Banner, 468 x 60, mit Claim


Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2021
Headbangers Open Air 2021 (Corona Edition)

Ironhammer Festival 2021

Interview mit LIGHT von Light

Ein Interview von grid vom 31.07.2014 (4475 mal gelesen)
LIGHTs starkes "The Cult Of Light" forderte einfach ein Interview. Was die Berliner zu Arbeitsweise, Einflüssen und Zukunftsplänen zu sagen haben, lest ihr im Folgenden.

Hallo und Glückwunsch zu eurem Debüt "The Cult Of Light". Darf ich Dich zuerst bitten, LIGHT unseren Lesern vorzustellen und uns etwas über die Entstehung der Band zu erzählen? Wart ihr vor LIGHT in anderen Bands/Projekten aktiv?

LIGHT: Wir sind 3 befreundete Musiker aus Berlin, die vor LIGHT in diversen anderen Rock/Death/Black/Doom Metal-Projekten tätig waren. Anfang 2010 haben wir mit einigen Sessions begonnen; viel experimentiert. Daraus ist dann unsere erste EP "Ignition" 2012 entstanden. Die EP war dabei eine Art "Test" um auszuloten, wieweit man als Band mit einer Vorliebe für unterschiedliche Metal-Styles gehen kann. Freunde, Bekannte und verschiedene Magazine waren positiv überrascht, und das war dann die Motivation, mehr daraus zu machen.

In Zeiten von greller Selbstdarstellung in den sogenannten sozialen Medien, habt ihr euch entschieden, wenig von euch preiszugeben und hinter eurer Musik zurückzutreten. Habt ihr keine Angst, deswegen weniger beachtet zu werden? Sind eure Plattenfirma und Promoagentur von dieser Haltung angetan?

LIGHT: Da wir bei keinem Label unter Vertrag sind und uns selbst managen, sind wir völlig ungebunden. Dass wir dabei weitestgehend anonym auftreten, ist eine sehr angenehme Art von Freiheit. Man wird nicht auf seine Person und musikalische Vergangenheit reduziert, sondern bekommt direktes Feedback zu seinen kreativen und spielerischen Qualitäten. Man kann sich also voll und ganz auf die Kunst konzentrieren.

Aus der Masse der diesjährigen Debüts strahlt "The Cult Of Light" sehr hell hervor, wovon auch die vielen positiver Rückmeldungen zeugen. Seid ihr überrascht? Wie geht ihr mit Reviews um?

LIGHT: Durch ständiges Feedback von Freunden, Bekannten und Fans der EP waren wir uns schon bewusst, dass es ganz gut werden könnte. Die bisherigen Reviews übertrafen unsere Erwartungen, was uns natürlich überrascht hat. Aber vor allem sind wir auch erleichtert, dass unser Genre-Mix-Experiment erfolgreich ist und wir auf dem richtigen Weg sind.

Ihr werdet dem Death/Doom zugeordnet, das greift meiner Meinung nach viel zu kurz. Wie würdest Du eure Musik beschreiben?

LIGHT: Wenn es ein Film wäre: Death/Doom-Achterbahnfahrt mit überraschenden Richtungswechseln und Details.

Welche Alben waren für eure Musik die einflussreichsten?

LIGHT: TIAMAT "Gaia", EDGE OF SANITY "Purgatory Afterglow", UNANIMATED "Ancient God Of Evil". Dazu kommen natürlich so ziemlich alle Alben von SAMAEL, CELTIC FROST und CANDLEMASS.

"The Cult Of Light" hat einen unheimlich starken Drive und klingt so geschlossen rund, dass ich mich frage: tickt ihr musikalisch derart übereinstimmend, dass ihr diese Geschlossenheit in den Songs erreicht oder ist das Album ein Ergebnis langwieriger und nervenaufreibender Tüftelei? Wie muss man sich den Schaffensprozess bei LIGHT vorstellen?

LIGHT: Natürlich gibt es 2-3 Songs auf dem Album, an denen wir uns die Zähne ausgebissen haben, aber generell geht das allgemeine Songwriting recht leicht von der Hand. Meist nehmen wir eine Session im Proberaum mit einem Mikrofon auf. Zuhause am Rechner werden dann die besten Parts extrahiert, ergänzt und in ein Konzept gepackt. Das Ganze wird dann im Proberaum durchgetestet sowie ausgearbeitet und bekommt dadurch den nötigen Feinschliff von Durchgang zu Durchgang.

Was entfacht eure Kreativität? Was inspiriert euch?

LIGHT: Ein gutes Buch, ein guter Film, viel Musik aus allen denkbaren Genres und natürlich alles, was mit Licht im Zusammenhang steht.

Beim Begriff Licht gehen die Gedanken in ganz viele Richtungen. Wie seid ihr auf dieses Thema gekommen? Welche Aspekte interessieren euch daran am meisten?

LIGHT: Um sich nicht an ein Genre zu binden, suchten wir einen neutralen Namen, den man sich leicht merken kann. Weil Licht sehr facettenreich ist und immer wieder anders interpretiert werden kann, ermöglicht dieses Konzept grenzlosen musikalischen, lyrischen und visuellen Freiraum.

Bitte gib uns doch ein wenig Einblick, wovon die Songs auf "The Cult Of Light" handeln?

LIGHT: "The Cult Of Light" ist ein Konzeptalbum und erzählt in Episoden von der Entstehung und Ausbreitung eines neuen Lichtes, welches das uns derzeit bekannte vernichten und ersetzen soll. Dieses Licht kann sanft oder grell, gut oder böse sein, Leben oder Tod bringen. Es entsteht ein Kult um dieses neue, geheimnisvolle Licht. In den letzten beiden Songs wird man nach einer feierlichen Zeremonie und einem finalen Ritual aufgefordert, diesem CULT OF LIGHT beizutreten.

Zu Beginn von 'Cult Of The Light: Ritual' erklingt feierliche Orgelmusik begleitet von einer lautmalenden Frauenstimme. Wer singt da?

LIGHT: Wenn schon die Bandmitglieder anonym bleiben wollen, so bleibt dies erst recht ein Geheimnis.

Was war der schwierigste Teil bei "The Cult Of Light"?

LIGHT: Nicht den roten Faden zu verlieren. Es mag ja schön und gut sein als Band sehr experimentell ans Werk zu gehen, kann aber schnell im Chaos enden und man verliert den Hörer nach 2 Songs. Die große Herausforderung war also 11 Songs nonstop Abwechslung zu bieten, aber trotzdem als geschlossene Einheit zu klingen. Letztendlich ist es MIGHTY GOBLINs transparentem Mix und MEGA WIMP SOUNDs dynamischem Mastering zu verdanken, dass das Album wie aus einem Guss klingt.

'Light Bless You', dieser düsterer Midtempostampfer, geht mir bei jedem Durchlauf wegen seines kalten Gesangs und dem an SAMAEL erinnernden Keys immer wieder unter die Haut. Würdest Du sagen, dass dieser Song alles, was LIGHT musikalisch ausmacht, am besten zusammenfasst, und ihn als eure Bandhymne bezeichnen? 

LIGHT: Definitiv. 'Light Bless You' und 'Cold' waren unsere ersten geschriebenen Tracks. Diese beiden Songs haben maßgeblich die Richtung und das Konzept als Band geprägt. Einfache, hypnotische und direkte Songs, die durch kleine Höhen und Tiefen trotzdem Komplex klingen.

2012 das Demo; 2014 das Debüt. Gibt es in zwei Jahren das nächste LIGHT-Album?

LIGHT: Der 2-Jahresabstand der zwei Releases war nicht geplant. Ebenso verhält es sich mit der weiteren Entwicklung.

Ein paar wenige Auftritte habt ihr absolviert. Gefällt es euch auf der Bühne zu stehen, oder fühlt ihr euch im Studio wohler? Wie waren die Reaktionen auf eure Musik vor der Bühne?

LIGHT: Bühne und Studio kann man nicht vergleichen. Ersteres ist die Schaffensphase mit all Ihren Facetten, die auch deutlich länger andauert. Zweiteres - die Bühne - ist viel kurzlebiger und aufgrund der zum Großteil fremden und unbedarften Zuhörer eine doppelte Challenge. Die Reaktionen waren allerdings durchweg positiv - was sich auch an den CD- und Merchverkäufen direkt nach den Konzerten widerspiegelte.

Habt ihr Pläne bald wieder ins Rampenlicht zu treten, um eure Musik live zu präsentieren?

LIGHT: Wir sind gerade in der Planungsphase bezüglich neuer Veröffentlichungen und Konzerte. Aufgrund zahlreicher beruflicher und privater Verpflichtungen nehmen wir uns dafür die Zeit, die es braucht. Die Aufnahmen zu "The Cult Of Light" haben sich insgesamt über 1 Jahr hingezogen – immer mit dem Fokus Qualität statt Quantität. Sowohl im Studio, als auch live – und wir verfahren ohnehin seit Beginn des Projektes frei nach dem Motto: „Slowly we run“. Das funktioniert sehr gut.

Damit danke ich Dir sehr herzlich für Deine Zeit, meine Fragen zu beantworten und wünsche euch mit "The Cult Of Light" die gebührende Aufmerksamkeit. Die letzten Worte gehören Dir.

LIGHT: Light Bless You.

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

18.07.2014 The Cult Of Light(9.0/10) von grid

Interviews

31.07.2014 von grid

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!
Banner, 150x150, ohne Claim