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Festival Previews
Festival Reviews 2021
Headbangers Open Air 2021 (Corona Edition)

Ironhammer Festival 2021

Summerbreeze Open Air 2004

Take off: 19.08.2004 - Review (3934 mal gelesen)

Inhalt

Einleitung

Live-Reviews

Fazit

Besucherstimmen im O-Ton

Offizielles Interview mit Gemeindevertreter aus Abtsgmünd Livereviews

Donnerstag Freitag Samstag
Mörk Gryning
Vomitory
Fleshcrawl
Crematory
Saltatio Mortis
Hypocrisy
Sentenced
Goddess Of Desire
Mental Amputation
Alev
Beseech
Leaves' Eyes
Xandria
Sodom
Tankard
Die Happy
Sirenia
Six Feet Under
Immortal Rites
Equilibrium
Honigdieb
Disillusion
Schandmaul
Ensiferum
Brainstorm
Psychopunch
U.D.O.
Primordial

EINLEITUNG

Dieses Festival wurde mir gewaltig vermiest. Nicht durch schlechte Bands, nicht durch schlechte Organisation - nein, durch das furchtbare Wetter. Ich kann selber kaum fassen, wie der Regen (und mein geflutetes Zelt) mir die Stimmung vermiest hat. Vielleicht werde ich langsam alt. Macht nichts, nächstes Jahr wird wieder die Sonne scheinen, dann macht's auch wieder Spaß.

Keinen Spaß machte allerdings die Anfahrt: Die Ordner kannten sich offensichtlich überhaupt nicht aus und ließen mich nicht zum Pressezeltplatz. So musste ich erstmal zum Platz der Normalsterblichen - und dafür durfte ich auch noch zahlen. Nun gut, die 15 Euro sind mir das Festival durchaus wert, aber ärgerlich ist das Ganze doch.
[Meister Jens]

Irgendwie wird es schon zur Tradition, dass bei der Anreise zum Summerbreeze Chaos herrscht. Die VIP/Presseschilder haben wir wieder vergeblich gesucht, dafür gab es aber hilfreiche Straßenposten, die uns dann doch noch erfolgreich durch den Ort zum Presseeingang lotsten. Meister Jens, der des Lesens nicht so mächtig ist, musste natürlich wieder Stress machen und viel zu früh antanzen, was zur Folge hatte, dass er auf dem falschen Campingplatz landete. Leider war das Wetter beim Zeltaufbau schon so mieserabel, dass wir Gorerotted verpassten. Hätte sie gern gesehen, denn wie mir noch bestätigt wurden, war dies wieder eine perfekte Schule der Fäkalworte....
[Opa Steve]

Live On Stage

1. TAG – Donnerstag, 19. August

MÖRK GRYNING

war die erste Band, die ich mir angetan habe. Nicht gut, nicht schlecht, aber jemand sollte dem Sänger sagen, dass es ganz und gar nicht trü ist, mit einer Wasserflasche rumzufuchteln :-)
[Meister Jens]

Es ist irgendwie lustig, dass man die Schweden immer raushört - egal welchem Metal sie sich nun verschrieben haben. Mörk Gryning machen da keine Ausnahme. Trotz Black-lastiger Mucke werden sie die schwedischen Melodien einfach nicht los, und ich frage mich, wann der Overkill diesbezüglich mal erreicht ist. Die Truppe selbst war gar nicht so übel, leider ging der Keyboarder im Gesamtsound etwas unter. Viel gehört hab ich von ihm jedenfalls nicht. Insgesamt ein netter Zeitvertreib, aber nicht mehr. Gerade die schnellen Passagen hätten besseren Sound verdient, und es müsste bei böser Mucke eigentlich auch böse dunkel sein. Nichts für den frühen Mittag.
[Opa Steve]

VOMITORY

Eine der härtesten Kapellen des Festivals. Unglaublich präzise (das Drumming ist einfach Wahnsinn) und mit furztrockenem, gnadenlosen Sound ballerten die nächsten Schweden des Billings eine Granate nach der anderen durch die Menge. Spätestens jetzt sollte jeder wach sein, der sich auf dem Platz aufhielt. Aufgrund des brachialen Gesamtsounds wirkte auch das neuere Material der letzten Scheibe wesentlich homogener und nicht so produziert wie auf CD. Große stilistische Unterschiede waren kaum auszumachen, und die neuen Titel fügten sich live nahtlos an das Übermaterial des Revelation Nausea-Albums an. Feinster Elchtod, der die Matten kreisen lässt! Und der Bär von Frontmann ließ dem Publikum keine Ruhe - knallhartes Material, welches auch bei Tageslicht gut funktioniert. Und dieser Drummer erst ......
[Opa Steve]

FLESHCRAWL

waren ein Stündchen später dran, und damit war einer der Höhepunkte des Tages da. Ehrlich, wem bei Flesh, Bloody Flesh keiner abgeht, ist entweder schwul, ein Kommunist oder beides. Leider nur ein 40-minütiger Auftritt, aber diese Zeit reichte den Jungs, um alles in Grund und Boden zu stampfen. Muss ich unbedingt nächstes Jahr wieder sehen!
[Meister Jens]

Ich bin weder schwul noch Kommunist, aber insgesamt kann ich mit Fleshcrawl immer noch nichts anfangen. Sie sind hart, garantiert melodiefrei, aber mir fehlt einfach das Quentchen Ideenreichtum. Und wenn du schon peinliche Posen mit der Wasserflasche ansprichst: nichts gegen kurzhaarige Basser, aber muss man zu Knüppelmetal wirklich noch 'ne Baseball-Kappe aufsetzen? Ansonsten war das Gepose recht cool und totaler Metal, aber meine Musik wird's nie.
[Opa Steve]

CREMATORY

Bei Crematory hab ich es vorgezogen, mich hinter die Bühne zu einem Bier zu verziehen und allein die Musik auf mich wirken zu lassen. Ich hab die Band schon zu ihren Glanzzeiten erlebt, fand aber die Live-Präsentation nie sonderlich prickelnd. Viel verpasst hab ich auch hier nicht. Was früher mal wenigstens einen Hauch von Bombast hatte, ist heute nur noch der Schatten ihrer selbst. Sie klingen 2004 noch seichter, und Coverversionen wie "Temple Of Love" sind doch schon arg peinlich realisiert.
[Opa Steve]

Crematory waren dann wie erwartet eher langweilig und dienten eigentlich nur dazu, die Zeit zu überbrücken bis zum Auftritt von
[Meister Jens]

SALTATIO MORTIS

dem zweiten Höhepunkt des Tages. Ich kannte die Band bisher nur vom Hörensagen und war nach dem Auftritt echt begeistert! Nicht nur auf der Bühne, auch im Publikum herrschte eine großartige Stimmung. Musik im Stile der ganz alten In Extremo, auf CD sicherlich Geschmackssache, live aber der absolute Oberhammer!
[Meister Jens]

Eigentlich bin ich gar kein Freund des Mittelalter-Metals, aber Saltatio Mortis haben mir live sehr viel Spaß gemacht. Sie haben nicht die Distanz von In Extremo, sondern arbeiten noch bodenständig im Stile der vielen kleinen Musikkünstler auf Mittelaltermärkten. Dementsprechend gab es viele markige Schweinskram-Ansprachen, das Publikum wurde immer sehr direkt mit einbezogen, und die Musik sorgte für gute Stimmung. Der Liveauftritt wurde von einer schönen Bühnendeko mit viel Feuer und Artefakte-Kunst untermalt, und bei gutem Wetter könnten Saltatio Mortis als Unterhaltungsgarant durchaus selbst mittags eine komplette Headlinershow ausfüllen. Fazit: auch wenn man die Musik zuhause nicht hört, ist ein Gig dieser sympathischen Bande durchaus sehenswert.
[Opa Steve]

HYPOCRISY

bei Tageslicht - eine ganz neue Erfahrung. Erschreckend war auch der Start der Band: wo sind die Gitarren? Ganz klare Fehlzündung des Soundmanns, denn so ging ein imposant geplanter Auftakt gründlich in die Hose. Zum Glück wurde nach 2-3 Songs endlich nachgearbeitet, so dass ein halbwegs vernünftiger Livesound zustandekam. Schade eigentlich, denn Hypocrisy brauchen nun mal diese unglaublich dichte Akkordwand, die man von CD kennt. Ansonsten gab es über den Auftritt wenig zu meckern. Sie sparten an schnellen und reinen Prügelsongs und verließen sich wie bereits auf der letzten Hallentour auf die ruhigen Gänsehaut-Songs der Marke "Unfold the sorrow" oder "Deathrow". Eine starke Songauswahl, die von einem extra für dieses Event umbenannten "Summerbreeze '47" abgeschlossen wurde. Ich hätte mir gern eine Billingposition 1-2 Stunden später bei totaler Dunkelheit gewünscht und vor allem noch einen dichteren Sound, aber Hypocrisy sind immer noch eine Band, die eine recht einzigartige Live-Stimmung verbreitet. Und die Fuckups zergeigter Songs gehören offenbar auch der Vergangenheit an, denn Peter war schon wieder wie auf der letzten Tour ziemlich fit und zurechnungsfähig.
[Opa Steve]

Hypocrisy ist meiner bescheidenen Meinung nach eine ebenso gnadenlos überbewertete Band wie Slayer. Die kann man sich ganz gut zwei, drei Stücke lang anhören, aber dann wird es zu eintönig und langweilig. Also bin ich zurück zum Zeltplatz gegangen.
[Meister Jens]

SENTENCED

Wer hatte eigentlich die Idee, eine nichtssagende Band wie Sentenced zum Tagesheadliner zu machen und dafür z.B. Sodom einen so undankbaren Platz am frühen Freitagabend zu geben? Uns interessierten die jedenfalls nicht, und so blieben wir beim Zeltplatz und dezimierten unsere Alkvorräte.
[Meister Jens]

GODDESS OF DESIRE

Diese Band ist ein Phänomen. Selbst musikalisch weder besonders einfallsreich noch technisch über besserem Schulbandniveau verlassen sich die beinharten Anhänger der NWOBHM-Zeit auf ihr geschickt gewähltes Image. So stiefelten sie schon den ganzen Tag über in voller Montur durch den Backstagebereich und übers Gelände und sorgten für Verwirrung bei denjenigen, die sie noch nicht gesehen hatten. Selten wird das 80er-Metal-Klischee so breitgetreten, wie bei der "Band with skulls and girls". Und so gibt es auch auf der Bühne den größten Spass, wenn sie die Coverversionen der guten alten Zeit zum Besten geben. Ob jetzt Maidens "The Trooper" oder Venoms "Teachers Pet" (täuschend echt zum Original, was die Niveaunähe zu Venom unterstreicht): als Coverband sind sie einfach einzigartig. Wie es sich gehört, gibt es natürlich die versprochenen Gimmicks wie Pyros, Schädel, Leder und Nieten, und natürlich auch die "Girls", deren einzige Aufgabe es ist, in verruchten Posten und halben Stripshows die ausgelebten niederen Triebe des Metals zu unterstreichen. Die meisten Bands spielen besser als G.O.D., aber diese sind einfach so originell und treffsicher, dass allein die Show ein kurzweiliges Vergnügen ist. Starke Verkleidung, cooles Image, und ein guter Abschluss des ersten Festivaltages. Da sie mit ihrem eigenen Merchandisingstand auch selbst noch täglich auf dem Summerbreeze vertreten waren, hörte man noch in der letzten Nacht die "Goddess Of Desire - Oh Ohhhoohoohoo"-Schlachtrufe, wenn Fans mal eben einem Bandmitglied auf dem Gelände begegneten. Bitte mehr von solchen Originalen!
[Opa Steve]

2. TAG – Freitag, 20. August

MENTAL AMPUTATION

Schon um 11.00 Uhr in der Frühe mussten die armen Aalener auftreten. Logischerweise hatten sie demnach auch kaum Publikum. Unverdient, denn mich versetzten sie in helle Begeisterung. So würden Hypocrisy wohl gerne klingen (ja, richtig gelesen). Diese Band wird man bald in einem Atemzug mit den Großen wie Vader oder eben Hypocrisy nennen müssen, wobei sie meiner Ansicht nach diese beiden vom Können her schon überholt hat.
[Meister Jens]

Dass du Hypocrisy mit Vader in einen Topf wirfst, zeugt von deinem Unverständnis für beide Bands. Du kennst die Geschichte mit den Äpfeln und Birnen, gelle?
[Opa Steve]

Mental Amputation sind eine höchst angenehme Mischung aus Hypocrisy und Vader, weil sie von beiden das Gute übernehmen und das Schlechte weglassen. Und was die Äpfel und Birnen angeht, werde ich sie dir gleich an die letztere schmeißen :-)
[Meister Jens]

ALEV

Die Frontschlampe ist ganz nett anzuschauen. Musikalisch ist das Ganze aber absolut nichtssagend.
[Meister Jens]

Meister Jens muss - wie schon letztes Jahr - wieder unangenehm auffallen und hat seine Triebhaftigkeit beim Festivalbericht nicht im Griff. Gut, dass noch jemand auf die Musik hört. Alev waren zwar nicht wirklich der Überflieger, aber trotzdem prophezeie ich der Band eine Zukunft. Die Songs waren zumindest gefällig, aber vor allem hat Namensgeberin und Sängerin Alev Lenz eine durchaus ansprechende Bühnenperformance hingelegt und mit ihrem selbstbewussten Auftritt vor allem beim Rausschmeißer das Publikum nochmal so richtig emotional hochgerissen. Nicht umsonst mussten sie sich anschließend dafür entschuldigen, dass sie dem vielfachen Wunsch nach Zugaben nicht nachkommen konnten. Wenn sie jetzt noch etwas lernt, auch bei energiereicher Bühnenshow die Töne etwas besser zu halten, könnte der Zug ins Rollen kommen. Wartet's ab und denkt an meine Worte - Die Happy haben auch mal so angefangen.
[Opa Steve]

BESEECH

Leider gingen sie im Regen total unter. Der Gig war ansonsten recht routiniert, aber Lotta sollte unbedingt nochmal für Liveshows trainieren - keine Ahnung, was im Studio alles mit ihrer Stimme angestellt wird. Live war es jedenfalls maximal mittelprächtig. Pluspunkte gab's jedenfalls für 'ne ziemlich coole Ansage von 'Bitch', welches der Sänger seiner Ex widmete, die zu glücklichen Zeiten immer ein Lied von ihm geschrieben haben wollte, nun aber doch in den späten Genuss kommt.
[Opa Steve]

Ich ergriff die Flucht, weil ich mein Zelt offengelassen hatte. Tja – zu spät: Überschwemmung.
[Meister Jens]

LEAVES' EYES

lieferten trotz der im Vergleich zu den anderen Bands eher ruhigen Musik einen einwandfreien Auftritt ab und sorgten für Top-Stimmung. Livs Ehegatte, der vor allem von Atrocity bekannte Herr Krull, fegte die Bühne mit seiner Riesenmatte und ließ es sich nicht nehmen, sich vom Publikum auf Händen tragen zu lassen. Nachdem mich Liv vor etlichen Jahren, als sie noch Theatre of Tragedy vorstand, live etwas enttäuscht hatte, ließ sie dieses Mal keine Wünsche offen und begeisterte das Publikum bis in die hinteren Reihen.
[Meister Jens]

Nachdem wir mit Chris und Liv beim Interview zwei äußerst sympathische Musiker kennenlernen durften, waren wir natürlich gespannt auf die Live-Präsentation. Der im Konzept herausgestellte Mittelpunkt ihrer Musik, die Liebe und das Harmoniebedürfnis, beißt sich natürlich in der Aussage mit einigen Acts auf einem solchen Metal-Festival und auch mit der Erwartungshaltung der meisten Besucher. Aber nichtsdestotrotz wickelte Liv mit ihrem Charme eine nicht unbeträchtliche Schar vor der Bühne um ihren Finger. Persönlich würde ich mir wünschen, dass sie ihre Stimme noch etwas kraftvoller einsetzen würde, und die Bühnenpräsentation könnte trotz des ruhigen Materials noch etwas beweglicher sein, aber der Kontrast zu heftigen Moshpits und Crowdsurfern bei anderen Bands war wirklich angenehm. Wenn sich diese Band ihrer Fangemeinde erst mal so richtig sicher ist, wird sie sicherlich auch mehr aus sich herausgehen. Die Begeisterungsstürme, als Livs Mann Alex Krull die Bühne für ein paar Takte verstärkte (um anschließend selbst ins Publikum zu surfen), sollten eigentlich auch für Leaves' Eyes allein gelten, die sich bei dem Material zweifelsohne auch aus eigener Kraft vom dem Schatten des Namedroppings freischwimmen können. Es wird Zeit für die ausgedehnte Tour, und sie werden mit Sicherheit in jeder Stadt ihre Fangemeinde erweitern. Tolle Melodien und eine fesselnde Gesamtausstrahlung, die zu einer ruhigen Genießerfeier einladen.
[Opa Steve]

XANDRIA

Mal wieder so eine Band, die im Fahrwasser der Gothic-Welle schwimmt und dabei aus unerfindlichen Gründen Erfolg hat. Die Band besitzt weder Talent noch Originalität, so dass ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, was man an denen findet.
[Meister Jens]

Auch wenn ich längst nicht immer mit Meister Jens übereinstimme, muss ich ihm in allen Punkten Recht geben. Das Material von Xandria schwankt zwischen langweilig und nervigem Modern-Talking-Metal (Ravenheart). Dazu kommt eine stimmliche Leistung, die wahrlich nicht der Rede wert ist. Die Industrie versucht, im Erfolgssog von Within Temptation oder auch Nightwish Xandria zu pushen, aber gerade im Live-Vergleich mit erstgenannten (s. Summerbreeze-Bericht 2003) haben Xandria überhaupt keine Chance gegen die Mega-Holländer.
[Opa Steve]

SODOM

kamen, sahen, und siegten. Tom brauchte nur kurz darauf hinzuweisen, dass von dem Gig ein Mitschnitt für die Sodom-DVD gemacht wurde, und das Publikum ging zu tausenden zu dieser undankbaren Zeit ab wie ein Hamster auf LSD. Sodom dürften den bis dahin aufgestellten Rekord an Crowdsurfern des diesjährigen Summerbreeze überboten haben. Laufend schoben sich allerorts die Leute aus der Publikummasse, und Sodom, die ich nun schon oft in verschiedener Form live gesehen habe, legten einen ihrer besten Gigs hin. Ihr Best-Of-Programm wurde in feinster Manier runtergethrasht, und obwohl es bei einem Sodom-Gig eigentlich keine Überraschungen gibt (wie oft wurde die Ursel schon auf die Bühne getragen?), schaut man sie immer wieder gern, obwohl sie als Trio auf der großen Mainstage irgendwie etwas verlorengehen. Und das gesprayte Backdrop mit den Kinder-Grafittihubschraubern ist wirklich totaler Kult....
[Opa Steve]

Sodom hatte ich eigentlich als einen der Headliner erwartet, und trotz der frühen Stunde – kurz vor 19.00 Uhr ging es schon los – war das Publikum wohl der gleichen Meinung, denn es strömte in Massen herbei. Und es wurde mit den wichtigsten Granaten der 20-jährigen Bandgeschichte bedient: Von Witching Metal über The Saw Is The Law, Wachturm, Die stumme Ursel, Stalinhagel bis hin zu M-16 reihte sich ein Hit an den anderen. Klar, dass man bei der nur einstündigen Spielzeit auch etwas weglassen musste – in 20 Jahren sammelt sich einfach zuviel hochwertiges Material zusammen. Kleines Leckerli dazu: Das Konzert wurde mitgefilmt und wird voraussichtlich auf der demnächst erscheinenden Sodom-DVD zu sehen sein.
[Meister Jens]

TANKARD

spielten gleich nach Sodom, habe ich allerdings schon in besserer Verfassung gesehen. Gerre ließ zwar wie üblich seinen Bauch schwabbeln wie andere ihre Matte, aber irgend etwas hat an diesem Auftritt gefehlt. Vielleicht haben die Kings of Beer einfach nicht genug von eben diesem bekommen.
[Meister Jens]

Nach Sodom fiel es schwer, die Stimmung aufrechtzuerhalten. Tankard gaben sich alle Mühe, aber ich kann auch nicht sagen, was los war. Vermutlich war mit zwei deutschen Thrashlegenden zu wenig Erholungszeit für das Publikum gegeben. Vielleicht achtet man beim nächsten Billing auf genügend stilistische Sprünge zwischen den Bands, was auch den Laufverkehr zwischen den beiden Bühnen reduzieren würde. Gerre ist natürlich immer noch ein Spaßvogel hoch 3. Addierte auf die angesagte Spiezeit ("wir haben nur 4,5 Stunden!") das, was er beim Alter mehrfach wieder abzog ("so mit 26 werden wir ja schon langsam alt"), und der Hahn im Korb ist er natürlich auch überall. Diesmal war die Die Happy Sängerin das unverhoffte Opfer seiner zahlreichen nachgesagten Beziehungen, und seiner unehelichen Tochter widmete er natürlich sofort einen Tankard-Klassiker. Tja, alles nett und routiniert, aber irgendwie waren sie zur falschen Zeit am falschen Ort.
[Opa Steve]

DIE HAPPY

überbrückten mit ihrer Pop-Musik im Avril-Lavigne-Stil die Wartezeit bis zur nächsten Band. Ganz nett anzusehen, durchaus charismatische Frontschlampe, aber die Mucke passt nun wirklich nicht zu einem Metal-Festival! T-Shirts gab es von Die Happy auf dem Festivalgelände keine zu kaufen, weil laut Band der Merchandiser 25% des Verkaufserlöses für sich abgreifen wollte. Tja, auch in Abtsgmünd schaut man inzwischen wohl sehr auf die Kohle. Schade, denn dadurch wird das Familiäre, dass dem Summer Breeze in den letzten Jahren anhaftete, wohl verloren gehen. Und Die Happy werden nach dieser Aktion sicher keine Einladung für's nächste Jahr kriegen... Um die Mucke ist es nicht schade, aber die Veranstalter sollten jedenfalls aufpassen, ob sie wirklich wie die großen Festivals so gnadenlos auf den Kommerz-Zug aufspringen wollen...
[Meister Jens]

Die öffentliche Erklärung, warum es keine Die Happy Shirts gibt, war absolut gerechtfertigt und notwendig. S. hierzu noch einige Anmerkungen im Fazit. Die Happy sind jedenfalls 'ne ehrliche Haut, machten nie einen Hehl daraus, dass sie sich gar nicht zur Metal-Szene zählen, und was sie machen, machen sie voller Überzeugung. Die Show der Sängerin ist mitreißend, eine qualifizierte Stimme hat sie auch, und die musikalische Begleitung ist äußerst souverän. Lieber hätte ich sie aber bei schönem Wetter in der Sonne sitzend gesehen, denn das ist einfach Musik für gute Partylaune.
[Opa Steve]

SIRENIA

Ein Mann, und zwei Bandnamen, die sich nicht nur phonetisch ähneln. Ex Tristania-Mastermind Morten stampft mit Sirenia eine elektronischer orientierte Band mit ausgeprägtem Hang zu Gothic-Elementen aus dem Boden. Seine Handschrift ist natürlich unverkennbar. Der Bombast musste in der kleinen Besetzung leider mit viel Samples unterstützt werden, so dass die Click- und Sequenzer-kontrollierte Musik etwas an Lebendigkeit einbußte. Hier sollte wirklich darüber nachgedacht werden, für Liveauftritte die Besetzung mit mehr Background aufzustocken. Mit viel Nebel und wohldosierter Lightshow kamen Sirenia fast wie ein Fields Of The Nephilim Lookalike rüber, was nicht zuletzt am Hut des Gitarristen lag. Der heimliche Star war allerdings Sängerin Henriette Bordvik, die sich optisch wie auch stimmlich von allerbester Seite zeigte. Die Art des Stageactings ließ weitaus etabliertere Stars weit hinter sich, und der Gesang gefiel ebenfalls durch seine sehr kräftige und saubere Art. 101% professionell.
[Opa Steve]

Sie waren live wesentlich besser, als ich sie von Platte kenne. Die elektronischen Elemente blieben weitestgehend weg, und was übrig blieb, war erstklassige Musik, wie sie auch Morten Velands ursprüngliche Band Tristania gemacht hat, aus deren Schatten Sirenia wohl niemals wird springen können. Auch die Lichtshow ließ keine Wünsche offen. Super-Auftritt und ein krasser Gegensatz zu
[Meister Jens]

SIX FEET UNDER

Jetzt aber zum Headliner des Tages – und diesmal auch zu einem verdienten Headliner. Six Feet Under machten keine Gefangenen und walzten alles nieder, was vor der Bühne herumtobte. Die Menge raste, der stampfende Bass ließ die Erde erzittern, und Chris Barnes röchelte und grunzte George W. Bush zum Teufel. War is Coming!!! Crowdsurfer landeten beinahe im Sekundentakt vor der Bühne, die Security hatte alle Hände voll zu tun, und SFU spielten scheinbar völlig unbeeindruckt ihr Set runter. Mehr davon!
[Meister Jens]

3. Tag – Samstag, 21. August

IMMORTAL RITES

war die erste Band, die ich mir am Samstag angetan habe, und, naja, es gibt schlimmere, aber auch bessere. 08/15-Death Metal, kann man aber durchaus hören.
[Meister Jens]

EQUILIBRIUM

folgten, und was dann geschah, lässt sich kaum beschreiben: Massen, ja Massen von Menschen strömten vor die Pain Stage und feierten ihre Helden, die außer einer Demo-CD noch nichts veröffentlicht haben. Musikalisch irgendwo in der Nähe von Hel oder Wolfswinter angesiedelt, lieferten die jungen Münchener eine Show ab, die sich an Professionalität hinter keiner großen Band verstecken muss – obwohl den Jungs und dem Mädel die Überraschung über den gewaltigen Zuspruch deutlich anzumerken war.
[Meister Jens]

Equilibrium waren von dieser Publikumsreaktion wohl selbst überrascht. Was hier am frühen Mittag des letzten Festivaltages auf der Painstage geboten wurde, zog jeden auf dem Gelände magisch an. Für die Musik von Equilibrium findet man so schnell keinen Begriff. Irgendwo zwischen Death/Polka/Siebenbürgen rattert ihre originelle Musik mit deutschen Texten durch die Pampa und reißt jeden mit. Stücke wie "Met" ließen das Publikum selbst bei Regen ausharren und die Newcomer abfeiern, als würde man ihnen schon monatelang auf Tour nachreisen. Hier wächst noch was ganz Großes, und als der Auftritt zuende war, wusste man sowohl auf als auch vor der Bühne, einen dieser seltenen magischen Momente erlebt zu haben. Wetter und Uhrzeit haben niemanden interessiert - das war einfach stark! Nächstes Jahr bitte wieder, aber dann vieeeel weiter oben im Billing!
[Opa Steve]

HONIGDIEB

Vor Sir Hannes hatte mich Opa Steve noch gewarnt, aber ich wollte ja nicht auf ihn hören. Bands, die spielerisch nichts draufhaben, versuchen es oft mit Humor – dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber es ist nunmal nicht lustig, wenn ein Typ in halber Hose auf der Bühne rumhüpft. Eindeutiger Tiefpunkt des Festivals!
[Meister Jens]

DISILLIUSION

Nicht Fisch, nicht Fleisch, diese Band. Durch weitere Musiker verstärkt boten insgesamt 8 Leute auf der Mainstage eine abgefahrene Mischung aus Bombast und Prog-Rock. Unter letzterem verstanden sie aber kein Gefrickel, sondern es wurde streckenweise ganz schön die Keule geschwungen und gebrüllt. Dann wiederum waren manche Songs minimalistisch arrangiert, als würde man eine Partitur auf je einen Musiker pro Stimme herunterrechnen. Der bombastische Anfang war absolut genial. Lange Stücke mit viel Power und hochinteressanten Harmonien versetzten das Publikum in gute Vibrations. Im Mittelteil wurde dann lange im ganz seichten Fahrwasser gesegelt, um dann plötzlich das Publikum mit völlig verwirrenden Takt- und Tonartexperimenten musiktheoretisch völlig zu überfordern. So ungewöhnlich wie die Musik war das Publikum. Von der jungen Frau, die den ganzen Gig wiegend mit geschlossenen Augen und streckenweise still weinend da stand bis zu riesengroßen Holzfällertypen, die in Slow Motion die Megamatte zu schnulzigen Passagen schwangen gab es irgendwie überhaupt keine Linie im Publikum. Ein Phänomen, diese Band....
[Opa Steve]

SCHANDMAUL

ist ebenfalls eine Band, vor der Opa mich wohlwollend warnte – aber er sagte auch, dass eine hübsche Violinistin dabei ist, und dann muss ich das natürlich überprüfen ;-) Nun, die Dame ist aus der Nähe zwar nicht mehr ganz so hübsch, die Musik ist dafür auch nicht so schlimm, wie Opa angekündigt hatte – die alten Subway To Sally lassen schön grüßen.
[Meister Jens]

ENSIFERUM

Ihr Publikum machte es den Schandmäulern nicht leicht – ungeduldig reckte es ihnen die Mittelfinger entgegen, bis sie endlich die Bühne räumten und die Finnen mit ihrem Humppa-Geprügel loslegten. Und als sie endlich loslegten, blieb kein Stein auf dem anderen, so knatterten "Ensitroll" mit ihrem neuen Sänger Petri Lindroos durch die Massen. Eventuelle Zweifel an dessen Qualität dürften damit beigelegt sein!
[Meister Jens]

Strrrrrrrrike! Humppa-Death auf Höchstgeschwindigkeit. Superjunge Finnen ließend die Wodka-Flasche schwingen und ballerten ihre partytaugliche Musik durch das zahlreiche Publikum. Die Matten flogen, die Crowdsurfer-Frequenz stelle einen neuen Festivalrekord auf, und trotz agressivstem Geballer kam der Stoff die ganze Zeit durch superfröhlich rüber. Ohne Pausen und lange Ansagen feuerte das junge Gemüse Hit auf Hymne ins Publikum, als hätten sie seit ihrer Geburt nichts anderes gemacht. Ganz großer Stoff! Und der Drummer hatte für meine Begriffe die schnellste Doublebass des gesamten Festivals. Unglaublich, wie locker und routiniert dieses Geratter aus der PA donnerte. Und Jari vermisst wirklich niemand - diese Besetzung sollte ruhig so bestehenbleiben. Wenn sich Ensiferum mal in eure Gegend verirren: ein Besuch ist Pflicht!
[Opa Steve]

BRAINSTORM

Klassischer Power Metal, total übersteuerter Sound. Wem's gefällt.
[Opa Steve]

Sie sorgten mit ihrem Gedudel dafür, dass das Feld sich leerte. So war es kein Problem, einen Platz in der ersten Reihe für den Auftritt von Psychopunch zu ergattern – ein Problem war aber, dass man währenddessen noch Brainstorm anhören musste.
[Meister Jens]

PSYCHOPUNCH

hatten dieses Jahr denn auch den Zuspruch, den sie verdienten. Nachdem sie letztes Jahr vor wenig Publikum am frühen Nachmittag spielen mussten, bekamen sie nach sich förmlich überschlagenden Kritiken (übrigens auch von uns) den wertvollen Platz um 20.00 Uhr. Das von Brainstorm vertriebene Publikum kehrte auch artig zurück, um die Helden des Rotz'n'Roll abzufeiern. Pünktlich zum ersten Lied setzte auch der Regen wieder mit enormer Heftigkeit ein, der den Platz von einer Matschfläche in einen Sumpf verwandelte. Nasse Erde spritzte durch die Gegend, und wer bis jetzt halbwegs sauber geblieben war, hatte nun keine Chance, in diesem Zustand zu bleiben. Macht nix, bei einer derartig dreckigen Musik gehört das einfach dazu. Und wir waren ja nicht zum Spaß hier! [tm]
[Meister Jens]

Für mich war die 20:00-Uhr-Position leicht überschätzt. Die Reihen bei Psychopunch waren nur vorne etwas dichter und lichteten sich nach hinten recht schnell. Ein Tausch zwischen Psychopunch und z.B. Ensiferum hätte dem Festival besser getan, denn gute Kritiken allein reichen nicht - man benötigt auch die richtige Zahl an Supportern, sonst entsteht ein toter Punkt. Und den empfand ich hier. Natürlich gingen einige Leute gut ab, aber die gleiche Zahl ging auch letztes Jahr gut ab - nur waren letztes Jahr um die frühe Zeit ausschließlich Fans vor der Psychopunch-Bühne und diesmal halt viele gelangweilte Außenstehende, die einfach aus Prinzip da waren, weil es dunkel wurde. Ich fand's letztes Jahr familiärer, nicht zuletzt deswegen, weil man Psychopunch mit einem Bier in der Hand bei Sonne besser genießen kann. Das Material war natürlich wieder klasse - Rotz'n'Roll der heftigeren Art und einfach eine schweinecoole Performance.
[Opa Steve]

Opa Steve scheint während dieses Auftritts auf einem anderen Festival gewesen zu sein. Das durchaus zahlreiche Publikum von Psychopunch feierte die Band kaum weniger ab als einen Headliner. Für mich war das Festival damit gelaufen – angesichts des Regens und der nun folgenden Bands gab es für mich keinen Grund, noch hier zu bleiben, und so trat ich die Heimreise an.
[Meister Jens]

U.D.O.

Ob man diesen wandelnden Anachronismus irgendwann mal abschalten muss, oder ob er von selbst aufhört? Die Instrumentalfraktion spielt ja einen durchaus tighten Hardrock auf hohem technischem Niveau, aber das reicht nun mal nicht. Frontmann Udo ist immer noch exakt so, wie er vor Dekaden mal als Exot im Ausland seinen Erfolg begründete. So langsam wird's langweilig. Sein Zenith ist jedenfalls weit überschritten. Dies wurde beim Rausschmeißer "Fast as a shark" (tja, die Accept-Legende muss immer noch herhalten, wenn's selbst an Kultwerken fehlt) überdeutlich, bei der Udo den Refrain nicht einmal ansatzweise hinbekommt und die hohen Passagen entsprechend umarrangiert.
[Opa Steve]

PRIMORDIAL

Keine Ahnung, wer auf die Idee kam, die Band in dieser Position spielen zu lassen. Nach einem bösen Intro erwartete ich brachiale und imposante Musik, aber was war das? Von der Bühne quoll ein einziger undefinierbarer Brei, und das Allerschlimmste war der Gesang des Frontmanns. Diese Performance kann man leider mit einem einzigen Wort abtun: überflüssig. Selbst in den undankbaren Morgenpositionen waren genügend Kapellen mit mehr Talent und Originalität.
[Opa Steve]

Fazit

Das Summerbreeze stand 2004 leider etwas im Schatten des rundum tollen 2003er Festivals mit geilem Wetter und grandioser Stimmung bei Within Temptation oder In Flames. Klar, für das Wetter kann niemand was, aber auch vermisste ich dieses Jahr die so richtig zündenden Bands zur Nachtzeit. Diese fanden sich diesmal teilweise oft sogar im "ferner-liefen"-Programm zur frühen Stunde. S. z.B. den klasse Gig von Equilibrium. Künstler wie Danzig hingegen spalten eher, und so überlegte sich ein nicht kleiner Anteil der Festivalbesucher angesichts des Wetters, ob sie sich überhaupt noch für den Anabolikazwerg mit Egomanie in den Regen stellen sollen.

Apropos Regen: hier macht sich ein großer Mangel des Summerbreeze bemerkbar, der die letzten Jahre bei gutem Wetter überhaupt nicht aufgefallen ist, aber doch für die Zukunft bedacht werden sollte: es gibt auf dem ganzen Gelände keine Sitzplätze für das Publikum, und der Zeltplatz ist zu weit entfernt, um sich mal eben bei einer uninteressanten Band wenigstens ins trockene Zelt zu setzen. Auch in den Besucherstimmen kam es zur Sprache, dass man angesichts des Wetters entweder bis zum Umfallen auf dem Gelände stehen musste, oder sich auf dem Zeltplatz eine so lange Auszeit nimmt, dass sich der Hin- und Rückmarsch auf den Berg auch lohnt. Auf dem Zeltplatz sollte ein Biergarten sein, aber warum verlegt man nicht ein kleines Bierzelt mit Bänken auf die Fressmeile? Schon allein ein trockener Boden wäre Gold wert gewesen, wenn man sich schon 10 Stunden und mehr seine platten Füße quält. Vielleicht erbarmen sich ja nächstes Jahr auch ein paar Getränkestände und richten ein paar überdachte Sitzgelegenheiten ein, denn die Warteschlangen an den Zapfhähnen waren dank der zahlreich vorhandenen Verpflegungseinrichtungen ohnehin nie sonderlich lang, als dass man 5 Meter Thekenfront pro Stand bräuchte. Auch war das Preisniveau der Verpflegung noch gerade so im Rahmen. Das 0,5er Bier (obwohl man jedesmal aufpassen musste, dass man auch wirklich 0,5 eingeschenkt bekam!) für 3 Euro ist für ein Festival noch halbwegs tolerierbar, genau wie die meisten Essenspreise noch in Ordnung gingen. Unangenehm aufgefallen sind uns lediglich die unverschämten Hotdogs für 4 Euro sowie die halbe (und verdammt spärlich belegte) Pizza zum gleichen Preis.

Als familiäres Festival von Fans für Fans sollte das Summerbreeze aufpassen, dass es hier nicht im anonymen Kommerzsumpf versinkt, denn am Beispiel der offiziellen Merchandising-Preise wird klar, dass auch auf dem Summerbreeze so langsam das gnadenlose Ausnehmen der sauer verdienten Fan-Euros beginnt - inwieweit der Veranstalter hier Einfluss hat, kann von unserer Seite allerdings nicht beurteilt werden, da wir dieses Jahr stattdessen ein Interview mit den Stadtvätern von Abtsgmünd im Programm haben; nächstes Jahr werden wir auf das Thema bei Bedarf zurückkommen. Von mir gab's jedenfalls beide Daumen hoch für die oben genannte Die Happy Ansage. Lieber stolpert man ein paar Stände weiter zum Goddess Of Desire Merch-Stand, der schön sortiert und absolut bezahlbar (Shirts ab 10 Euro) Motive aller möglichen Metal-Größen und Underground-Bands anbot, und natürlich den massenhaften eigenen G.O.D.-Groupiekram. Dort konnte man entspannt stöbern, bei geilem Metal und netten Leuten abhängen, und das eine oder andere lang gesuchte Shirt abstauben (wer führt denn heute noch das Voivod-Logo im Silberdruck?). Ein weiteres Beispiel sind die SB-Tassen für 7 Euro. Wo ist da der Sinn? Für das Geld bekomme ich bei manchem CD-Stand einen kompletten Tonträger. Aber als Anhänger der freien Marktwirtschaft will ich nicht klagen. Schließlich wird niemand gezwungen, zu kaufen, und wer doch kauft, unterstützt die Preise und darf sich nicht beschweren. Ich bin nur gespannt, wie weit die Toleranz bezüglich Preise noch geht. Solange die Merchandiser nicht wieder mit vollen Kisten abreisen müssen, wird sich wohl kaum was ändern.

Ein Hauptkritikpunkt des letzten Jahres - die streckenweise Enge auf dem Gelände - war dieses Jahr nicht zu spüren. Ob's an dem Wetter lag oder das Summerbreeze wirklich ein paar Karten weniger eingeplant hatte: man hatte immer das Gefühl, sich auf dem Gelände noch ohne Atemnot bewegen zu können. Dieses Kontingent schien genau richtig zu sein, und weniger Besucher sollen ja auch nicht zu Lasten des Veranstalters gehen. Auch in der Preisumfrage im Summerbreeze-Forum stellte sich eindeutig heraus, dass der Großteil mit dem Eintrittspreis voll zufrieden ist und für ein faires Angebot und familiäre Atmosphäre gern auch 2-3 Euro mehr zahlen würde.

Auch das Dauerthema "Dixis" auf Festivals kann auf dem Breeze kein Stein des Anstoßes sein. Auch wenn in den Besucherstimmen die Dixi-Versorgung auf dem Zeltplatz bemängelt wurde, so waren doch vor dem Einlass und auf dem Gelände ausreichend Klos (auch wieder welche mit Spülung) vorhanden, die regelmäßig geleert wurden und jederzeit einen vertrauenserweckenden Eindruck machten. Klasse.

Zu guter Letzt noch eine Randbemerkung zur Müllproblematik: selbst auf dem Pressezeltplatz, wo man eigentlich davon ausgeht, dass die Leute wegen Berichterstattung vor Ort sind und nicht, um nach einem Tag bereits im Müll und Promilletrauma zu versacken, sahen einige Plätze nach Verlassen aus wie Sau. Und unser Mitfahrer, der als normaler Besucher auf dem großen Zeltplatz campierte, bestätigte, dass es bei den angereisten Fans noch schlimmer aussehen würde. Ich habe kein Patentrezept, wie ein Müllpfand sinnvoll umgesetzt werden könnte, aber wie sich manche Leute hier verhalten, grenzt schon an Sabotage. Die Campinggebühr und der Müll sind ein Teufelskreislauf. Je mehr Müll, umso teurer die Campinggebühr. Je teurer die Campinggebühr, umso mehr Leute meinen, dass sie für das Geld auch den Müll liegenlassen können. Wenn sich hier eine echte praktikable Pfandregelung finden lassen würde, wäre das fantastisch. Vielleicht schreibt mal jemand einen Ideen-Wettbewerb zu diesem Thema aus?
[Opa Steve]

Für euch auf dem Summerbreeze wieder unermüdlich an der Front:
Kruemel, Opa Steve, Meister Jens

Official Summerbreeze Homepage


Splitter/Besucherstimmen

"... richtig scheiße, also das Wetter. Aber dafür kann Summerbreeze ja nix. Oben sind vielleicht zu wenig Dixis aufgestellt. Gerade mal drei Stück für die rechte Ecke, das ist schon eklig...."

"... Lineup ist gut. Das mit den Klos ist scheiße auf dem Zeltplatz, absolute Gülle. Die sind da oben garantiert 3 Tage nicht geleert worden...."

"Was ich scheiße finde, ist, dass das Summerbreeze keine Sitzplätze hat bei dem Dreck und Matsch. Auf dem RockHard-Festival waren Bierbänke aufgestellt, auf dem BYH weiß ich jetzt nicht mehr, aber da gab's auch diesen Boden nicht."

"Wir sind erst gestern gekommen und durften nicht auf den Zeltplatz, weil wir keine 3-Tages-Tickets kaufen konnten. Dabei kommen wir extra aus Salzburg und brauchen dringend 'ne Übernachtungsmöglichkeit, aber sie haben uns nicht reingelassen. Letztes Jahr sind wir Freitags gekommen und durften sehr wohl auf den Campingplatz."

"Ich bin hier, weil ich die Atmosphäre so geil finde, hier rumzusiffen und so.... Die Bands sind nicht schlecht, aber vieles ist mir zu hart, zu wenig Melodie. Aber die Leute sind alle gut drauf, kein Stress und so. Aber das Wetter ist scheiße, ich bin jetzt seit 3 Jahren hier und verbinde Summerbreeze mit 30°C. Aber verglichen mit anderen Festivals ist's echt geil hier, viel familiärer und vieles ist billiger... ich find's gut hier."

"Die letzten Jahre waren irgendwie bessere Bands da. Es ist zwar cool, aber die letzten Jahre war's besser."

"Die Happy waren gestern voll geil, und heute freue ich mich auf Danzig. Und... scheiße... wo war ich.... also Die Happy waren gestern voll geil.... Mir gefällt aber alles hier, aber Die Happy waren trotzdem voll geil!"

"Das Festival ist eigentlich OK, die Location ist cool, die Leute sind cool."


Interview mit H. Wirth aus Abtsgmünd

H. Wirth stand uns als Gemeinderat für das Interview nach dem Festival zur Verfügung

Hallo H. Wirth, vielen Dank, dass sie uns als Interviewpartner für die Gemeinde Abtsgmünd zur Verfügung stehen. Was ist das für ein Gefühl, wenn eine kleine Gemeinde für 3 Tage zum Mittelpunkt des süddeutschen Heavy Metal Geschehens wird?

HERR WIRTH: Aus meiner Sicht ist das Summer Breeze Festival aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken, zumal Abtsgmünd dadurch eine Aufwertung erfährt. Für die Gemeinde ist es ein schönes Gefühl, im Mittelpunkt der süddeutschen Heavy Metal Fans zu stehen. Im Rückblick auf den Beginn mit ca. 500 Besuchern ist der Anstieg auf nunmehr 12000 Gäste pro Tag enorm.

Wie ist das diesjährige Festival aus ihrer Sicht verlaufen?

HERR WIRTH: Das Festival ist sehr harmonisch verlaufen, was angesichts der inzwischen erreichten Größe und der Anzahl der jungen Menschen nicht selbstverständlich ist. Vor allem wenn man sieht, dass beispielsweise in Fußballstadien kleinere Ausschreitungen an der Tagesordnung sind.

Das Summerbreeze-Festival existiert nun schon einige Jahre. Was können sie rückblickend über die Entwicklung dieses Festivals vom kleinen lokalen Tipp bis zur heutigen Großveranstaltung sagen? Wie wird diese Entwicklung in der Bevölkerung bewertet? Wieviel verträgt Abtsgmünd?

HERR WIRTH: Ich glaube, dass die Grenze dessen, was Abtsgmünd vertragen kann, nun erreicht ist. Sollte von Seiten des Veranstalters eine Vergrößerung angestrebt werden, müsste ein anderer Standort in Erwägung gezogen werden. Bei einem Standort außerhalb von Abtsgmünd würde jedoch die Bindung zum Ort verloren gehen, was derzeit den Reiz des Festivals ausmacht und sicherlich auch den Geschäften wehtun würde.

In Norddeutschland existiert in einer ähnlichen Situation das größte Metal-Open-Air Deutschlands, bei welchem Fans aus allen Ländern anreisen: das Wacken-Open-Air in der gleichnamigen Gemeinde. Können sie sich vorstellen, auch irgendwann europaweit durch ein Festival bekannt zu werden?

HERR WIRTH: Ich denke, dass das Summer Breeze auch jetzt schon über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist, man sieht es an den Autokennzeichen der Besucher. Ansonsten muss ich leider zugeben, dass mir Informationen über das Wacken-Open-Air fehlen.

Der Ruf des Heavy Metals ist ja in der öffentlichen Presse nicht immer der beste. Falschinformationen, Übertreibung sowie das Herauspicken mancher Fehltritte Einzelner sowie das optische Auftreten der Fans sorgen im Allgemeinen für Ablehnung. In Abtsgmünd hatte ich die letzten 2 Jahre überhaupt nicht den Eindruck - im Gegenteil. Auch ältere Semester verirren sich des Abends gelegentlich vor den Geländeeingang, wo sie bei Bier und Wurst zusammenstehen und verwundert, aber nicht ablehnend, das Geschehen betrachten. Hat die jetzt schon längere Erfahrung mit dem Heavy Metal im Ort für mehr Verständnis und Toleranz gesorgt?

HERR WIRTH: Absolut. Im Laufe der Jahre konnten sich die Abtsgmünder an die lauten Töne und die schwarze Kleidung gewöhnen. Rechtzeitige Ankündigungen von Seiten der Veranstalter und der Gemeinde ermöglichen es den Bürgern, sich frühzeitig auf das Summer Breeze einzustellen. Zudem verzahnt sich das Festival stark mit der Bevölkerung, weil viele Jugendliche aus dem Ort mitarbeiten. Viele Abtsgmünder haben über ihre Kinder oder Bekannte einen persönlichen Bezug zum dem Festival.

Ich sprach oben bereits Fehltritte Einzelner an. Im Gespräch mit Anwohnern wurde mir gegenüber angedeutet, dass es letztes Jahr zu Problemen in oder an der Kirche des Ortes kam und auch Polizei im Einsatz gewesen sein sollte. Können sie mir konkret Fälle nennen, wo sich in diesem oder auch in den letzten Jahren Festivalbesucher so danebenbenommen haben, dass sie das Gastrecht in der Gemeinde nicht verdient hätten?

HERR WIRTH: Bei jeder größeren Veranstaltung gibt es Menschen, die sich daneben benehmen. Beim Summer Breeze gab es jedoch nie größere Ausschreitungen. Ich habe das Festival immer als friedlich und harmonisch erlebt. Dies ist sicherlich auch auf die gute Arbeit der Organisatoren und Sicherheitskräfte zurückzuführen.

Das Summerbreeze hat die nette Gepflogenheit, ortsansässige Besucher ab einem bestimmten Alter am ersten Abend kostenlos auf das Gelände zu lassen. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit wird auch gelegentlich wahrgenommen, wie wir beobachten konnten. Wie sind so die Reaktionen von Besuchern, die rein interessehalber einen Augenblick dieser Veranstaltung auf diese Art und Weise mitgenommen haben?

HERR WIRTH: Die Reaktionen waren durchweg positiv! Ich habe selbst einige gute Gespräche mit Jugendlichen geführt, die durchweg aufgeschlossen und friedlich waren.

Die Meinungen der Einwohner dürften zwischen nächtlicher Lautstärke und Kaufkraft tausender Angereister schwer auseinandergehen. Während die nächsten Anwohner bis in die Nacht mit Musik und gröhlenden Fans beschallt werden, machen diverse Geschäfte wahrscheinlich den Umsatz des Jahres. Welche Pro- und Contra-Stimmen prallen in diesem Konflikt besonders aufeinander, oder kann man sogar einen gemeinsamen Tenor zum Festival in der Gemeinde ausmachen?

HERR WIRTH: Wie bereits erwähnt haben sich die Abtsgmünder im Laufe der Jahre auf die nächtliche Lautstärke eingestellt. Von einem Pro und Contra möchte ich deshalb nicht sprechen. Ich finde es gut, dass diverse Geschäfte in Abtsgmünd von den Besucherscharen profitieren. Es sollte nicht so sein, dass die Besucher sich nur auf dem Festivalgelände aufhalten. Vielmehr sollen sie sich auch im Dorf aufhalten und dort auch konsumieren.

Wieviel Schlaf hat der durchschnittliche Abtsgmünder für die Dauer des Summerbreeze?

HERR WIRTH: Das kann man natürlich nicht pauschal sagen. Für die direkten Anwohner fallen die Nächte sicherlich sehr kurz aus, andere Bewohner hören kaum etwas - je nach Windrichtung. Das Summer Breeze findet ja nur einmal im Jahr statt!

Was wünschen sie sich für das Summerbreeze 2005?

HERR WIRTH: Ich wünsche mir, dass die Auflagen nicht verschärft werden, sonst würde das Festival darunter leiden. Allenfalls könnte man darüber nachdenken, noch früher zu beginnen und bereits um 24 Uhr zu enden - im Interesse der Anwohner. Ich hoffe wieder auf einen reibungslosen Ablauf, auf gutes Wetter und dass die Festivalbesucher ein paar schöne Tage in Abtsgmünd erleben! In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei den Organisatoren, der Gemeinde, der Polizei, den Rettungsorganisatoren und allen Helfern bedanken, dass sie wieder ein tolles Festival auf die Beine gestellt haben. Ich wünsche mir auch, dass weiterhin Freundschaften entstehen zwischen den Abtsgmünder Bürgern und den Besuchern aus aller Welt. Denn dies trägt zur Bekanntheit unserer Gemeinde bei.

Wir danken ihnen für dieses Interview!

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