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Aerodyne - Damnation

Review von baarikärpänen vom 13.11.2019 (296 mal gelesen)
Aerodyne - Damnation
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Im Bereich des traditionellen Metals braucht man sich über Nachschub nicht zu beklagen. Dass gerade Schweden ein scheinbar perfektes Pflaster für solche Bands ist, hatten wir ja schon ausgiebig in den letzten Monaten festgestellt. Auch wenn man noch so dankbar ist über jede neue Truppe in diesem Sektor, sollte aber auch klar sein, dass diese scheinbar nie zu versiegende Quelle auch ihre Schattenseiten hat. Vor allem wird es immer schwieriger für Newcomer, aus der breiten Masse hervorzustechen. Die, die das nicht schaffen, werden über kurz oder lang wieder in der Versenkung verschwinden oder aber stagnieren, was Fans und Einfluss betrifft. Die letzten, die mächtig Alarm machen konnten, waren vor einigen Wochen SCREAMER. Umso erstaunter war der Rezensent, dass schon nach kurzer Zeit mit AERODYNE eine weitere Kapelle aus Schweden um die Ecke kommt, die sogar noch eine Schippe drauflegt.

imgright Die Jungs bringen wirklich alles mit, um den "Alteingessenen" so richtig Konkurrenz zu machen. "Damnation", so der Titel des neuen Albums, hat jetzt schon beste Chancen, als echtes Highlight des an sich schon bemerkenswerten 2019 über die Ziellinie zu gehen. Und das genreübergreifend! Wie man das als Band schafft, die sich selbst im traditionellen Metal verortet, das zeigt jeder der elf Songs auf "Damnation" (gut, wir ziehen dann mal das Intro 'Hellsiah' ab). AERODYNE unterziehen ihren Metal der althergebrachten Spielweise einer Frischzellenkur, die sich gewaschen hat. Das wird schon bei 'Out For Blood' mehr als deutlich. Was ein Drive, was für Riffs, was für eine Doublebass am Anfang. Das kommt also dabei raus, wenn man die Glanzlichter von JUDAS PRIEST mit jeder Menge typisch schwedischer Sleaze-Leck-mich-am-Arsch-Attitüde mixt. Bei so einer Mixtur gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: vor Staunen offen stehende Mäuler oder totaler Reinfall. Im Falle AERODYNE ganz klar Ersteres. Dafür sorgt auch 'Kick It Down', ein Song, der durch die Botanik pflügt, als gelte es den Birkenbestand von ganz Schweden niederzumähen. Dass AERODYNE aber auch in der Lage sind, sich bei angezogener Handbremse einen Knaller aus den Rippen zu leiern, dafür steht 'March Davai'. Ganz große Kunst, wie hier NWoBHM auf Sleaze und Leads in bester RATT-Manier trifft. Dazu ein Chorus, der sich im Ohr festsetzt. Für so eine Perle würden CRAZY LIXX oder CRASHDIËT ihre Oma verscherbeln. Und trotz angesprochener Referenzen ist das hier hier lupenreiner Metal. Wo wir schon beim Verkaufen von Familienangehörigen sind: Für das Eingangsriff und den Aufbau von 'Under The Black Veil' würden PRIEST mittlerweile sehr wahrscheinlich auch noch Haus und Hof dazugeben. Der Titelsong, da bin ich mir sicher, wird bei künftigen Live-Aktivitäten für mehr als eine gereckte Faust sorgen. Nun könnte man denken, so langsam hätten AERODYNE ihr Pulver verschossen. Aber Pustekuchen! Denn 'Kill Or Be Killed' macht seinem Titel alle Ehre. Das sind Riffs, die man sonst nur aus dem Speed Metal kennt. 'The Nihilist' hingegen ist der dunkelste Track des Albums, erinnert in den Strophen mehr als einmal an BLACK SABBATH der mittleren Phase (also "Tyr" oder "Headless Cross"). 'Love, Eternal', das getragen beginnt, zwischendurch aber mal gehörig die Geschwindigkeit anzieht, beendet dieses Meisterwerk. Ganz egal, ob man die erstklassigen Gitarren, die Rhythmus-Truppe, den eigenständigen Gesang, das Songwriting oder die Produktion betrachtet, auf "Damnation" stimmt alles zu 100%.

Man soll ja vorsichtig sein, für was man die Höchstnote zückt, vor allem dann, wenn eine Band gerade mal ihr zweites Album auf den Markt bringt. Ganz zu schweigen von der Messlatte, die man damit ganz hoch legt für weitere Veröffentlichungen. Aber was soll man machen? Alles unter der Zehn würde dem Album nicht gerecht werden. Es macht echt keinen Unterschied, für was ihr euch sonst so begeistert. AERODYNE in den Player, laut aufdrehen und abgehen. Wer dabei kein fettes Grinsen im Gesicht hat, der hat Metal nicht verstanden!



Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. Hellsiah
02. Out For Blood
03. Kick It Down
04. March Davai
05. Murder In The Rye
06. Under The Black Veil
07. Damnation
08. Kill Or Be Killed
09. The Nihilist
10. Love, Eternal
Band Website: https://www.facebook.com/aerodyneofficial/
Medium: CD
Spieldauer: 46:06 Minuten
VÖ: 18.10.2019

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