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Lacrimas Profundere - Bleeding The Stars

Review von Stormrider vom 02.08.2019 (292 mal gelesen)
Lacrimas Profundere - Bleeding The Stars LACRIMAS PROFUNDERE sind eine Konstante im Dark beziehungsweise Gothic Rock, die seit vielen Jahren beständig solide bis sehr gute Alben für eine ausgewählte Zielgruppe herausbringen. Dabei ist die einzige echte Konstante im Line-up der Bayern Gitarrist Oliver Nikolas Schmid, denn er ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied, womit LACRIMAS PROFUNDERE als sein Baby gesehen werden dürfen. Und auch auf dem zwölften Album gibt es wieder einige neue beziehungsweise alte Gesichter - so hat Dominik Scholz wieder hinter den Kesseln Platz genommen, der 2011 bis 2013 schon mal die Stöcke für die Band geschwungen hat. Daneben hat Rob Vitacca im letzten Jahr nach zehn Jahren Bandzugehörigkeit das Mikro an Julian Larre übergeben. "Bleeding The Stars" ist somit die Einführung des dritten Sängers in der Bandgeschichte und verbindet, das sei vorab verraten, die beiden Vorgänger ziemlich gut miteinander. Laut aktuellem Promosheet besteht die Band derzeit offiziell auch nur noch aus diesen drei Protagonisten. Aber was zählt ist die Musik, also hören wir doch mal rein.

Eröffnet wird der Zehntracker von 'I Knew And Will Forever Know'. Der Song ist ein eher düsteres und schleppendes Groovemonster, dass von Julian mit Growls garniert wird und mehr oder weniger dezent an die Frühzeit der bereits 1993 gegründeten Band erinnert, wo man sich an namhaften Gothic Rockern wie MY DYING BRIDE oder auch (alten) ANATHEMA orientierte. Starker Einstieg, der mit den Growls als Leadvocals (und nicht nur als Akzentuierung) so auf den letzten Alben wohl kaum platziert worden wäre. 'Celestite Woman' hingegen nimmt dann etwas Fahrt auf und ist ein eingängiger Hit, wie er auch auf "Songs For The Last View", "The Grandiose Nowhere" oder dem bärenstarken Vor-Vorgänger "Antiadore" hätte stehen können. Hier orientiert sich Julian Larre gesanglich auch mehr an Rob, sodass bereits in den ersten beiden Tracks gezeigt wird Hey! Wir sind da, unser neuer Mann am Mikro kann alles das, was uns früher schon ausgemacht hat! 'The Kingdom Solicitude' ist dann eine Mischung aus den ersten beiden Tracks, und man ist versucht zu sagen, dass er zeigen soll, dass man 2019 die bisherigen Bandphasen miteinander verschmelzen möchte. Insgesamt definiert dieses Eröffnungstrio den Sound ziemlich gut. Trotz bratender Gitarren und tiefergelegten Vocals wohnt den Songs immer ein gewisser Pop-Appeal inne, der die Songs zugänglich macht sowie den zur Schau gestellten Weltschmerz, die Trauer und Melancholie nicht zum reinen Selbstzweck verkommen lässt. Die Melodien spenden dem Hörer, neben den dunklen Lyrics (weiterhin aus der Feder von Christopher Schmid, dem ersten Sänger und Bruder von Oliver), immer ein Licht am Ende des Tunnels.

In der zweiten Albumhälfte wird "Bleeding The Stars" dann leider etwas beliebig und man hat das Gefühl, dass man etwas zu sehr auf Nummer sicher spielt. Nicht, dass 'Father Of Fate' oder 'After All Those Infinities' schlecht wären, ganz bestimmt nicht, aber sie spinnen doch schon sehr ähnliche Fäden, wie die Songs im ersten Albumdrittel. Vielleicht ist das auch der Tatsache geschuldet, dass man mit dem Vorgänger "Hope Is Here" ein wenig zu viel wollte, sich einen Schritt zu weit in poppige Gefilde gewagt hat und das nun korrigieren möchte. Aber das ist natürlich bloße Spekulation meinerseits. Wie dem auch sei, genau wie auch auf den letzten Alben gibt es am Sound der Scheibe nichts zu bemängeln. Drückend, kraftvoll und doch mit dem nötigen Feinschliff versehen kommen die Tracks aus den Boxen. Aber hier haben LACRIMAS PROFUNDERE ja schon lange ihren Dreh gefunden, der den Songs auch diesmal wieder gut zu Gesicht steht.

Über die gesamte Albumdistanz ist "Bleeding The Stars" insgesamt etwas wenig überraschend, und Innovationen sollten nicht zu viele erwartet werden. Diese muss man aber auch gar nicht immer bieten, wenn man seinen Stil doch gefunden hat. Dafür fasst man in den knapp 40 Minuten alle bisherigen Bandphasen in gleichbleibend hoher Qualität zusammen. Qualitativ stärker als "Hope Is Here", jedoch nicht ganz so stark wie auf "Antiadore", bleiben LACRIMAS PROFUNDERE für mich neben END OF GREEN die deutsche Referenzband in Sachen qualitativ hochwertigem Dark Rock. Die Zielgruppe wird definitiv ihre Freude an dem Album haben. Wer THE 69 EYES, HIM und ähnlich gelagerte Bands hört, der macht mit "Bleeding The Stars" nichts falsch, auch wenn man nicht ganz die Qualität der Phase 2006 bis 2013 erreicht.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. I Knew And Will Forever Know
02. Celestite Woman
03. The Kingdom Solicitude
04. Mother Of Doom
05. Father Of Fate
06. Like Screams In Empty Halls
07. The Reaper
08. After All Those Infinities
09. A Sip Of Multiverse
10. A Sleeping Throne
Band Website: www.lacrimas.com
Medium: CD
Spieldauer: 39:18 Minuten
VÖ: 26.07.2019

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