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Interview mit Jens von Slaughterday

Ein Interview von Eddieson vom 30.10.2020 (1441 mal gelesen)
SLAUGHTERDAY stehen kurz davor, ihr drittes Album "Ancient Death Triumph" zu veröffentlichen. Im Zuge dessen stand uns mit Jens 50% der Band Rede und Antwort.

Moin an die Waterkant. Wie geht’s?

Jens: Moin, Jan, da wir durch Corona und die Maßnahmen, die dagegen getroffen werden, mitten in einer Krise stecken, habe ich schon bessere Laune gehabt. Zum Glück gibt es noch Strom und ich kann so wenigstens jeden Tag Musik hören.

Stell doch mal bitte die Band vor und gib einen kurzen Abriss über die Geschichte von SLAUGHTERDAY.

Jens: Bernd Reiners (drums/vocals) und ich (guitars/bass) machen die Band seit 2010. Wir haben gerade unser drittes Album aufgenommen und zudem noch zwei EP‘s rausgebracht.

Ich habe über euch gelesen, dass das Songwriting von den jeweiligen Bands beeinflusst wird, die ihr während der Songwriting-Phase intensiv hört. Welche Bands waren das bei "Ancient Death Triumph"?

Jens: Das waren wohl neben AUTOPSY, die sicher immer noch zu unseren Haupteinflüssen zählen, dieses Mal sicher DEATH und CARCASS. Natürlich gehen neuere Entwicklungen auch an uns nicht vorbei, aber wir setzen uns nicht bewusst hin und sagen, das Album muss jetzt so oder so klingen. Je nachdem, welche Vorlieben wir gerade haben, kommt halt immer was anderes dabei raus. Man kann sicher auch an der ein oder anderen Stelle heraushören, dass wir CANDLEMASS oder ASPHYX gehört haben. Manchmal sind das auch nur Details, wie ein Drumfill, eine Harmonie, eine Gesangsphrasierung oder der Aufbau eines Songs. Unser Kumpel Arne von Phantom Corporation ist da immer sehr verlässlich. Er kann immer sofort erkennen, von welchem Song welcher Band was "geklaut" wurde! imgright

Ich gehe mal davon aus, dass die neuen Texte auch wieder von Lovecraft inspiriert wurden. Was fasziniert euch so an diesen Themen, dass ihr sie den üblichen Splatter & Gore Lyrics vorzieht?

Jens: In diesem Fall war Lovecraft tatsächlich gar kein so großer Einfluss. Auch auf der "Abattoir" EP waren die Inspirationen schon breiter gefasst. Daher auch die Abkehr von den Tentakeln im Logo. Es sind oft alle möglichen Horrorgeschichten, manchmal durch Filme beeinflusst, wie "The Thing" oder auch von Gemälden, wie "Der Triumph des Todes" von Bruegel. Lovecraft hatte natürlich seinen besonderen Charme, weil das nicht nur interessante Geschichten sind mit faszinierenden Ideen, sondern auch großartige Literatur ist.

Ihr habt ja ein goldenes Händchen bezüglich eurer Artworks. Wobei das neue Cover für mich ganz klar das beste bisher ist. Was kannst du mir zu dem Coverartwork erzählen?

Jens: Als wir uns den Titel des Albums überlegten, war uns schnell klar, dass das Cover einen Bezug dazu haben müsse. Der Titel "Ancient Death Triumph" hat dabei eine doppelte Bedeutung. Zum einen hat es mit unserem Stil zu tun, der natürlich Old School Death Metal ist, zum anderen wird aber auch der Triumph des Todes nach Bruegels Bild angesprochen. Wir hatten dann schnell die Idee, dass Reiter, die an die Reiter der Apokalypse erinnern, in einer Art Triumphzug in eine verfallene Stadt reiten und von ihren "Untergebenen" empfangen werden sollten. Adam Burke hat das Ganze dann hervorragend umgesetzt! Wir hatten bereits an seinem ersten Entwurf nichts zu meckern. Er ist einfach ein großartiger Künstler. So ein Album ist ja immer auch ein Gesamtkunstwerk, bei dem im Idealfall Musik, Texte und Verpackung eine Einheit bilden.

Eine Coverversion habt ihr auch wieder am Start. Diesmal ist es ANVILS 'Thumbhang' geworden. Was verbindet euch mit ANVIL und dem Song, dass ihr ihn als Coversong eingespielt habt?

Jens: Zum einen sind ANVIL natürlich Helden unserer Kindheit, zum anderen hatten wir die Gelegenheit, ANVIL bereits mehrfach bei Jörg im Studio besuchen zu dürfen, da sie ihre letzten zwei Alben dort aufgenommen haben. Da lag es für uns nahe, einen Song von ANVIL zu covern. Bei Coversongs ist es natürlich immer wichtig, dass diese auch in das SLAUGHTERDAY-Gewand passen. Der Song muss als Death Metal-Nummer funktionieren. Es würde für uns zum Beispiel keinen Sinn ergeben, etwas von DIO oder MAIDEN zu covern, da die Gesangsmelodien da die tragenden Elemente in den Songs sind. Also muss es ein Song sein, der allein vom Riffing schon passen könnte. Da fanden wir 'Thumbhang' sehr geeignet. Besonders froh und stolz sind wir natürlich über die Tatsache, dass ANVILS Chris den Bass dazu beigesteuert hat.

Erzähl mir doch mal bitte, was die Vor- und Nachteile einer Zwei-Mann-Band sind.

Jens: Tja, die Vorteile liegen im Moment ja auf der Hand: Wir können immer proben, während andere das zur Zeit nicht dürfen! In erster Linie machen wir das aber, weil Bernd und ich nun mal gute Kumpel sind, die gerne zusammen abhängen und sich über Gott und die Welt austauschen. Wir machen das Ganze ja vor allem, weil es uns Spaß macht. Aber auch sonst ist das einfach einen effektivere Herangehensweise. Wir sind uns fast immer in allen Punkten einig, was die Ausrichtung der Songs, der Riffs, der Covergestaltung, des Layouts, des Merch und so weiter angeht. Wir wissen einfach, wie SLAUGHTERDAY klingen sollen und möchten uns da nicht reinreden lassen. In erster Linie muss es ja uns selbst gefallen und wir haben da keine Lust, auf Befindlichkeiten anderer einzugehen und Kompromisse zu machen. Außerdem sind Absprachen, Probetermine etc. einfacher zu handeln. Die Realität zeigt ja, dass wir zwei im ostfriesischen Raum vermutlich das beständigste Line-up sind. Haha!

Im deutschen Death Metal-Underground tut sich ja seit einiger Zeit wieder einiges. Welches waren davon deine persönlichen Highlights?

Jens: In Deutschland gab es seit jeher ja interessante Death Metal Bands, die aber oft nicht an die Erfolge der großen amerikanischen und schwedischen Bands heranreichen konnten. In der letzten Dekade haben sich jedoch v.a. aus Deutschland viele neue Bands hervorgetan. Rico hat mit FDA Rec. einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet mit Veröffentlichungen von Bands wie ENDSEEKER, REVEL IN FLESH, CHAPEL OF DISEASE, DEHUMAN REIGN, WOUND und WEAK ASIDE. Natürlich verbindet uns zu WEAK ASIDE, die sich ja leider aufgelöst haben, eine besondere Freundschaft, aber auch mit ENDSEEKER und REVEL IN FLESH haben wir tolle Abende gehabt. Auch GRAVEYARD GHOUL, DEMORED, WILT und viele andere kann man da nennen. Die fraglos beste Veröffentlichung ist selbstverständlich "World Sacrifice" von TEMPLE OF DREAD!

Gibt es etwas, das ihr mit SLAUGHTERDAY noch gerne erreichen wollt?

Jens: Aufnahme in die Rock‘n Roll Hall of Fame, Platin in allen Ländern und der Top-Act in der Halbzeitshow beim Super-Bowl. Fürs erste wäre es aber schön, endlich wieder mal Konzerte und Festivals spielen zu dürfen.

Große Touren fallen für SLAUGHTERDAY wegen Zeitmangels ja aus. Aber ihr habt doch bestimmt andere Pläne für 2021, oder?

Jens: An Zeit wird es uns aufgrund der Corona-Einschränkungen sicher nicht mangeln.Wir werden vermutlich zunächst weiter Songs schreiben und dieses Mal etwas früher ein neues Album an den Start bringen. Es gibt zudem noch Ideen für weitere Bandprojekte, die wir umsetzen könnten. Das werden wir noch sehen.

Damit sind wir auch schon am Ende des Interviews angekommen. Ich danke für die Zeit und wünsche euch für das Album viel Erfolg. Die letzten Worte gehören dir!

Jens: Ich wünsche allen Lesern, dass sie gesund bleiben und hoffe inständig, dass das, was unsere Subkultur ausmacht, bald wieder stattfinden darf: Mit einem Bier in der Hand neben anderen verstrahlten Menschen zu stehen, die sich weigern, erwachsen zu werden, zu überzogen lauter, handgemachter Livemusik abzuthrashen. Vielen Dank für den Support.

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