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Interview mit Jacob von Children Of The Sün

Ein Interview von Kruemel vom 18.08.2019 (844 mal gelesen)
Nach der Veröffentlichung von "Flowers", dem für mich besten Summerfeeling-Album dieses Jahres, hatte ich Gelegenheit, mich mit Gitarrist Jacob von CHILDREN OF THE SÜN über den musikalischen Werdegang der noch sehr jungen schwedischen Blumenkinder zu unterhalten. Und auch Sängerin Josefina meldet sich am Ende kurz zu Wort ...

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Da vielleicht einige unserer Leser (leider) noch nie etwas von euch gehört haben: Wer sind die Leute hinter CHILDREN OF THE SÜN?

Jacob: Wir sind die acht jungen Musiker Josefina Berglund Ekholm (Lead Vocals), Ottilia Berglund Ekholm (Choir), Wilma Ås (Choir), Jacob Hellenrud (Gitarre), Ida Wahl (Bass), Anna Nilsson (Keys), Sara Berkesi (Percussion) und Christoffer Eriksson (Drums) und stammen aus den tiefen Wäldern von Värmland, Schweden.

Wie habt ihr zusammengefunden? Kanntet ihr euch schon vorher?

Jacob: Die Band wurde 2017 nach einem Soulkonzert, welches unsere Schule veranstaltete, gegründet. Man kann also sagen, die Schule hat uns zusammengebracht. Haha. Unsere Bassistin und die Leadsängerin wollten eine Rockband kreieren und Cover ihrer Idole wie JANIS JOPLIN und LED ZEPPELIN spielen, aber als ich (Gitarrist Jacob) dazukam, begannen wir, unsere eigenen Songs zu schreiben. Es dauerte nicht lang, dann schlossen sich noch andere Leute unserem Musik-Kollektiv an und nach ein paar Wochen waren wir CHILDREN OF THE SÜN - und hoffentlich hören wir nie auf, zusammen zu spielen.

Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen? "Children Of The Sun" war glaub ich 1969 auch der Name einer SALLYANGIE (Mike und Sally Oldfield)-Platte ... Hat die Namensfindung vielleicht dort ihren Ursprung?

Jacob: Nein, eigentlich stammt der Name von einer meiner Lieblingsbands DEAD CAN DANCE, die einen Songs hatten, der so hieß. Wir denken, dass uns CHILDREN OF THE SÜN sehr gut beschreibt. Wir sind alles Kinder der Sonne, wir leben und wachsen unter den Strahlen der Sonne.

Was hat euch dazu bewegt, gerade diese Art an Musik - also Hippie Rock - zu machen?

Jacob: Ganz einfach. Wir sind alte Seelen in einem jungen Körper; wiedergeboren aus Woodstock 1969, um die Verbreitung von "Peace & Love" aufrechtzuerhalten und fortzuführen.

Welche Art von Menschen möchtet ihr mit eurer Musik speziell erreichen?

Jacob: Unsere Musik ist für jedermann unter der Sonne gemacht. Ich denke, sie kann sowohl von Rock- als auch Pop-Fans angehört werden. Dennoch liegt unser Fokus auf den Retro Rock-Liebhabern, die es mögen, im Vinyl zu wühlen - alt wie jung.

Wie finanziert ihr die Band und euer Leben, beziehungsweise welchen Jobs geht ihr nach?

Jacob: Wir alle gehen noch zur Schule, außer halt in den Sommern, in denen wir hauptsächlich spielen. Daher sind unsere Jobs sehr unterschiedlich. Einige arbeiten nebenbei in Supermärkten, gehen putzen oder sind in Livesound-/Licht-Bereichen tätig und so weiter ... Es kann echt schwierig sein, zusammen zu üben und auf Tour zu gehen, wenn acht Mitglieder versuchen, ihre Pläne unter einen Hut zu bekommen. Manchmal vereinbaren wir unsere Probe-Termine schon Monate im Voraus. Aber bisher hat es immer geklappt.

Wäre es euer Anliegen, von der Musik leben zu können? Oder ist es euch wichtiger, unabhängig zu bleiben und dabei ein gutes Gefühl zu haben?

Jacob: Wir würden gerne von unserer Musik leben können. Ein großer Traum ist es, in einem Hippie-Van rund um den Globus zu reisen, Platten sowie Merch zu verkaufen und jeden Abend vor unterschiedlichem Publikum zu spielen. Ich glaube, man kann sich durchaus das Gefühl von Unabhängigkeit und künstlerischer Freiheit bewahren, sogar wenn man sein Geld mit Musikmachen verdient. Zumindest hoffe ich das, aber genau weiß ich es nicht. Haha!

Ihr habt kürzlich das Debütalbum "Flowers" via The Sign Records herausgebracht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Haben sie euch "gefunden" oder habt ihr nach einem Label gesucht?

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Jacob: Das ist tatsächlich recht kurios gewesen. Als wir vor zwei Jahren unsere erste EP veröffentlichen wollten, haben wir versucht mit dem Label in Kontakt zu treten, allerdings haben wir nie eine Antwort erhalten. Dann plötzlich - also einige Wochen, bevor wir den Deal unterschrieben - erhielten wir eine Mail von Kaj von The Sign Records mit den Worten: "Verzeiht die verspätete Antwort". Das Wichtigeste ist aber, DASS sie geantwortet haben und wir könnten nicht glücklicher sein über die Arbeit mit ihnen. Das sind Profis, die sich mit acht Kids befassen, die Musik machen wollen. Respekt, dass sie sich mit uns beschäftigen.

Wer von euch ist der kreative Kopf der Band? Gibt es jemanden, der während des Songwritings die Entscheidungen trifft. Oder teilt ihr die Arbeit untereinander auf?

Jacob: Normalerweise beginne ich damit einen Song zu schreiben, während Josefina sich um die Melodien und Lyrics kümmert. Später präsentieren wir das Material dann der Band und machen die finalen Arrangements gemeinsam. Jeder hat unterschiedliche Hintergründe, so dass das Endergebnis immer eine Verfeinerung des ursprünglichen Entwurfs ist.

Wenn Du die Highlight und die "Schwachpunkte" des Albums oder bei der Arbeit daran aufzeigen müsstest: Welche würdest Du da aus Deiner Sicht nennen? Und warum?

Jacob: Die Zeit. Wir wünschten, wir hätten mehr Zeit gehabt. Dann hätten wir zufriedenstellender an dem Album arbeiten können; hätten vielleicht mehr Instrumente oder sogar Blechbläser aufgenommen. Na ja, vielleicht für das nächste Album ... Aber ich weiß es nicht. Es hätte auch einen gegenteiligen Effekt haben können. Das ist echt eine schwierige Frage. Wenn wir mehr Zeit und Geld gehabt hätten, hätten wir, glaube ich, eventuell alles noch einmal eingespielt, haha! Man ist nie wirklich zufrieden, wenn man einen Song im Kasten hat. Und deshalb verspüre ich den Drang, bald wieder eine neue Scheibe zu veröffentlichen!

Eure Stücke beziehungsweise "Flowers" insgesamt erzeugt eine recht sonnige und dennoch manchmal melancholische Atmosphäre. Seid ihr im wahren Leben eher melancholische oder heitere Menschen?

Jacob: Ich würde sagen, wir sind eher fröhliche Personen. Nach einem Sturm folgt immer Sonnenschein, und manchmal muss es halt regnen. Wir alle haben unterschiedliche Phasen im Leben durchgemacht, aber es ist wichtig, dass wir uns untereinander als Familie unterstützen. "We will catch you falling and save you from the night" ... (Zitat aus 'Sunchild')

Letztes Jahr wurde der Band der Live Karussellen Award verliehen. Um welche Art Preis handelt es sich da genau?

Jacob: Livekarusellen ist ein schwedischer Wettbewerb, bei dem Bands aus Schweden gegeneinander antreten und die Möglichkeit erhalten, an verschiedenen Locations aufzutreten. Zuerst konkurriert man mit anderen aus einem "Pool" wie sie es nennen (dabei gibt es bis zu sechs Gruppen in einem Pool). Dann tritt eine Band aus jedem Pool in einem regionalen Finale an. Der Gewinner einer Region kämpft anschließend im schwedischen Finale. Wir haben einige Gigs gewonnen und dadurch einiges an Publicity erlangen können. Wenn ihr aus Schweden stammt, kann ich das wirklich aufs Wärmste empfehlen. Dadurch haben wir auch viele Kontakte mit Bands oder Agenturen knüpfen und nach Livekarusellen arbeiten können.

Im Herbst wird es ein paar Liveshows in eurer Heimat Schweden geben. Habt ihr darüber hinaus Auftritte oder sogar eine Tour hier in Deutschland vorgesehen, um euer Album besser promoten zu können? imgleft

Jacob: Wir planen, Ende des Jahres auf eine kleinere Tour zu gehen. Also werden wir definitiv bald Deutschland besuchen!

Traditionell gehören die letzten Worte den Musikern. Du kannst nun also all das sagen, was du schon immer loswerden wolltest ...

Jacob: Es ist wichtig für mich, wenn ich merke, dass unsere Musik Menschen helfen kann; zum Beispiel Personen, die mit mentalen Krankheiten zu kämpfen haben. Wenn sie Akzeptanz und Unterstützung in meinen Lyrics finden, dann bin ich selig. In dem Fall würde ich mich fühlen, als hätte ich etwas Großes erreicht.

Josefina: Ich hoffe, euch hat unser Debütalbum "Flowers" gefallen und ihr hört es auch später noch. Das bedeutet uns sehr viel, denn wir haben einen Teil unserer Seele hineingesteckt. Wir sehen uns on the road!

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