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Ceild - A View

Review von Metal Guru vom 15.02.2019 (256 mal gelesen)
Ceild - A View "A View" soll instrumentaler Metal aus Frankreich sein - klang/klingt interessant und genau DRUM hab' ich's geordert! Neun gesangsfreie metallhaltige Musikstücke in siebenundvierzich Minuten und dreiunddreißich Sekunden - kann so was heutzutage (noch oder wieder) gut gehen? Ich persönlich vermisse (menschlichen?) Gesang grundsätzlich nicht, solange mich 'der Rest' anmacht, beeindruckt, erstaunt, fordert, interessiert, kurzweilt, triggert, unterhält und überzeugt. DAS tut er (der 'Rest') hier auf CEILDs "A View" nur zum Teil: Alibibass irgendwo in der Mitte (= passt, solange er spielt und fehlt, wenn er pausiert), Breitbandakkorde in befremdlichen Reihenfolgen und verschiedenen Verzerrungsgraden links/rechts und hinten/vorne, dubiose Doublebassdemonstrationen, kollektives Geknüppel, entweder programmiertes oder unmenschlich tot gespieltes Schlachtzeug (siehe hierzu auch*), sehr seltene Soli und tendenziell tieferes Tuning werden von gelegentlichen Klangteppichen hinterlegt/untermalt/verbunden - laut der Credits KEINE Keyboards (= also alles Klampfen)! Ja, DAS gefällt mir schon und erinnert mich an entanimalisierte ANIMALS AS LEADERS, downgescalte SCALE THE SUMMIT oder textlose TESSERACT, aber dieses andauernde akustische Ab und Auf, Her und Hin, Laut und Leise, Rauf und Runter, Yang und Ying (siehe hierzu auch**) erzeugt eine eigentümliche Unverbindlichkeit, die entweder ewig so weitergehen oder zu jedem beliebigen Zeitpunkt beendet werden könnte - sehr (SEHR) seltsam. MIT Gesang wäre dieser wie immer völlig subjektive Eindruck mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit ein anderer ...

CEILD bestehen laut Beipackzettel aus Clément Bodin (Gitarren), Charles Férec (ebenfalls Gitarren), Esteban De Rocquigny (Bass) und *Antoine Van Der Zijden (Schlachtzeug). Das in genau diesem Beipackzettel (und NUR da) abgedruckte Bandfoto zeigt verwirrenderweise drei Typen, das originale Booklet listet als Festangestellte sogar nur zwei (Typen), nämlich - tata - Bodin und Férec (plus Gäste, zum Beispiel *Theo Bégue als Schlachtzeuger UND Schlachtzeugkomponist) - was soll man davon halten? Der von Clément gestaltete Umschlag verwirrt durch seine Amorphität leider eher, als dass er durch seine (nicht vorhandene) Konkretheit überzeugt - sieht für mich wie gut gedachte/schlecht gemachte (fast) farblose Strudel aus, die gemäß Clément vielleicht der Musik entsprechen ('Wir laden Euch zu einer Reise in ein Universum ein, das aus Kontrasten und Paradoxa besteht. Ein verworrener Weg, der fortlaufend bebildert wird, Note für Note, Schritt für Schritt', siehe hierzu auch den nächsten Absatz), meinem Gestaltungsgeschmack leider überhaupt NICHT! Na ja, KEINE Bandfotos, KEINE Texte, KEINE Zusatzinformationen - man kann sich das/ein (Band-)Leben auch selbst schwer machen, oder?

Apropos (Flug-)Reise: Sämtliche Songs heben irgendwann bei A oder/und S (= Anfang/Start) ab, segeln konsequent an M oder/und T (= Melodie/Text) vorbei, machen dafür umso gerner, länger und öfter bei R oder/und V (= Rhythmus/Verzerrung) Pause, tanken bei W1 oder/und W2 (= Wattehintergründe/Wolkenvordergründe) noch mal nach, nur um dann irgendwo bei E oder/und Z (= Ende/Ziel) zu landen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass so viel instrumentale Mucke dem anderen Metallschädel oder der einen Metallschädelin einfach zu viel/zu wenig gleichzeitig ist: Zu viel Verzerrung/zu wenig Wärme, zu viel Rhythmus/zu wenig Melodie, zu viel Konstruktion/zu wenig Emotion - oder so was in der Art. Dabei dienen Titel wie 'Around', 'Erased', 'Sailed', 'Thoughts' oder 'Vibration' vielleicht der Benennung/Identifizierung/Trennung einzelner Stücke, NICHT aber der Findung konkreter Anhaltspunkte. Mit anderen Worten: Gut gemachte Instrumentalmusik reicht mir normalerweise(?), Vokaleinsatz nicht zwingend erforderlich - zahlreiche gesanglose Platten 'zieren' meine stetig wachsende Tonträgersammlung. Und auch CEILDs "A View" hat sicherlich den einen oder anderen akustischen Reiz, ABER: Bei einer Scheibe derartiger Länge passiert mir einfach zu viel Amorphes/zu wenig Konkretes, irgendwie warte ich die ganze Zeit auf das 'Aha-Erlebnis', den 'Big Bang', die ultimative Überrumpelung - die kommen aber nich', deshalb heute 'nur' sieben Tropfen ...

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. A View
02. Sailed
03. Around
04. Elephant
05. Vibration
06. Falaise
07. Toughts
08. Erased
09. ... From The Inside
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 47:33 Minuten
VÖ: 25.01.2019

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15.02.2019 A View(7.0/10) von Metal Guru

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