Festival Previews
Festival Reviews 2021
Headbangers Open Air 2021 (Corona Edition)

Ironhammer Festival 2021

Bretthart Open Air 2005

Take off: 16.06.2005 - Review (4112 mal gelesen)

Bretthart Open Air

Ein Bericht von Lord Fubbes

Klein, aber fein, so könnte man das BRETTHART OPEN AIR in drei Worten zusammenfassen, denn trotz der sehr überschaubaren Zuschauerzahl und der kurzen Wege hatten die Veranstalter ein Billing zusammengezimmert, daß sich durchaus sehen lassen konnte.

Aber der Reihe nach...

Donnerstag, 16. Juni 2005

Die Anreise gestaltet sich abgesehen von einem Faststau auf der A3 recht kurzweilig, und zwei Käffer vor Limbach entdecken wir sogar eine alte Museumseisenbahn, die wir gleich mal photographieren müssen.
Hoechste Eisenbahn...
Trotz dieses kleinen Aufenthalts kommen wir immer noch zu früh am spärlich, aber ausreichend ausgeschilderten Festivalgelände an: die Zeltplatzwiese wurde nämlich gerade noch gemäht. So werden wir erstmal auf den Tagesbesucher-Parkplatz gelotst, wo andere Brüder im Metall schon einen am Picheln sind. Wir schließen uns an.

Um sechs ist es dann soweit, die Wiese ist gemäht, das Heu gepresst und verladen, der Zeltplatz kann bezogen werden, wenig später kommen auch unsere Nachzügler an. Nachdem Zelte und Pavillon stehen, wird der Grill aufgebaut und wir haben noch Gelegenheit, beim Essen die beiden Mädels von gegenüber zu bewundern, die fast schon slapstickartig mit ihrem Zelt kämpften, bis sich unsere Mädels erbarmten und ihnen zeigten, wie's aufzubauen geht.

Ab neun begann die Aufwärmparty mit JUSTICE, einer regional wohl ziemlich bekannten Party Metal-Band, und so kam es, daß bereits allerhand Volk vor der Bühne rumstand. Angeblich spielen Justice auch eigene Sachen, aber das ist mir wohl entgangen zwischen dem ganzen Coverkram, der einem da geboten wurde, allerdings auf sehr hohem Niveau: von SLAYER über JUDAS PRIEST zu IN FLAMES und via. SLIPKNOT und GRAVE DIGGER wieder zurück. Großen Respekt zolle ich dem Sänger, der es bei fast allen Liedern von doch so unterschiedlichen Bands geschafft hat, wenn schon nicht sogar fast wie der entsprechende Originalsänger, so doch zumindest gut zu klingen. Aber auch die Instrumentalfraktion konnte überzeugen, und so war es kein Wunder, daß um zwei Uhr (nach fünf Stunden!) immer noch Zugaben gefordert wurden.

Freitag, 17. Juni 2005

Das vom Wetterbericht versprochene schöne Wetter lässt auf sich warten, zwischendurch tröpfelt es sogar mal kurz, das hat aber auch sein Gutes, so ist es wenigstens nicht so heiß.

Festivaltechnisch begann der Tag für mich mit BURDEN OF GRIEF, die ihren melodischen Death Metal trotz noch nicht allzu zahlreich vertretenem Publikum (und die paar Leute, die da waren, lagen faul im Gras) ziemlich energiegeladen darboten, auch wenn Sänger Mike gelegentlich ironisch darauf einstieg ("Habt ihr Spaß? Gleich leg ich mich auch dazu!"). Auch das IRON MAIDEN-Cover 'Aces High' wusste zu gefallen, zuvor wurde noch auf unqualifizierten Zuruf aus dem Publikum 'Come as you are' von Nirvana angespielt.
Jedenfalls eine Band, die man im Auge behalten sollte.

Weiter ging's dann nach mittellanger Bierpause mit TANKARD, die aber auch wieder denselben Stiefel wie sonst immer spielten. Dafür war ich eindeutig noch nicht voll genuch, außerdem war's so schön, auf dem Zeltplatz endlich mal seine Ruhe vor dem HEAVY METAL GUY zu haben, daß man das genießen musste. Letzterer saß nämlich den ganzen Tag direkt neben unseren Zelten auf der Kofferraumkante seines Autos und hatte nix besseres zu tun, als Heavy Metal Guy dem "Worst of Metal"-Tape, das in seinem dröhnenden Kofferradio rotierte, zu lauschen und dabei eine Flasche Äppler nach dem andern zu vernichten. Und sich gelegentlich halbnackt zu machen und ekelhafte Dinge zu tun, aber das wollen wir hier nicht näher erörtern...

Entombed
Fahren wir lieber mit ENTOMBED fort, dem zweiten Headliner an diesem Abend. Tjaha, was soll man sagen... Irgendwie hatt ich mir mehr erwartet. Gar keinen alten Kram (wie z.B. von der "Left Hand Path"), oder wenn, dann so verdeathnrollt, daß man's nicht mehr wiedererkannte, und ansonsten nur neumodischen Kram, der zwar ganz gut ballert, aber wo sich irgendwie ein Lied anhört wie das andere. Und so stach denn als einziges auch tatsächlich 'Seeing Red' von der "Uprising" heraus, was wenig wunder kömmt, war doch auch schon auf besagter Platte das Lied ein ziemliches Glanzlicht.

Samstag, 18. Juni 2005

Mittlerweile war auch das bestellte schöne Wetter gekommen, was es einem ab zehn Uhr morgens unmöglich machte, im Zelt zu liegen, aber das war eh egal, weil ab halb neun eh schon der Heavy Metal Guy wieder zugange war, und diesmal hatte er Verstärkung! Aber egal, bandmäßig ging's heute mit SILENT OVERDRIVE los, die ganz ordentlichen, thrash-beeinflussten Metalcore spielten, aber auch nicht so richtig rockten, was vielleicht aber auch an der Hitze lag.

Reitermania!
Wegen besagter Hitze war dann auch erstmal Schonung angesagt und erst zu den APOKALYPTISCHEN REITERN ging's wieder vor zur Bühne und daselbst dann voll ab. Auch wenn's hier einmal mehr derselbe Stiefel wie immer war, so läuft dieser hier sich irgendwie nicht so schnell ab. Los ging's mit 'Seid willkommen' und im Verlauf des Sets wurden dann neben Klassikern wie 'Unter der Asche' und 'Reitermania' auch viele Stücke vom aktuellen Album präsentiert, die ich nu nich grade so dolle fand, aber die trotzdem abgingen. Auffällig: Sänger Fuchs hatte mal wieder eine Gitarre umgeschnallt. Vermißt hingegen hab ich 'Dschinghis Khan', oder war ich nur bereits zu besoffen?

Vader
Zu VADER lässt sich im wesentlichen das sagen, was ich auch schon in meinem Bericht über den Auftritt in der Live Arena zu sagen hatte, außer, daß etwas mehr Deko auf der Bühne rumstand, der Bass diesmal zu hören, dafür der Sound insgesamt etwas beschissener war (wie aber überhaupt schon den ganzen Tag). Und ich habe ein paar Songs vom neuen Album wiedererkannt, welche, weiß ich aber grade nimmer.

Samael
Auch SAMAEL hatten ein wenig unter dem schlechten Sound zu leiden, aber nicht bloß daran lag es wohl, daß ich die Schweizer zwar nicht schlecht, aber auch lange nicht so mitreißend fand wie bei den letzten Gigs, die ich gesehen hatte. Ab der "Ceremony of Opposites" ging's quer durch die Bandhistorie, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf den beiden letzten Alben lag, etwas seltsam fand ich auch, daß alle älteren Songs wie 'rain' oder 'Baphomet's Throne' mit sehr merkwürdigen "neuen" Drumgrooves versehen wurde, was den Songs nicht wirklich nützte.
Auch mehr Schnickschnack als wirklich sinnvoll waren die Videoleinwände, die in Sequenzen entweder irgendwelche winampmäßigen Visualisierungen zeigten oder irgendwelche Aufzeichnungen von früher, was Xytras da an der Stelle grad vor zwei Monaten an der Stelle gemacht hat, denn meist hat er sich bei den entsprechenden Stellen aufs Knöpfchendrücken beschränkt und so getan als ob.
Nichtsdestotrotz war Samael für mich ein würdiger Abschluß eines insgesamt rundum gelungenen Festivals, nächstes Jahr darf noch ein wenig am Sound gefeilt werden und dann bin ich rundum glücklich. Top!

Billing
Das komplette Billing bzw. die Running Order läßt sich als pdf-Datei auf der Bretthart-Seite herunterladen.

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Album des Augenblicks
Volltextsuche
Heute veröffentlicht
Eric McFadden - Hail To Hell

Schaut mal!