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