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Interview mit Francis Rossi von Status Quo

Ein Interview von Elvis vom 05.11.2014 (6053 mal gelesen)
Anlässlich das "Aquostic" Albums war Mr. Francis Rossi himself bereit, uns ein paar Fragen zu beantworten, was STATUS QUO aktuell und in Zukunft so vorhaben. Viel Spaß!

Hallo Francis, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, uns ein paar Fragen zum aktuellen Album "Aquostic" zu beantworten. Wann kam es Euch zum ersten Mal in den Sinn, ein Akustik-Album aufzunehmen und vom wem stammt diese Idee?

Francis Rossi: Das war unser Manager Simon Porter, als wir vor drei Jahren in Australien einen Werbespot für eine Supermarktkette drehten. Damals kamen dort bei unseren Song 'Down Down' erstmals Akustik-Gitarren zum Einsatz und ein Kontrabass. Rick gefiel die Idee, ich sagte "Nein" und am Ende machten wir es doch. Jetzt bin ich froh, denn dieses Projekt hat sehr viel Spaß gemacht.

Ihr habt in Eurer Karriere rund 400 Songs aufgenommen. Wie schwer fiel da der Auswahlprozess und welche Kriterien mussten die 22 Songs erfüllen, um schlussendlich auf dem Album zu landen?

Francis Rossi: Wir haben unseren Produzenten, Mike Paxman, beauftragt, eine Liste mit möglichen Songs aufzustellen. Er schlug uns 60 Titel oder mehr vor. Wir haben uns dann jeden Tag ein paar Songs vorgenommen und wenn wir keinen richtigen Vibe verspürten, die Finger davon gelassen und uns dem nächsten Song gewidmet.

Das Album enthält 22 Songs, dazu kommen drei weitere Bonus-Tracks. Kam diese Menge zustande, weil ihr Euch so schwer entscheiden konntet und es am Ende zuviel gutes Material gab?

Francis Rossi: Das liegt daran, dass die Songs alle kürzer sind als gewohnt, weil die Gitarrensoli zumeist wegfallen. Außerdem wollten wir am Ende genug Songs haben, um unter Umständen einen 80-minütigen Akustik Live-Gig spielen zu können.

Wie schwierig war es denn, Eure "elektrischen" Rocksongs in akustische Rocksongs umzuwandeln - oder habt Ihr ihnen vielleicht sogar einen ganz anderen, neuen Anstrich verpasst?

Francis Rossi: Das war ziemlich einfach, denn fast alle Songs wurden von uns auf Akustik-Gitarre oder Piano komponiert. Die Kunst lag darin, das richtige Arrangement und den richtigen Vibe zu finden. Und das hat wirklich sehr gut funktioniert.

Wie würdest Du den Sound und die Atmosphäre jemandem beschreiben, der "Aquostic" bislang noch nicht gehört hat?

Francis Rossi: Bei diesem Album kommen die Elemente durch, die durch die rockigen Riffs der E-Gitarren häufig überdeckt werden: die Melodien und die Texte.

Warum habt ihr Euch entschlossen, hauptsächlich Material aus den 70er und frühen 80er Jahren zu verwenden?

Francis Rossi: Zum einen liegt es daran, dass viele Favoriten aus den 70er stammen, zum anderen wollten wir chronologisch vorgehen. Denn ehrlich gesagt hoffe ich, dass das Album so erfolgreich wird, dass wir die Chance haben, "Aquostic" Part II aufzunehmen. Das wünsche ich mir wirklich sehr, und dann widmen wir uns auch den neueren Stücken...

Was kannst Du Leuten erwidern, die sagen, dass es ja nur ein weiteres "Greatest Hits" Album sei?

Francis Rossi: Was soll ich sagen? Es IST ein weiteres "Greatest Hits" Album! Allerdings mit dem Unterschied, dass die Songs erstmals in Akustik-Versionen zu hören sind, was möglicherweise auch etlichen Leuten gefällt, die bislang nichts mit der Musik von STATUS QUO anfangen konnten.

Ihr habt den berühmten Rock-Kollegen und Fotografen BRYAN ADAMS beauftragt, das Albumcover zu schießen. Wie kam es dazu und wie lief die Zusammenarbeit?

Francis Rossi: Da steckte zunächst natürlich auch eine Werbestrategie dahinter, aber Bryan ist auch ein wirklich guter Fotograf, der seine Sache versteht. Zumal er ja selber auch genau weiß, wie es sich anfühlt, für ein Albumcover fotografiert zu werden und worauf es dabei ankommt.

Was ist Dein Lieblingssong auf dem Album und warum?

Francis Rossi: Ehrlich gesagt: mir gefallen sie alle, sonst wären sie nicht alle auf dem Album gelandet.

Hat es einer Deiner Favoriten nicht aufs Album geschafft, weil sich beim Auswahl-Prozess herausstellte, dass er nur funktioniert, wenn ihr ihn mit euren Fender Telecasters spielt?

Francis Rossi: 'Roll Over Lay Down' ist so ein Song. Er wurde auf der E-Gitarre komponiert und die Gitarren sind sehr verzerrt und hart. Je länger ich jedoch darüber nachdenke, glaube ich, dass es vielleicht doch einen Weg gibt, ihn in eine wunderbare akustische Version umzuwandeln. Wir werden sehen...

Ihr habt das Album mit der aktuellen Bandbesetzung eingespielt, aber auch zuätzliche Musiker und ungewohnte Instrumente zum Einsatz gebracht. Warum?

Francis Rossi: Wir haben zuerst gedacht, wir könnten die Streicher mit Synthesizern darstellen, aber die echten Geigen klingen einfach viel besser. Wir wollten keine kompletten Drums, deshalb benutzen wir Percussions. Und das Akkordeon passt wirklich super zu unseren Akustik-Songs.

Live habe ich Euch das letzte Mal dieses Jahr beim "See Rock" in Österreich gesehen. Abgesehen davon, dass es ein superber Gig war, fiel mir extrem auf, wie sehr STATUS QUO das Publikum von Anfang an im Griff hatten. Ganz schön beeindruckend, grade weil Ihr Euch ja auch nicht groß mit Firlefanz auf der Bühne rumschlagt! Mir fiel aber auch auf, dass Ihr dabei sehr relaxed und locker gewirkt habt. Klar, Ihr habt tausende Konzerte auf dem Buckel und Tonnen an Erfahrung, aber wie macht Ihr das? So richtig aufgefallen ist mir so was zuletzt bei Paul McCartney, ich denke mit dem Vergleich könnt Ihr leben... Also, ist nach all den Jahren vor dem Auftritt oder währenddessen noch Anspannung oder sogar Nervosität übrig? Oder seid Ihr einfach superprofessionell drauf, dass man es nicht sieht?

Francis Rossi: Ganz ehrlich: vor jedem Gig mache ich mir immer noch fast in die Hose. Ich will da nicht raus auf die Bühne, male mir aus, was alles schief gehen könnte, besonders bei großen Gigs. Aber sobald dann der erste Akkord erklingt, fällt die ganze Nervösitat ab und ich genieße den Auftritt und die Reaktion des Publikums. Das sind die magischen Momente, wegen derer wir seit über 50 Jahren Abend für Abend da raus gehen.

Beim "See Rock" waren später am Abend die SCORPIONS Headliner. Vor ein paar Jahren gaben sie ja bekannt, dass es ihre Abschiedstour sein werde, die zogen sie jahrelang durch und letztlich entschlossen sie sich dann doch, weiterzumachen. Was hältst Du von solchen Abschiedstourneen? Könntest Du Dir für STATUS QUO auch so was vorstellen oder kann Euch insofern nur wenig aufhalten?

Francis Rossi: Das muss ja jede Band selber wissen. Wenn die SCORPIONS auf ihrer Farewell Tour wieder Blut geleckt haben, kann ich das gut verstehen. Künstler lechzen nach Applaus, das ist so, sonst wären wir alle schon längst in Rente. Wir sind 65 Jahre, irgendwann wird uns die biologische Uhr stoppen, aber daran will ich jetzt noch nicht denken.

Wo die Frage grade so schön passt: gibt es eine Art "Masterplan" in Euren Köpfen heutzutage (oder früher)? So im Sinne, was vielleicht innerhalb der nächsten fünf Jahre angedacht ist?

Francis Rossi: Grundsätzlich ist mein Ziel als Musiker persönlich und mit der Band besser zu werden, uns weiterzuentwickeln. Deshalb kommt eine Fortsetzung der "Frantic Four" auch nicht in Frage. Wir kommen im November nach Deutschland auf Tour... und darauf freue ich mich schon das ganze Jahr: ich liebe Deutschland! Außerdem hoffe ich sehr, dass das "Aquostic" Album erfolgreich wird, das ist nämlich ein ganz tolles Projekt, auch wenn ich anfangs strikt dagegen war. ich wünsche mir, das wir 2015 mit dem Akustik-Set auf Tour durch größere Hallen gehen können und kann mir auch ein Akustik-Album Teil 2 sehr gut vorstellen. Weiter denke ich ehrlich gesagt noch nicht.

Vielen Dank schon mal für das Interview zum Schluss daher noch kurz: wird das im November/Dezember dann eine Akustik-Tour oder integriert ihr einen Akustik-Block in Eure Rockshow?

Francis Rossi: Wir freuen uns sehr auf Deutschland. Wir werden dort im November mit unserer konventionellen Rock-Show auftreten. Zum einen war dies schon lange so angekündigt, zum anderen ist es ein großer Aufwand, das Akustik-Projekt auf die Live-Bühne zu bringen. Das wird also frühestens 2015 der Fall sein können...

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