Festival Previews
Rockhard Festival 2019

Rockharz Festival 2019

Festival Reviews 2019
A Sinister Purpose 2019

Hell Over Hammaburg 2019

A Sinister Purpose 2019

Hier geht's zur Bildgallerie!
Take off: 08.02.2019 - Review (594 mal gelesen)
imgcenter


Anfang Februar fand die Neuauflage des A Sinister Purpose statt. Und was war das für ein Fest!

imgrightDen Auftakt am Freitag starten CNTMPT, die ihr neues Werk "Towards Neglect" präsentierten. Ein rasanter Auftritt, der prompt einige Leute von draußen ins UT Connewitz lockt. EVIL SPIRIT schocken im Anschluss erst einmal das Leipziger Publikum. Den Titel der schnellsten und härtesten Band gänzlich missachtend, lockert ihr Heavy/Doom Metal gehörig auf. Was den ein oder anderen anfangs verschreckt, entpuppt sich als gelungener Gegenpol zum eher rabiaten Großteil der noch folgenden Bands.

imgleftEiner jener Gegenpols sind KRINGA, die anschließend auf die Instrumente einprügeln. Extrem energisch, kalt und unbarmherzig kommen die Österreicher daher und ziehen umgehend das Publikum in ihren Bann. Nach 40 Minuten sind sämtliche Ohren gut durchgespült vom klirrend frostigen Black Metal. ANTLERS haben leider mit großen Soundproblemen zu kämpfen. Die Gitarren klingen größtenteils matschig, doch die Leipziger ziehen ihr Set unbehelligt durch und legen dennoch einen starken Auftritt hin. Dafür sind auch ihre Songs viel zu stark als dass sie sich zu sehr vom Sound negativ beeinflussen lassen.

imgrightPünktlich 21:40 betreten die mit Kapuzen und Kerzenständern bewaffneten 13TH MOON die Bühne. Thematisch führt das Quartett die Raserei der Vorbands fort und lässt eine Mischung aus Black und Death Metal ins UT Connewitz herabregnen. Während man bei den Spaniern noch die Bühne halbwegs gut erkennt, ist bei SORTILEGIA lediglich ein einziger Nebelwall wahrzunehmen. Außer Kerzenlicht sieht man nichts mehr von der Bühne. Total fokussiert auf die Musik verzaubert das Duo das gesamte Publikum mit ihrem hypnotisch wirkenden Black Metal. Sängerin Anastasia klingt extrem wütend am heutigen Abend und krächzt sich die Seele aus dem Leib. Vor der Bühne erstarren alle Gesichter im vollen Saal regungslos bis zur letzten Minute. Summasumarum legen SORTILEGIA den stärksten Auftritt am heutigen Freitag hin und beweisen zurecht ihren Headlinerstatus. An die anschließende Aftershow Party in der gegenüberliegenden Kneipe "Zwille" dürfen wohl nur noch lückenhafte Erinnerungen existieren.

imgleftDer Samstag beginnt mit den von langen Nächten bekannten Phänomen. Mit jenen Kopfschmerzen tingeln nach und nach die ersten Leute zu MORAST ins UT Connewitz. Gänzlich ohne Interaktion mit dem Publikum auskommend, spielen sie ihr Set tight herunter und lassen die Katerstimmung im Nu verfliegen. Dabei sollte ihr Death/Doom einen exzellenten Hallowach-Effekt bereithalten. Der Vierer interpretiert seine Aufgabe als Opener ideal. Nach ihrem Gig wird ihr Merchstand umgehend angesteuert und einige Shirts und Alben wechseln den Besitzer.

Die Leipziger Black Metaller VEILED als Lokalmatadore lassen mit pechschwarzem Corpsepaint keine Zweifel an die folgenden 35 Minuten aufkommen. Ohne Ansagen oder Pausen geht der Soundcheck sofort zum eigentlichen Set über. Im Gepäck haben die Leipziger das frischgepresste Debütwerk "In Blinding Presence". Kalt und finster prügeln sie durch ihr Heimspiel und lassen zufriedene Gesichter kurze Zeit später zurück. Die Thüringer ANAEL entern anschließend die Bühne. Der von SAMAEL stark beeinflusste Sound kann leider nur wenige Zuschauer ins Innere des UT Connewitz locken. Relativ viele Leute hingegen nutzen die Zeit für einen Plausch an der frischen Luft. Dadurch kommt leider wenig Spannung auf, was ANAEL aber unbeeindruckt lässt. Das Quartett liefert eine gute Show ab, wenn auch ohne Glanzmomente.

imgrightDEATHRITE lockern mit ihrem Death'n'Roll das Publikum deutlich auf. Während bei den bisherigen Bands des Abends eher Mitnicken angesagt war, kreiseln dieses Mal einige Köpfe in den vorderen Reihen. Die Fünfer Kombo aus Dresden erweist sich als aktivste Band auf der Bühne. Gerade Sänger Tony läuft die Bühne querfeldein und animiert die Leute zum Headbangen. Der Gitarrenfraktion sieht man den Spaß ebenfalls deutlich an. So avancieren DEATHRITE insgeheim zur Party-Band des Abends.

imgleftDer intensive Auftritt geht danach bei OUR SURVIVAL DEPENDS ON US in eine deutlich atmosphärische Richtung über. Mit dekorativen Mikrofonständern und extravaganten Kleidern betreten die Österreicher als Vorschlussband die Halle. Das musikalische Kontrastprogramm knüpft nahtlos an die bisherigen Bands an. Ihr Sludge/Doom Metal reißt emotional mit und ist eine echte Bereicherung am heutigen Samstag. Was NEGATIVE PLANE jedoch zum Schluss abliefern, ist schier unglaublich. Ihre grenzüberschreitende Art, Black Metal zu zelebrieren, ist eine echte Blaupause an die meisten Bands dieses Genres. Die zwei Gitarristen pushen sich im Set selbst weiter und weiter und holen sämtliche Zuschauer vor die Bühne. Als wär's das Leichteste der Welt, animieren die vier Herren das ganze Publikum zum Headbangen. Selbst in den hinteren Reihen kreiseln die Köpfe wie wild und feiern den Triumphzug der Amerikaner. Nach mehrfachen Zugabe-Rufen kommen NEGATIVE PLANE doch nochmal auf die Bühne zurück und brechen stilecht mit BULLDOZER Cover die letzten Nackenwirbel. Anschließend hört man von unterschiedlichen Leuten, die vom besten Auftritt des Wochenendes schwärmen. Dem ist auch nichts hinzuzufügen.imgright

Ja, das war die Neuauflage des A Sinister Purpose Festivals 2019. An ein paar Stellschrauben wurde im Vergleich zum letzten Jahr positiv gedreht:

- Der Sound hat sich gesteigert im Vergleich zum letzten Jahr.
- Mit EVIL SPIRIT und OUR SURVIVAL DEPENDS ON US waren auch Bands dabei, die sich mit ihrem schleppenden Stil perfekt ins ansonsten kompromisslose Geholze einfügen. Die größere Genrebreite lockert das Wochenende ungemein auf.
- Die Organisation verlief rundum reibungs- und makelos. Da gibt es nichts zu beanstanden.
- Die Aftershow Partys in der gegenüberliegenden Zwille sind eindeutig zu groß für die eher kleinere Szene-Kneipe. Kleiner Hinweis an der Stelle: Einfach die Aftershow Partys auf vier Tage ausdehnen.

Mit dem A Sinister Purpose hat in den letzten zwei Jahren ein junges Underground Festival aufgebaut und wird hoffentlich die nächsten Jahre weiter fortgeführt. Soweit unser aktueller Kenntnisstand, wird es auch im kommenden Jahr wieder stattfinden.
Billing
KRINGA, MORAST, NEGATIVE PLANE, EVIL SPIRIT, DEATHRITE, ANAEL, 13TH MOON, ANTLERS, SORTILEGIA, CNTMPT, VEILED, OUR SURVIVAL DEPENDS ON US

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!